Langfinger-Albtraum

Tesla Model 3: Besitzerin überlistet Autodiebe – darum sollte man nie einen Tesla klauen

Die Radiomoderatorin Annabelle Brett aus dem australischen Canberra steht in der geöffneten Tür ihres Tesla Model 3.
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Die trickreiche Radiomoderatorin Annabelle Brett aus der australischen Hauptstadt Canberra lehnt an ihrem Tesla Model 3.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Die Australierin Annabelle Brett machte sich gerade für die Arbeit fertig – da schickte ihr ihr Tesla Model 3 eine Diebstahlswarnung. Was danach folgte, war filmreif.

Canberra (Australien) – Das Tesla Sicherheitssystem mit seinem sogenannten „Sentry Mode“ (dt.: „Wächter-Modus“) entwickelt sich offenbar zum schlimmsten Albtraum von Autodieben. Eingeführt hat ihn Tesla, weil es immer wieder zu Beschädigungen und Vandalismus an den Elektroautos des US-Unternehmens von Elon Musk kam. Die Kameras der E-Autos sind seitdem in der Lage, permanent ihre Umgebung zu checken.

Bei Aktivierung des „Sentry Mode“ überwachen 360-Grad-Außenkameras die Umgebung des Fahrzeugs – egal ob es sich um ein Tesla Model 3 , S, X oder Y handelt – und zeichnen möglicherweise belastendes Videomaterial auf. Zumindest dann, wenn verdächtige Aktivitäten festgestellt werden. Nähert sich beispielsweise jemand dem Wagen oder lehnt sich an das Fahrzeug, erscheint auf dem großen Display im Fahrzeuginneren eine Warnanzeige, die abschrecken soll. (Tesla-Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger)

Tesla Model 3: Besitzerin trickst Autodiebe aus – darum sollte man nie einen Tesla stehlen

Doch die Sicherheitssysteme der Elektrofahrzeuge von Elon Musk können noch deutlich mehr, als nur durch Abschreckung vor Vandalismus, Diebstahl oder Einbruch zu schützen. Beweis gefällig? In der australischen Hauptstadt Canberra versuchte kürzlich eine Gruppe von Autodieben, ein Tesla Model 3 zu stehlen. Das misslang gehörig: Denn die Besitzerin, die Radiomoderatorin Annabelle Brett, benutzte auf geschickte Art und Weise die Tesla-App ihres Mobiltelefons, um die Langfinger aufs Kreuz zu legen. (Tesla streicht Garantien radikal zusammen – traut Elon Musk der eigenen Qualität nichts zu?)

Die Moderatorin erhielt am frühen Morgen eine Warn-Benachrichtigung auf ihr Handy. Ihr Tesla Model 3 hatte Alarm ausgelöst. Und das nicht ohne Grund: Denn zu ihrem Entsetzen stellte Annabelle Brett fest, dass ihr Elektroauto soeben aus dem Parkhaus ihrer Wohnanlage gestohlen worden war. (Tesla-Update „aus Versehen“ kostet Model-3-Fahrer über 4.000 Dollar)

Tesla Model 3: Besitzerin trickst Autodiebe aus – dank Kameras live im gestohlenen Auto

Glücklicherweise hatte die Radiodame den „Sentry Mode“ aktiviert: So konnte sie über die zahlreichen Kameras, die Elon Musk in die Fahrzeuge seines Unternehmens verbauen lässt, die Übeltäter auf frischer Tat ertappen, filmen und auf Schritt und Tritt verfolgen. Ohne dass die ahnungslosen Autodiebe irgendetwas davon mitbekamen, registrierte Annabelle Brett jede Bewegung ihres entwendeten Tesla Model 3. Sie nahm umgehend die Verfolgung auf – und holte ihr Auto schließlich mit dem Wagen eines Freundes ein. (Tesla Cybertruck: Elon Musk will Design seines futuristischen Pick-ups noch ändern)

„Auf meiner Tesla-App konnte ich tatsächlich verfolgen, wo sich mein Auto befindet. Wir haben gesehen, dass es nach wie vor gleich um die Ecke unterwegs war. Ohne lange nachzudenken, bin ich in das Auto eines Freundes gesprungen und habe die Polizei gerufen. Dann bin ich ihnen einfach auf der Karte gefolgt“, schilderte Brett die brisante Situation gegenüber der Sendung „A Current Affair“ des TV-Senders „9 Now“.

Doch damit nicht genug: Anstatt ihr Tesla Model 3 nur ausfindig zu machen und zu verfolgen, entschied sich die verärgerte Radiomoderatorin, die volle technische Palette zu nutzen, die ihr zur Verfügung stand. Mithilfe der Fernbedienungs-Technologie ihres E-Fahrzeugs bescherte sie den nichtsahnenden Autodieben eine digitale Erfahrung, die diese wohl nie vergessen werden. (Tesla Model Y: Besitzer deckt neue Pfusch-Konstruktion mit Baumarktteilen auf)

Tesla Model 3: Besitzerin trickst Autodiebe aus – filmreife Szenen schlagen Autodiebe in die Flucht

„Die Handy-App kann das Auto verlangsamen und diverse Funktionen steuern. Ich ließ die Fenster rauf und runter fahren, hupte und aktivierte das Warnblinklicht. Im Grunde genommen spielte ich mit den Jungs, während sie das Auto fuhren“, amüsiert sich Annabelle Brett. Ihre Einschüchterungs-Taktik funktionierte perfekt. Die Moderatorin konnte den Diebstahl ihres Tesla Model 3 erfolgreich vereiteln: Nachdem den Dieben das „spukende“ E-Mobil nicht mehr geheuer war, gaben sie es auf und ergriffen Hals über Kopf die Flucht. (Neuer Tesla-Autopilot: Ausgesuchte Fahrer testen schon Beta-Version – „Ich war schockiert ...“)

Dabei hatten es die Ausreißer derart eilig, dass einer von ihnen einen Führerschein in Annabelle Bretts Tesla Model 3 hinterließ. Dumm gelaufen: Mithilfe des Dokuments konnten nach und nach alle Mitglieder der Diebesbande identifiziert und dingfest gemacht werden. Die im „Sentry Mode“ gewonnenen Rundumaufnahmen halfen sogar dabei, einen Komplizen zu identifizieren, der gar nicht mit im Auto saß.

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