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Tesla Model 3 sperrt Fahrer ein – generelles Sicherheitsrisiko beim Ladevorgang?

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Von: Fabian Ibelherr

Der nächste Aufreger für Tesla: Ein Fahrer versucht vergebens, sich aus seinem Model 3 zu befreien – doch das macht beim Laden einfach keinen Mucks mehr.

Guangdong (China) – So hatte sich der Fahrer eines Tesla Model 3 seinen Ausflug in der südostchinesische Küstenprovinz Guangdong wohl nicht vorgestellt: Plötzlich war er in seinem Elektrofahrzeug eingesperrt – und kein Entkommen aus dem Wagen mehr möglich. Doch wie konnte es dazu kommen und wieso musste der Wagen am Ende mittels Gewalt geöffnet werden?

Tesla sperrt Fahrer ein – generelles Sicherheitsrisiko beim Ladevorgang?

Die nicht abreißenden Negativschlagzeilen in China bleiben für Tesla ein gewichtiges Ärgernis. Denn der riesige Markt ist extrem wichtig und dementsprechend hart umkämpft. Eine ganze Reihe von Komplikationen mit Tesla-Modellen im Reich der Mitte passt da gar nicht gut ins Bild. Sie führten teilweise zu erheblichen PR-Problemen für den weltweiten Branchenprimus in Sachen Elektroautos: Auf der Messe „Auto Shanghai 2021“ kam es zum Wut-Protest einer Besucherin, die ausrastete und ihrem Unmut über den kalifornischen E-Auto-Hersteller von Elon Musk Luft machte. Der Grund: Heftige Kritik an der Fahrsicherheit – und angebliche Mängel an Teslas Bremsen. Doch nicht nur das: Tesla-Kunden werden aufgrund der in der Kritik stehenden Technik des Unternehmens sogar vom Sicherheitspersonal auf Parkplätzen abgewiesen.

In diesem Fall möchte der Besitzer eines Tesla Model 3 seinen Wagen eigentlich nur ganz normal an einer Supercharger-Ladestation aufladen. So weit, so gut. Doch im Tesla fällt der Strom aus – und für den Fahrer gibt es keine Möglichkeit zum Ausstieg mehr. Einzige Hoffnung und letztendlich die Rettung ist ein Helfer, der nach 15 Minuten des Wartens die Scheiben des Fahrzeugs einschlägt! (Tödlicher Tesla-Crash: Elon Musk mischt sich persönlich ein – wird Autopilot-Rätsel nie gelöst?)

Ein Tesla Model 3 ist mittels Stecker an Ladestation angeschlossen. (Symbolbild)
Während des Betankens sorgt ein Stromausfall für einen eingesperrten Fahrer. (Symbolbild) © Thomas Koehler/photothek.de/Imago

Tesla sperrt Fahrer ein – Welle der Kritik und offizielles Tesla-Statement

Das Echo auf diesen Vorfall hätte größer nicht sein können: Extreme Standpunkte werden von den zwei Lagern vertreten. Die einen halten Tesla und die Technik von morgen für lebensgefährlich, die anderen können den Aufruhr schwer nachvollziehen. (Brutaler Tesla-Crash mit aktiviertem Autopilot – spricht der Fahrer die Wahrheit?)

In einer Stellungnahme zu den Diskussionen rund um den Vorfall nimmt das Unternehmen von Tech-Milliardär Elon Musk seine salomonische Haltung dazu ein. Ob es seine Kunden und Follower damit überzeugen kann? Denn dass auch das von Tesla und seinem CEO immer wieder propagierte autonome Fahren noch weitere Risiken birgt, zeigt unter anderem dieser Fall, bei dem ein selbstfahrendes Taxi ein Eigenleben führt.

Der offizielle Account von Tesla China postete laut der Zeitung „Global Times“ im Social Network Weibo einen Beitrag zu dem Geschehen. Darin heißt es vonseiten Teslas: Man sei „sehr besorgt“ über den Vorfall und wolle dem Kunden „aufrichtiges Bedauern“ ausdrücken, dass man nicht vor Ort sein und Hilfe leisten konnte. Weiter erklärt man, dass man sich mit dem Besitzer des Fahrzeuges in Kontakt befinde. (Tesla-Autopilot: Kalifornien ermittelt wegen FSD-Funktion – Täuschung durch Elon Musk?)

Tesla sperrt Fahrer ein – wie viel Schuld trägt Elon Musks Unternehmen?

Wie ebenfalls durch den Social-Media-Account deutlich wird, war nach der Befreiung des Mannes ein Tesla-Techniker am Ort des Geschehens im Einsatz. Dieser bestätigte, dass es durch ein Versagen der Batterie zum Ausfallen des Stroms gekommen sei. Aber: Tests am Model 3 hätten gezeigt, das die manuelle Not-Türentriegelung einwandfrei funktionierte. (Tesla Model 3: Fertigungs-Experte Sandy Munro entsetzt – „Nicht akzeptabel“)

Sollten diese Angaben der Wahrheit entsprechen, so hätte sich der Insasse innerhalb weniger Sekunden einfach selbst befreien können. Vonseiten des Automobilherstellers hieß es dazu laut „Global Times“, dass alle E-Fahrzeuge mit diesen Not-Öffnungseinrichtungen ausgestattet seien. (Tesla Model 3 verliert dieses Bauteil in Pfütze – „wie ein riesiger Fallschirm“)

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