1. 24auto
  2. News

Ärger um „Autopilot“: US-Behörde verklagt Tesla wegen irreführender Werbung

Erstellt:

Von: Sebastian Oppenheimer

Kommentare

Elon Musk hat Ärger im US-Bundesstaat Kalifornien: Eine Behörde hält die „Autopilot“-Werbung für irreführend – und hat Tesla verklagt.

Tesla und der „Autopilot“ – eine Geschichte voller Missverständnisse. Das Grundproblem: der Name – er suggeriert den Kunden etwas, dass das Fahrzeug nicht leisten kann. Der Basis-„Autopilot“ fährt genauso wenig vollautonom, wie die weiterentwickelte und sehr teure Variante „Full Self-Driving“ (FSD). Weil das aber nicht jeder Kunde weiß oder akzeptieren will, kommt es immer wieder zu Unfällen. Noch umstrittener als die Technik selbst: Sogar Beta-Versionen der FSD-Software werden auf öffentlichen Straßen getestet, welche Gefahren dabei auftreten, demonstrieren Nutzer immer wieder in Videos. Nun scheint die Problematik auch bei den US-Behörden angekommen – in Kalifornien wird Tesla nun verklagt.

Elon Musk steht bei der Werks-Eröffnung in Grünheide neben einem Tesla
Ärger für Elon Musk: Eine US-Behörde hat Tesla wegen irreführender Werbung in Bezug auf den „Autopilot“ verklagt. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Ärger um „Autopilot“: US-Behörde verklagt Tesla wegen irreführender Werbung

Wie die „Los Angeles Times“ berichtet, hat die kalifornische Kraftfahrzeugbehörde DMV (Department of Motor Vehicles) den Autobauer wegen irreführender Werbung in Bezug auf „Autopilot“ und „Full Self-Driving“ verklagt. Die Behörde behauptet in ihrer Einreichung, Tesla habe in seinen Werbeaussagen seine Technik leistungsfähiger beschrieben als sie tatsächlich ist. Auf der US-Website von Tesla heißt es zum Beispiel: „Alles, was Sie tun müssen, ist, einzusteigen und Ihrem Auto zu sagen, wohin es fahren soll. Wenn Sie nichts sagen, schaut Ihr Auto in Ihren Kalender und fährt Sie dorthin, wo das Ziel vermutet wird. Ihr Tesla findet die optimale Route und navigiert durch städtische Straßen, komplexe Kreuzungen und Autobahnen.“

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

US-Behörde verklagt Tesla: Autos der Marke können nicht als autonome Fahrzeuge betrieben werden

Eine laut der Einreichung ebenfalls nicht korrekte Werbeaussage auf der Homepage des Elektroauto-Herstellers: „Das System ist so konzipiert, dass es Kurz- und Langstreckenfahrten ohne Zutun des Fahrers durchführen kann.“ Die Behörde ist davon überzeugt, dass die Tesla-Fahrzeuge mit den jeweiligen „Autopilot“- und „FSD“-Systemen zum Zeitpunkt der Werbung nicht als autonome Fahrzeuge betrieben werden konnten und auch aktuell nicht betrieben werden können.

Dem Bericht zufolge könnte die Klage schwerwiegende Konsequenzen für den Elektroautobauer nach sich ziehen: Unter anderem sei ein Verbot der Produktion oder des Verkaufs von Tesla-Fahrzeugen in Kalifornien denkbar. Auch in Deutschland war kürzlich eine Klage gegen Tesla und seinen „Autopilot“ erfolgreich: Das Gericht stufte die Technik als „gefährlich“ ein.

US-Behörde verklagt Tesla: Elektroautobauer muss wahrscheinlich seine Werbeaussagen ändern

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Tesla infolge der Klage seine Werbe-Aussagen ändern, muss. Wie ein Sprecher der Behörde gegenüber der „Los Angeles Times“ sagte, werde das DMV wohl verlangen, dass Tesla die Verbraucher besser über die tatsächlichen Fähigkeiten von „Autopilot“ und „Full-Self“-Driving aufklären muss – und auch entsprechende Warnhinweise zu den möglichen Gefahren veröffentlicht.

Auch interessant

Kommentare