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Tesla-Rekordfahrer ist von Elon Musk enttäuscht – und will Marke wechseln

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Von: Marcus Efler

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Tesla-Fahrer Hansjörg von Gemmingen-Hornberg ist als Meilen-Millionär bekannt. Jetzt wendet er sich enttäuscht von Elon Musk und seiner Automarke ab.

Update vom 25. Januar 2023, 08:02 Uhr: Die Zahlen beeindrucken. 1,7 Millionen Kilometer hat Hansjörg von Gemmingen-Hornberg mittlerweile seit 2014 mit seinem Tesla Model S absolviert, zwölfmal wurde der Motor auf Kosten des Herstellers gewechselt. Seiner Treue zu Tesla taten die Werkstatt-Aufenthalte, auch für einen Akkutausch, bislang keinen Abbruch.

Doch nun reicht es dem Karlsruher offenbar. „Das ist sehr enttäuschend“, kommentierte er in einem Interview mit dem Spiegel den letzten Motortausch: „Was genau das Problem ist, weiß ich aber nicht, Tesla hat das nie kommentiert“ Er habe Verantwortliche angeschrieben, wäre aber ignoriert worden: „Normalerweise sollte ein Autohersteller so etwas genauer erklären, finde ich.“

Auch technologisch sieht von Gemmingen-Hornberg die Texaner in der Defensive. Man müsse „schon aufpassen, dass man mit dem Tesla noch auf dem Laufenden bleibt.“ Bei Updates over the Air sei Tesla führend, „aber beim Schnellladen und in Sachen Haltbarkeit des Autos sind die anderen doch schon ein ganzes Stück vorwärtsgekommen“.

Tesla-Rekordfahrer ist von Elon Musk enttäuscht – und will Marke wechseln

Auch persönlich ist der Freiherr „von Elon Musk enttäuscht. Er hat mir nie richtig zu den Rekorden gratuliert. Er hat mir zu einer Million Kilometer elf Monate später mit zwei Daumen hoch über Twitter gratuliert. Ansonsten hat mich das Unternehmen bei verschiedenen Gelegenheiten geschnitten oder ignoriert. Dankbarkeit kennt Musk nicht“, sagte er im Spiegel.

Obwohl er ursprünglich einen neuen Tesla Roadster kaufen wollte, sei er davon jetzt weg. „Ich werde mir kein weiteres Tesla-Fahrzeug kaufen“. Die zwei Millionen Kilometer wolle er noch vollmachen, dann kämen als Alternative Modelle wie der Porsche Taycan und der Mercedes EQS infrage, auch VW habe mit den ID-Modellen aufgeholt. „Die Chinesen machen auch Druck. Tesla muss sich ordentlich Mühe geben, wenn sie vorne dranbleiben wollen.“ Aber „die Magie der Marke existiert nach wie vor“.

Erstmeldung vom 28. Januar 2022, 8:22 Uhr: Autos mit extrem hoher Laufleistung trugen bislang vor allem Dieselmotoren. Immer wieder schaffen es betagte, aber rüstige Mercedes- und Audi-Modelle in die Schlagzeilen, weil sie die Marke von einer oder sogar 1,5 Millionen Kilometer knacken. Doch nun greift eine andere Antriebsart in den Wettkampf der Kilometer-Könige ein: der Elektroantrieb.

Zu einer gewissen Prominenz unter Tesla-Anhängern hat es etwa der Karlsruher Dauerfahrer Hansjörg von Gemmingen-Hornberg gebracht. Schon in seinem Tesla Roadster von 2009 absolvierte er mehrere 100.000 Kilometer, doch mit seinem Model S P85 legte er ab 2014 dann so richtig los: Gut fünf Jahre später hatte es schon eine runde Million Kilometer auf der Uhr. (Tesla: Neue Gerüchte – Kommt der Mini-Cybertruck?)

Tesla Model S, fahrend. (Symbolbild)
Langläufer: Ein Tesla Model S schaffte schon 1,5 Millionen Kilometer. (Symbolbild) © Tesla

Tesla Model S als Dauerläufer: 1,5 Millionen Kilometer, aber ...

Damals gratulierte Tesla-CEO Elon Musk fast ein Jahr später, und somit reichlich verspätet, knapp mit dem Wort „Glückwunsch“. Da war der Langstrecken-Liebhaber schon wieder 200.000 Kilometer weiter. Und nun fiel die nächste runde, erstaunliche Zahl. Einen Zählerstand von sage und schreibe 1,5 Millionen meldete der Kilometer-Killer, wie sein Post auf Twitter beweist:

Das nächste Ziel wären nun knapp 1,61 Millionen Kilometer, also eine Million Meilen – dann lässt sich vielleicht auch wieder Elon Musk zu einem Wort der Bewunderung hinreißen. Derzeit fährt der Stromer-Fan nach eigenen Angaben über 600 Kilometer am Tag, meist mit mäßigem Tempo über die Autobahn. (Tesla: Full Self Driving im Schnee: „Wie ein junger Welpe“)

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Tesla Model S läuft und läuft und läuft: Motor und Akku mehrfach getauscht

Kosten fallen dafür kaum an, da dieses Model S noch zu jenen Fahrzeugen gehört, die an Superchargern auf Lebenszeit gratis laden dürfen. Vielleicht erklärt sich daraus Musks gebremste Begeisterung für dessen Haltbarkeit. Zumal Tesla schon einige Kosten entstanden sind: Wie das Online-Portal „Teslamag“ berichtet, mussten die Texaner auf Garantie schon dreimal den Akku tauschen. Der aktuelle habe nach 280.000 Kilometern bislang aber nur rund zwei Prozent Kapazität verloren.

Für die meisten Probleme sorgt allerdings der Motor, der angeblich schon acht Mal getauscht wurde – vor allem in der Anfangszeit. Trotzdem: Von den legendären Laufzeiten von Dieselmotoren ist der Elektroantrieb wohl noch ein wenig entfernt.

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