Richtig dreist

Tesla schmeißt Radio per Update raus: Wer’s zurückhaben will, muss zahlen

Der Fahrer eines Tesla Model S bedient den Touchscreen.
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Der Fahrer eines Model S bedient sein Infotainmentsystem: Für eine simple Autoradiofunktion ruft Tesla heftige Preise auf.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Ein Update des Tesla-Infotainmentsystems verärgert haufenweise Tesla-Besitzer. Wer in den E-Autos von Elon Musk weiterhin Radio hören möchte, muss zahlen.

Palo Alto (Kalifornien) – Seit einiger Zeit bietet der Elektroauto-Hersteller Tesla den Besitzern älterer Tesla Model S oder Tesla Model X ein Upgrade für das Infotainmentsystem der Fahrzeuge an. Zum Umfang des Unterhaltungspaketes der US-Firma von Tech-Milliardär Elon Musk gehören Features wie Netflix, zahlreiche Spiele, eine kuriose Furz-App sowie allgemein eine bessere und komfortablere Performance.

Das derzeit 2.500 US-Dollar (umgerechnet 2.142 Euro) teure Upgrade von Tesla hat aber auch einen gravierenden Nachteil: Nach der Installation hat das E-Auto kein Radio mehr. Kaum zu glauben, aber wahr: Entweder neue moderne Features genießen oder weiterhin den Lieblingssender hören – Tesla-Besitzer müssen sich entscheiden. Wer sein Tesla Model S oder Tesla Model X auf den neuesten Stand bringen und das Infotainmentsystem nachrüsten will, der muss jedenfalls auf die klassische Funktionalität eines Autoradios verzichten. (Tesla Model 3: Besitzerin legt Autodiebe rein – darum sollte man nie einen Tesla klauen)

Tesla schmeißt Radio per Update aus Autos: Wer’s zurückhaben will, muss zahlen

Die etwas sonderbare Form von technischer Innovation stieß auf heftige Kritik von Tesla-Fahrern und -Besitzern. Ein Fakt, der wenig verwundert. Autofahrern quasi mutwillig ihr Radio wegzunehmen, stieß erwartungsgemäß auf wenig Begeisterung. Wer das Ganze dann noch als Upgrade der Elektroboliden verkauft, darf nicht unbedingt mit Gegenliebe rechnen. (Tesla Cybertruck: Elon Musk will Änderungen am Design des kantigen Pick-ups)

Nun: Das kritische Feedback schien beim Elektroautokonzern aus dem kalifornischen Palo Alto bei San Francisco angekommen zu sein. Tesla reagierte auf die Unmutsbekundungen aus dem Kreise seiner Kunden. Allerdings wohl kaum so, wie diese sich das vorgestellt hatten: Das Radio, beziehungsweise die Option darauf, brachte der E-Auto-Hersteller zwar zurück – allerdings nur gegen Cash. (Tesla streicht Garantien radikal zusammen – traut Elon Musk der eigenen Qualität nichts zu?)

Für Radiohörer hält das Model X von Elon Musks Elektroauto-Hersteller Tesla nicht nur schöne Aussichten bereit.

Tesla schmeißt Radio per Update aus Autos: Tesla-Besitzer beklagen dreiste Abzocke

Alle Besitzer eines Tesla Model S oder Tesla Model X, die zuvor das kostspielige Infotainment-Upgrade erstanden haben, sollen nun erneut zahlen. Erst wurde ihnen eine teure Weiterentwicklung verkauft – nun soll, wer wieder ein Radio haben möchte, dafür satte 500 US-Dollar (428 Euro) hinlegen. Das muss man sich erst einmal trauen: Elon Musks Firma langt gleich zweimal hin. (Tesla-Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger)

Tesla bietet seinen Kunden zwar auch die Möglichkeit, die Radio-Option bereits direkt mit dem Upgrade zu buchen – das Infotainment-Paket kostet dann allerdings 3.000 US-Dollar (2.570 Euro). Sparen können Tesla-Besitzer auf diesem Weg also nichts. Nicht wenige finden es daher dreist, dass Tesla von Firmen- und Händlerseite aus sogar empfiehlt, am besten beides gleichzeitig zu erwerben. (Tesla Model Y: Besitzer deckt neue Pfusch-Konstruktion mit Baumarktteilen auf)

Tesla schmeißt Radio per Update aus Autos: Aus gewohntem Feature wird teures Extra

Die Begründung, die der US-Konzern Tesla für die „unerwünschte Nebenwirkung“ seines Infotainment-Upgrades liefert, kann jedenfalls nicht überzeugen. Von Seiten des Elektroauto-Unternehmens heißt es laut Electrek, man habe das Radio aus dem Inhalt des Upgrades entfernt, weil bei Weitem nicht mehr alle Fahrer ein klassisches Radio nutzen wollten. So schnell wird aus einer seit Jahrzehnten gängigen Pkw-Serienausstattung also ein kostspieliges Extra. Ein Argument, das durchaus nicht jeder Tesla-Kunde nachvollziehen kann. (Neuer Tesla-Autopilot: Ausgesuchte Fahrer testen schon Beta-Version – „Ich war schockiert ...“)

Wir haben einige der schärfsten Netzreaktionen auf Teslas Infotainment-Politik zusammengetragen:

  • „Das heißt, ich zahle fast 500 Euro für eine Funktion, welche das Auto schon gehabt hat? Irre!“
  • „Verdammt ... ich benutze immer noch mein Radio – für lokale Verkehrsmeldungen gibt es nichts Besseres.“
  • „Diese Methode, Kunden kontinuierlich abzuzocken, wird sich noch steigern! Solange du diese Elektroautos fährst, zahlst du!
  • „500 Dollar für ein simples Radio? Huch ... ist das euer Ernst?
  • „Dieser Internet-Betrug per Update ist ausschließlich dazu gedacht, den Kunden ihr hart verdientes Geld aus der Tasche zu ziehen.“
  • „Ich frage mich wirklich, warum Tesla Kult ist?“

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