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Tesla-Boss Elon Musk: Mitarbeiter eiskalt abserviert – „nichts für schwache Nerven“

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Von: Jasmin Pospiech

Tesla-Chef Elon Musk ist als cholerisch bekannt. Mehrmals soll er gegenüber Angestellten die Fassung verloren haben. Ein Enthüllungsbuch liefert neue Details.

Palo Alto (Kalifornien) – Immer wieder berichten Insider davon, wie Mitarbeiter unter Tesla-CEO Elon Musk (50) zu leiden haben. Der Workaholic gilt nicht nur als visionär, sondern auch als exzentrisch und streng. Schon mehrmals soll er gegenüber Angestellten Wutausbrüche gehabt und manche sogar willkürlich gefeuert haben. Wie schlimm es allerdings wirklich zugehen soll, enthüllt jetzt ein neues Buch des „The Wall Street Journal“-Journalisten Tim Higgins über den streitbaren Geschäftsführer des US-Elektroautoherstellers.

Tesla-Boss Elon Musk: Mitarbeiter eiskalt abserviert – „nichts für schwache Nerven“

Darin beschreibt Higgins mehrere Vorfälle, die an ihn herangetragen worden seien, in denen Musk komplett ausgerastet sei. Einer davon, der in dem Buch mit dem Titel „Power Play: Tesla, Elon Musk, and the Bet of the Century“ (dt. etwa: „Machtprobe: Tesla, Elon Musk und die Wette des Jahrhunderts“) beschrieben wird, soll sich in der Entwicklungszeit des Tesla Model X Plaid zugetragen haben.

Unter anderem habe der 50-Jährige eine Gruppe von Ingenieuren angeschrien und erklärt, dass ihre Arbeit „komplette Sch*“ sei, jeder einzelne musste ihm „sagen, wer er eigentlich ist und was zum Teufel sie machen wollen, um die Fertigung zu verbessern“. Einen anderen Mitarbeiter soll der Tesla-Chef sogar mit den Worten abgekanzelt haben: „Ich dachte, ich hätte dich schon gestern gefeuert.“ („Tesla kann keine Autos bauen“: Experte sauer wegen mieser Qualität)

Links: Elon Musk, rechts: das Enthüllungsbuch „Power Play“ von Tim Higgins (Symbolbild)
Das Enthüllungsbuch lässt an Tesla-Chef Elon Musk kein gutes Haar. (Symbolbild) © Matt Rourke/dpa, Doubleday

Tesla-CEO Elon Musk: Mitarbeiter eiskalt abserviert – macht sein Ego alles kaputt?

Seinen Wutausbrüchen sei sein „ständiger Trieb“ geschuldet, ein preiswertes und zuverlässiges Elektroauto herzustellen, erklärt Higgins weiter. Angeblich soll Musk auf dem Fabrikboden geschlafen und sogar Interviews in T-Shirts gegeben haben, die er drei Tage nicht gewechselt habe. „Und während Musks Visionen, sein Enthusiasmus und seine Disziplin Tesla tragen, drohen sein Ego, seine Paranoia und seine Kleinlichkeit alles zunichtezumachen“, so das Fazit des Buchautors. (Tesla: Überschätzt sich Elon Musk? Er prophezeit gigantische Produktionszahlen)

Denn nur wenige haben die Ausraster des aus Südafrika stammenden Unternehmers „überlebt“. Demnach soll sein persönlicher Assistent, der ihm zwölf Jahre lang treu zur Seite gestanden hat, entlassen worden sein, weil er nach einer Gehaltserhöhung gefragt habe. Gleichzeitig soll er seine Mitarbeiter in einer E-Mail dazu angehalten haben, knallhart zu sein, weil „die Revolutionierung der Industrie nichts für schwache Nerven“ sei. Musk soll seinen Mitarbeitern sogar in Handlungsprotokollen vorschreiben, was sie nach außen sagen dürfen.

Tesla-CEO Elon Musk: Mitarbeiter eiskalt abserviert – Gegenwehr auf Twitter

Im Jahr 2007 wollte der Tesla-CEO angeblich einige Angestellte seines Teams in Detroit, die mitten in der Produktion des Tesla Roadster steckten, von Tesla-Gründer Martin Eberhard hinauswerfen lassen: „Feuer sie alle. Jeden einzelnen von ihnen.“ Als sich Eberhard weigerte, habe ihn Elon Musk daraufhin selbst abserviert. Zudem wird in dem Enthüllungsbuch beschrieben, wie der Tesla-Chef seine Angestellten wochen- und monatelang dazu genötigt hat, auf Abruf bereitzustehen – natürlich auch an Wochenenden. (Tesla: So geht Elon Musks Lieblingsrätsel für Bewerber – wissen Sie die Lösung?)

Als ihm der ehemalige Vizepräsident erklärt, dass sich die Leute auch mal ausruhen müssten, soll ihn Elon Musk angeschrieben haben: „Ich könnte jetzt auch auf meiner Privatinsel mit hüllenlosen Supermodels sitzen und Mai Tais trinken. Stattdessen bin ich in der Fabrik und arbeite mich auf, deshalb will ich nichts darüber hören, wie hart jeder andere hier arbeitet.“ Dass sich der 50-Jährige diese Enthüllungen allerdings nicht gefallen lässt, ist klar. („Kracher“-Gehälter bei Tesla: Das zahlt Elon Musk sogar ungelernten Kräften)

Und über sein Lieblings-Medium Twitter (hier zu sehen) lässt er in einem Post verkünden: „Higgins hat es geschafft, sein Buch sowohl falsch als auch langweilig zu schreiben.“ Doch Higgins gibt nicht klein bei und erklärt ebenfalls in einem Tweet, dass Elon Musk reichlich Gelegenheit gehabt habe, sich zu äußern. Doch er habe es nicht getan.

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