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Tesla Model 2: Wie günstig wird die geplante elektrische Kompaktklasse?

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Von: Marcus Efler

Fans von Tesla sind schon in heller Aufregung: Bald könnte Elon Musk einen elektrischen Kompaktwagen zum günstigen Preis bringen. Aber ist das realistisch?

Palo Alto (Kalifornien) – Tesla hat in kurzer Zeit das geschafft, wofür beispielsweise Audi Jahrzehnte brauchte: Eine Marke zum begehrenswerten Luxusgut aufzubauen. Die Fans von Tesla-CEO Elon Musk haben den Elektro-Pionier ruck-zuck zum ernsthaften Konkurrenten von Mercedes und Co. befördert – und die Aktionäre das Tech-Unternehmen zum wertvollsten Autokonzern der Welt gemacht. Kehrseite für alle, die zwar dem Tesla-Kult anhängen, aber über ein schmales Auto-Budget verfügen: Die Modelle aus Kalifornien sind richtig teuer. Der preisgünstigste Neuwagen ist das Tesla Model 3 – das in Deutschland inklusive Überführung mindestens 41.000 Euro kostet. (Airbag-Fehler bei Tesla: Luftkissen einfach nicht festgemacht)

Tesla Model 2: Wie billig wird der geplante elektrische Kompaktwagen wirklich?

Zieht man vom Neupreis des Tesla Model 3 die 9.670 Euro Innovationsprämie ab, bleiben also immer noch über 31.400 Euro. Für einen „nackten“ Tesla ohne Extras wie den immer wieder umstrittenen Tesla-Autopiloten wohlgemerkt – das ist happig. Einen VW ID.3, Opel Mokka-e oder Mini Cooper SE gibt es beispielsweise für gut 10.000 Euro weniger. Die rangieren bei Größe, Motorleistung und Prestige allerdings auch deutlich unterhalb des Tesla Model 3. Beim amerikanischen Elektroauto-Branchenprimus ist also ganz klar noch Luft nach unten.

Tesla Model Y, fahrend
Vorbild Model Y: Der geplante Tesla Model 2 soll ebenfalls ein Schrägheck bekommen. © Tesla

Das passt zur langfristigen „Top-Down“-Strategie von Elon Musk: Ganz bewusst hat er seine Großserienfertigung mit Luxus-Modellen wie dem Tesla Model S und Tesla Model X gestartet, um dann mit immer preisgünstigeren Autos den Massenmarkt zu erobern. Der nächste Schritt wäre also logischerweise einer weiter nach unten –  zu einem Tesla Model 2 (wobei Elon Musk bei der Namensgebung immer für Überraschungen gut ist). Und genau ein solches sieht jetzt das britische Portal Autocar kommen. (Tesla Model S Plaid brennt gleich auf erster Fahrt lichterloh – Besitzer entkommt knapp)

Tesla Model 2: Billiger dank China-Produktion und Akkus aus Grünheide?

Bei dem für 2023 geplanten Kompaktwagen soll es sich um ein „Hatchback“ handeln, also um ein Fließheck-Modell nach Art des Model Y – nur eben deutlich kleiner. Und damit auch preisgünstiger: Die Spekulation lautet auf 25.000 US-Dollar. Das wären, nach derzeitigem Kurs umgerechnet, etwa 21.000 Euro. Möglich machen sollen dies angeblich eine Fertigung in China und neue, effizientere Akkus aus der problembehafteten Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide. Doch dass deutsche Kunden nach Abzug der staatlichen Vergünstigungs-Prämie tatsächlich für gut 11.500 Euro einen neuen Tesla geliefert bekommen, ist aus verschiedenen Gründen sehr unwahrscheinlich. („Tesla kann keine Autos bauen“: Experte sauer wegen mieser Qualität)

Tesla Model 2: Nachfrage bestimmt Kalkulation – Kompaktmodell zum Schleuderpreis?

Zunächst einmal ist der kolportierte Dollar-Preis schon sehr knapp angesetzt. Zum Vergleich: Auch das Apple iPhone wird in China produziert – die dortigen, wesentlich geringeren Fertigungskosten kommen aber bekanntlich nicht den Kunden zugute, sondern Apples Cash-Beständen. Schließlich bestimmt die Nachfrage den Preis – und die ist auch nach hippen E-Autos von Tesla durchaus hoch. Außerdem soll das neue Kompaktmodell noch mehr Reichweite bieten als die in dieser Disziplin ohnehin schon starken bisherigen Teslas. Warum sollte „Technoking“ Elon Musk so ein High-Tech-Gefährt zum Billigpreis verschleudern? (Zieht Tesla-Boss Elon Musk ernsthaft in einen „Tiny House“-Container?)

Tesla Model 2: Steuer und Zoll schlagen zu – zieht Elon Musk in einen Preiskrieg?

Außerdem sind seine Modelle zum (regelmäßig verspäteten) Marktstart bisher noch immer teurer geraten als ursprünglich von manchen vermutet. Beim Import nach Europa kommt sowieso noch die Mehrwertsteuer (in Deutschland also 19 Prozent) hinzu, für ein Fahrzeug aus dem Reich der Mitte gelten noch einmal (derzeit) zehn Prozent Zoll. Damit würden aus 21.000 Euro schon mal knapp 27.500. Auch mag Elon Musk garantiert keinen Preiskrieg gegen den Dacia Spring und andere künftige Billig-Stromer eröffnen – die ID-Reihe von VW oder die Elektro-Modelle aus dem Stellantis-Konzern wären schon eher seine Kragenweite. Eine seriöse Spekulation liegt also eher bei rund 30.000, möglicherweise auch 35.000 Euro. Billig wäre das wieder nicht – allerdings trifft Tesla beim Marktstart jetzt auf bereits etablierte Elektro-Konkurrenten. Das könnte tatsächlich ein Grund sein, sich bei der Preisfindung etwas zu bremsen. (Tesla Roadster mit und ohne SpaceX-Raketenantrieb im Duell – so geht das Wettrennen aus)

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