Brandgefährliche Bauteile

Tesla-Crash mit 160 km/h: Glühend heißer Batterie-Hagel steckt Bett in Brand

Ein bei einem Unfall zerstörtes Tesla Model 3 Elektroauto (links) und aufgesammelte Batteriezellen (rechts)
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Das Tesla Model 3 wurde durch die Wucht des Aufpralls zerstört – die glühend heißen Batterien flogen unkontrolliert durch die Luft.
  • Christian Schulz
    vonChristian Schulz
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Beim Crash eines Tesla Model 3 hat sich gezeigt, wie gefährlich die heißen, umherfliegenden Batteriezellen von Elektroautos werden können. Eine verursacht sogar einen Wohnungsbrand.

Corvallis (Oregon) – Zu einem heftigen Unfall mit schier unglaublicher Wucht ist es jetzt in der Stadt Corvallis im US-Bundestaat Oregon gekommen. Der 21-jährige Fahrer eines Tesla Model 3 (Baujahr 2019) raste dort mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 km/h gegen einen Strommasten in der Nähe eines Häuserblocks. Wie durch ein Wunder überlebte der Lenker des Elektrofahrzeugs nicht nur – sondern kam sogar ohne schwerwiegende Verletzungen davon. Sein E-Auto wurde durch den Aufprall jedoch in sämtliche Einzelteile zerrissen. Diese flogen umher und durchschlugen die Fenster einiger umliegender Apartments.

Tesla-Crash mit 160 km/h: Glühend heißer Batterie-Hagel setzt Bett in Flammen

Der Aufprall des Tesla Model 3 war laut Angaben der örtlichen Polizei so heftig, dass der Wagen den Strommasten zerbrach sowie zwei Bäume und einen Telefonkasten umriss. Dabei brachen die in dem Elektroauto verbauten Akku-Packs und die einzelnen Batterien flogen als gefährlicher Hagel durch die Gegend. Manche der mehr als 7.000 zylindrischen Batteriezellen schossen dabei regelrecht durch Glasscheiben – und mitten hinein in Wohnungen. Eine Batterie landete auf dem Schoß einer Anwohnerin, die in ihrem Wohnzimmer saß – eine andere Batterie auf einem Bett. Dieses geriet durch die große Hitze der Batteriezelle in Brand – und das Bettzeug stand in Flammen. (Elon Musk kündigt „heißes“ Tesla-Update an: „Dinge, von denen ihr nicht wusstet, dass ...“)

Der junge Fahrer des Elektroautos hatte irres Glück: Das Tesla Model 3 wurde komplett zerstört – bis auf den Fahrersitz.

„Durch die Kollision wurde auch ein Reifen des Tesla abgerissen. Dieser traf die Wand eines nahe gelegenen Apartmentkomplexes im ersten Stock mit solcher Wucht, dass er die Wasserleitungen in der Wand zerstörte. Dadurch wurde das Badezimmer der Wohnung beschädigt – und das untere Geschoss der Wohnung überflutet“, berichtete die von den Folgen des Unfalls sichtlich überraschte Polizei von Corvallis. (Dank Autopilot: „Mein Tesla rettete meinem Sohn und mir das Leben“)

Tesla-Crash mit 160 km/h: Model 3 völlig zerstört – Batterien überall verteilt

Dass die glühend heißen Batteriezellen des Tesla Model 3 davongeschleudert wurden, veranlasste die Polizei schließlich auch dazu, die Anwohner gemeinsam mit der Feuerwehr darauf hinzuweisen, dass in Folge des Crashs ein Regen von „potenziell gefährliche Batterien“ in der Umgebung niedergegangen sei. „Es wurden konzertierte Anstrengungen unternommen, so viele Batterien wie möglich einzusammeln. Es können aber immer noch welche herumliegen“, warnte die Polizei. (Neuer Tesla-Autopilot auf kurvigster Straße der Welt: Kommt das System da durch?)

Zu den Batteriezellen von Elektroautos muss man Folgendes wissen:

  • Die Batterien können sich bis zu 24 Stunden heiß anfühlen und bei falscher Handhabung Verbrennungen verursachen.
  • Die Batterien können giftige Dämpfe freisetzen, die beim Einatmen Menschen schädigen können.
  • Ebenso können Substanzen auslaufen, die für den Menschen gefährlich sind.

Tesla-Crash mit 160 km/h: Wie riskant sind die Batterien in E-Autos?

Der Unfallfahrer, der beim Eintreffen von Polizei- und Rettungskräften bereits vom Ort des Crashs geflüchtet war, wurde schließlich drei Blocks entfernt zu Fuß angetroffen – und sofort festgenommen. Wie sich im Krankenhaus herausstellte, hatte er vor oder während seiner Fahrt Marihuana konsumiert. Ob er deswegen die Kontrolle über sein Tesla Model 3 verloren hat, ist ungeklärt – allerdings nicht unwahrscheinlich. In jedem Fall kann sich der 21-Jährige bei seinem Schutzengel bedanken, dass er diesen Unfall überlebt hat – und keine Unbeteiligten zu Schaden gekommen sind. Laut „OregonLive“ wird er wegen Fahrens unter Drogeneinfluss, Fahrerflucht, rücksichtslosem Fahren und Gefährdung der Allgemeinheit angeklagt. (Kurioses Blitzerfoto sorgt für Aufregung: Hat dieser Mann etwa am Steuer gekokst?)

Was mit den Batterien von Elektroautos nach Unfällen geschieht, bleibt generell problematisch – nicht nur, wenn die Feuerwehr Schwierigkeiten hat, ein in Brand geratenes Vehikel zu löschen. In diesem Fall ist es scheinbar ein Beweis für die Crash-Sicherheit von Elon Musks Elektroautos, dass der junge Fahrer den Unfall überlebte und sogar davonlaufen konnte. Andererseits kann Tesla nicht wirklich damit punkten, dass nach einem Zusammenstoß überall gefährlich heiße Batterien wie Geschosse durch die Gegend flogen.

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