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Tesla: Überraschung in Grünheide – Werk bekommt wichtiges Gremium

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Von: Simon Mones

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Tesla will ab Dezember in Grünheide Autos produzieren. Für die Mitarbeiter gibt es schon jetzt Grund zur Freude, denn sie bekommen ein wichtiges Gremium.

Grünheide – In der Sitcom „Superstore“ sorgt alleine das Wort „Gewerkschaft“ schon für pure Panik in der Unternehmensführung. Denn anders als in Deutschland haben die Mitarbeiter in den USA oftmals kaum bis kein Mitbestimmungsrecht. So auch bei Tesla.

Ähnlich wie in „Superstore“ versucht auch Tesla die Bildung von Gewerkschaften und Mitarbeitergremien, wie z.B. einen Betriebsrat, zu unterbinden. Wie „CNBC“ berichtete, hatte Tesla im Frühjahr sogar einen Mitarbeiter entlassen, der sich für Gewerkschaften stark gemacht hatte. Auch ein inzwischen gelöschter Tweet von Elon Musk (50) sorgte 2018 für Ärger. Der Tesla-Boss schrieb damals: „Nichts hält das Tesla-Team in unserem Autowerk davon ab, für die Gewerkschaft zu stimmen. Sie könnten das morgen tun, wenn sie wollten. Aber warum Gewerkschaftsbeiträge zahlen und Aktienoptionen für nichts aufgeben?“ (Tesla Gigafactory: Erörterung endet – aber neuer Ärger droht)

Tesla: Überraschung in Grünheide – Werk bekommt wichtiges Gremium

In Deutschland scheint das Unternehmen jedoch einen anderen Kurs zufahren. In der Gigafactory in Grünheide in der Nähe von Berlin, bekommen die Beschäftigten einen Betriebsrat, wie der Business Insider berichtet. Bereits am 29. November soll ein Wahlvorstand für die Betriebsratswahl gewählt werden. (Tesla-Party in Grünheide: Elon Musk verrät Details zum Produktionsstart)

Grafische Darstellung der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg (Symbolbild)
Die Mitarbeiter in Teslas Gigafactory in Grünheide bekommen einen Betriebsrat. (Symbolbild) © Tesla

„Damit ist der Startschuss zur Betriebsratswahl bei Tesla gesetzt. Die IG Metall begrüßt diesen Schritt. Ein Betriebsrat sorgt dafür, dass die Interessen der Belegschaft eine Stimme und ein Gewicht haben. Das entspricht der demokratischen Arbeitskultur in Deutschland. Innovation und Flexibilität sowie Sicherheit, Arbeitsschutz und eine starke Mitbestimmung sind kein Widerspruch, sondern Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg“, betonte Birgit Dietze, die Bezirksleiterin der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen. (Elon Musk sagt sorry: Deshalb konnten Tesla-Fahrer nicht in ihre Autos)

Tesla: Wahlvorstand entscheidet über Termin – auch Produktion soll vertreten sein

Dennoch soll die Betriebsratswahl nicht sofort stattfinden, denn die Belegschaft der Gigafactory befindet sich noch im Aufbau. „Je mehr Beschäftigte an Bord sind, desto ausgewogener und repräsentativer wird die Zusammensetzung des Betriebsrats sein“, sagte Dietze. Wann gewählt wird, soll der Wahlvorstand entscheiden. (Nur Vorurteile? Tesla-Fan parodiert Elektro-Hasser: „Also mit meinem Diesel ...“)

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Es ist jedoch anzunehmen, dass es bis dahin noch etwas dauern könnte, denn es dürfen nur Mitarbeiter in den Betriebsrat gewählt werden, die mindestens sechs Monate im Unternehmen angestellt sind. Allerdings trifft das bislang auf die wenigsten Mitarbeiter in der Produktion zu. Diese sollen jedoch ebenfalls im Betriebsrat repräsentiert sein. (Tesla: Full Self-Driving im CNN-Test – mit krassem Ergebnis)

„Voraussetzung für eine wirkungsvolle Mitbestimmung im Betrieb ist, dass der Betriebsrat sich als Interessenvertretung der ganzen Belegschaft versteht, aktiv für die Anliegen der Beschäftigten eintritt und – wenn nötig – auch Meinungsverschiedenheiten mit dem Arbeitgeber nicht scheut“, erklärte Dietze. Entsprechend dürfte die Betriebsratswahl wohl erst dann stattfinden, wenn mehr Produktionsmitarbeiter lange genug für Tesla arbeiten.

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