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Tesla „Full Self-Driving“: Verbraucherschützer warnen vor Beta-Test

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Von: Sebastian Oppenheimer

Teslas Autopilot-System „Full Self-Driving“ wird durch ein Update deutlich erweitert. Verbraucherschützer warnen vor Beta-Test auf öffentlichen Straßen.

Palo Alto – Am sogenannten „Autopilot“ von Tesla scheiden sich die automobilen Geister. Während das System vor allem für Fans der Marke ein Beweis für den technischen Vorsprung des kalifornischen Elektroauto-Herstellers ist, so halten viele andere die Technik schlicht für extrem gefährlich. Denn im Prinzip handelt es sich dabei nur um ein Paket gängiger Assistenzsysteme, die auch andere Autobauer längst im Programm haben – doch Tesla gibt der Technik einfach wesentlich mehr Spielraum. Mit der „Full Self-Driving“-Software (FSD) will das Unternehmen von Elon Musk (50) nun mehr oder weniger vollautonome Fahrzeuge aus seinen Modellen machen. Einige Besitzer dürfen diese Software im Beta-Stadium (offizielle Bezeichnung: „Full Self-Driving Beta Version 9“) mittlerweile mit ihren Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen testen – ein hochgefährliches Unterfangen, findet die US-amerikanische Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports (CR).

Blick ins Display eines Tesla Model S P90D (Symbolbild)
Der „Autopilot“ von Tesla ist seit seiner Einführung hochumstritten. (Symbolbild) © Chris Walker/Imago

Tesla „Full Self-Driving“: Verbraucherschützer warnen vor Beta-Test

Erst kürzlich hatten die Experten der Organisation in einem Test gezeigt, wie einfach sich der „Autopilot“ von Tesla austricksen lässt. Das Testfahrzeug war schließlich ohne einen menschlichen Fahrer hinter dem Lenkrad unterwegs. Nun haben die Verbraucherschützer Sicherheitsbedenken bezüglich des Beta-Tests der „Full Self-Driving“-Software geäußert. Denn genauso wenig wie der Standard-„Autopilot“ ein echter Autopilot ist, so macht auch die „Full Self-Driving“-Beta-9-Software aus einem Tesla kein vollautonomes Fahrzeug. (Tesla mit Warnung vor eigenem Autopilot: „Könnte das Falsche tun“)

Tesla „Full Self-Driving“: Umstrittenes Update – Autofahrer als unfreiwillige Tester?

Noch haben die Verbraucherschützer die FSD-Beta-9-Software nicht selbst testen können, weil ihr eigener Tesla noch nicht über das entsprechende Update verfügt. Doch die Automobil-Experten der Organisation haben sich schon einmal Videos von anderen Fahrern angesehen, die in den sozialen Medien ihre Erfahrungen mit der neuen FSD-Software teilen. „Videos der FSD Beta 9 in Aktion zeigen kein System, das das Fahren sicherer oder weniger stressig macht“, sagt Jake Fisher, Senior Director des Auto-Test-Centers von CR. „Die Verbraucher zahlen einfach dafür, Testingenieure für die Entwicklung einer Technologie ohne entsprechenden Sicherheitsschutz zu sein.“ (Tesla Model 3 fliegt aus Kurve und prallt gegen Baum – Alarm warnt viel zu spät)

Fahraufnahme eines Tesla Model S (Symbolbild)
Tesla testet „Full Self-Driving“-Software auf öffentlichen Straßen – Verbraucherschützer sind besorgt. (Symbolbild) © Andreas Haas/Imago

Tesla „Full Self-Driving“: Update und Beta-Test laut Verbraucherschützern gefährlich

Laut Consumer Reports seien Verkehrssicherheits-Experten beunruhigt über den Beta-Test auf öffentlichen Straßen, wie die Organisation unter anderem auf Twitter mitteilt. Denn während sich die Fahrer der „Testwagen“ zumeist bewusst seien, dass sie einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien, würden andere Verkehrsteilnehmer, wie etwa Fußgänger, Radfahrer und andere Autofahrer nicht vor den erhöhten Gefahren der Tesla-Testwagen gewarnt. Aus Gründen wie diesen würden andere Unternehmen, die ebenfalls als Technik für selbstfahrenden Autos arbeiten – wie Argo AI, Cruise und Waymo – ihre Software auf private Strecken testen und/oder geschulte Sicherheitsfahrer einsetzen. („Autopilot“ weiterhin nicht vollautonom: Tesla-Mitarbeiter kassiert Aussagen von Elon Musk)

Consumer Reports empfiehlt Tesla deshalb, zumindest Systeme zu implementieren, die den Fahrer überwachen und sicherstellen, dass er die Augen auf der Straße hat. „Es reicht nicht aus, dass Tesla die Leute auffordert, aufmerksam zu sein – das System muss sicherstellen, dass die Leute aktiv sind, wenn das System in Betrieb ist“, sagt Jake Fisher. „Wir wissen bereits, dass das Testen von selbstfahrenden Systemen ohne ausreichende Fahrerunterstützung tödlich enden kann – und auch wird.“

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