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Tesla mit Warnung vor eigenem Autopilot: „Könnte das Falsche tun“

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Von: Marcus Efler

Ein großes Update erweitert Teslas umstrittene Autopilot-Funktionen. Darin enthalten ist offenbar auch eine kuriose Warnung an nachlässige Fahrer.

Palo Alto – Vor allem drei Dinge lieben Tesla-Fahrer an ihrem Auto: Den elektrischen Antrieb, den riesigen Touchscreen in der Mittelkonsole, und den Autopiloten. Genauer: Das Versprechen eines Autopiloten, das Tesla-CEO Elon Musk seit Jahren gibt. Denn das 7.500 Euro teure Extra, das im deutschen Konfigurator etwas umständlich „Volles Potenzial für autonomes Fahren“ heißt, ist bislang lediglich ein Paket üblicher Assistenz-Systemen wie Abstands-Tempomat- und Spurhaltung. (Tesla Model 2: Wie günstig wird die geplante elektrische Kompaktklasse?)

Tesla warnt vor eigenem Autopilot: „Könnte das Falsche tun“

Kürzlich räumte Musk selber ein, dass die Technologie für voll autonomes Fahren („Level 5“) wohl doch komplexer sei als gedacht: „Ich habe nicht erwartet, dass es so schwer sein würde, aber die Schwierigkeit ist im Nachhinein offensichtlich“. Trotzdem arbeitet der Elektroauto-Pionier weiter unermüdlich an der Vision des autonomen Fahrens: Gerade hat Tesla ein besonders umfangreiches, aber noch als Beta-Version bezeichnetes Update der Assistenz-Systeme ausgerollt. Es soll deren Einsatz nun auch auf Ortsstraßen ermöglichen – bislang sollte man es nur auf Autobahnen oder gut ausgebauten Landstraßen nutzen. Und selbst dann immer aufmerksam bleiben und die Kontrolle über das Auto behalten. (Neues Tesla Model S Plaid entscheidet selbst, ob es vorwärts oder rückwärts fährt)

Tesla Model S Plaid, fahrend
Noch nicht wirklich autonom unterwegs: Tesla, hier das Model S Plaid © Tesla

Tesla warnt vor eigenem Autopilot, um Unfälle zu vermeiden

Jedenfalls in der Theorie. Praktisch nahmen viele Kunden die irreführende Bezeichnung „Autopilot“ wörtlich, schalteten das System ein und verließen sich darauf. Das führte immer wieder zu Unfällen – und bei längst nicht allen blieb es bei Blechschäden. Doch die Hände vom Lenkrad zu nehmen, oder sogar auch den Blick, um beispielsweise ein Video zu gucken, ist auch nach mit der neuesten Software noch nicht vorgesehen, und in fast allen Ländern ausdrücklich verboten. (Zieht Tesla-Boss Elon Musk ernsthaft in einen „Tiny House“-Container?)

Tesla warnt vor eigenem Autopilot: „Das Falsche im ungünstigen Moment“

Deshalb enthält das Update mit dem Titel “Full Self-Driving Beta Version 9“ eine Funktion, die manche vertrauensseligen Tesla-Fahrer irritieren dürfte: Nämlich eine ausdrückliche Warnung, sich auf das System zu verlassen. Ein Twitter-User postete bereits den kuriosen Hinweis, der im Display erscheint: „Die Selbstfahr-Funktion befindet sich noch in einem frühen Beta-Stadium und muss mit zusätzlicher Aufmerksamkeit genutzt werden“, heißt es dort, und: „Sie könnte das Falsche im ungünstigsten Moment tun“. Man solle also bitte die Hände am Lenkrad lassen und auf die Straße achten. („Tesla-Effekt“: E-Auto-Fahrer wirken sofort attraktiver – für SUV-Fahrer gilt das nicht)

Tesla warnt vor eigenem Autopilot – und schaltet die Kamera an

So ganz scheint Tesla aber seinen Kunden nicht zu trauen. Denn das Update schaltet auch die Innenkamera scharf, die bei aktiviertem „Autopilot“ den Fahrer überwacht. Sitzt er nicht aufmerksam am Steuer, ertönt ein Warnsignal. Das stört dann zumindest beim Film gucken – und allem anderem, was man außer Fahren in einem Auto noch so machen kann.

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