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Tempolimit 180 km/h: Auch Renault will abregeln – deutscher Auto-Boss mit Ankündigung

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Von: Marcus Efler

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Nach Volvo regelt auch Renault die Höchstgeschwindigkeit bei 180 km/h ab. Weitere Marken könnten sich anschließen. Auch ein deutscher Auto-Boss äußert sich überraschend.

Boulogne-Billancourt – Kommt ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen? Auf jeden Fall. Allerdings muss es gar nicht per Gesetz verordnet werden, denn die Autohersteller drosseln das Höchsttempo schon freiwillig. Nach Volvo ist jetzt Renault der nächste, der das Spitzentempo seiner Neuwagen auf 180 km/h begrenzt. Das betrifft übrigens auch die Budget-Marke Dacia, auch wenn es da nicht so wirklich ins Gewicht fällt; die Allianzpartner Nissan und Mitsubishi könnten bald folgen. Als Grund nennen die Franzosen ein Zugewinn an Sicherheit. (Dacia Spring Electric im Test: Solider Billig-Stromer mit seltsamer Bedienung.)

Renault-Generaldirektor de Meo stellt auf einer Bühne ein neues Elektroauto vor
Tempobremser: Renault-Generaldirekor Luca de Meo mit dem Elektro-Auto Mégane eVision © Picture Alliance/Eric Piermont

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Dieses Argument ist allerdings umstritten. Denn in der Stadt und auf Landstraßen passieren, statistisch betrachtet, mehr Unfälle als auf der Autobahn. Richtig ist allerdings auch: Wenn es bei hohem Tempo kracht, dann meist mit schweren Personenschäden – sprich Verletzten oder Todesopfern. Und wer 180 km/h fährt, kann einen Crash viel besser vermeiden als ein ganz Eiliger: Sein Bremsweg, also die Strecke vom Beginn einer Vollbremsung bis zum Stillstand, ist nur etwa halb so lang wie der eines Fahrzeuges, das mit 250 km/h fährt. Dazu addiert sich die Reaktions-Sekunde des Fahrers, während der ein Auto logischerweise umso mehr Meter zurücklegt, je schneller es fährt. Die Autohersteller haben aber noch andere Gründe, das Spitzentempo zu drosseln – die sie öffentlich aber nicht so laut nennen. So benötigen künftige Modelle, die maximal 180 km/h fahren, weniger Aufwand bei Entwicklung und Produktion. Nicht nur beim Motor und dessen Leistung, sondern beispielsweise auch bei Bremsen und Fahrwerk. Dazu reicht eine geringere Geschwindigkeitsklasse der Reifen. Daran spart dann später auch der Halter beim Nachkauf. Der Käufer eines Volvo, Renault oder Dacia mag das eingebaute Tempolimit also vielleicht sogar positiv bewerten. (Volvo XC40 Recharge im Alltagstest: Gelungener Stromer – aber Vorsicht mit dem Gasfuß.)

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Doch andere Hersteller, vor allem die deutschen Premiummarken, setzen nach wie vor auf hohes Spitzentempo. Sogar die freiwillige Höchstgrenze von 250 km/h steht praktisch nur noch auf dem Papier. „Autobahngetestet“, und zwar bei einem möglichst hohem Tempo, gehört hier noch zum Prestige. Doch mittlerweile wackelt auch das. Möglich macht´s der Trend zum Elektromobil. Vollgas – besser: Vollstrom zerrt enorm am Akku und minimiert die Reichweite. Das tut auch ein hohes Fahrzeug-Gewicht, das sich leichter reduzieren lässt, wenn das Auto kein sehr hohes Tempo erreicht. Der Audi E-Tron beispielsweise regelt bei 200 km/h ab, obwohl er mit seinen 408 PS deutlich schneller sein könnte. Audi-Chef Markus Duesmann versucht derweil schon mal, die Kunden auf den Abschied von der Tempojagd einzustimmen: „Mit der E-Mobilität“, so sagte er in einem Interview mit „Chip“ und „Focus Online“, werde „ohnehin eine persönliche Haltung kommen, nicht mehr in die ganz hohen Geschwindigkeitsbereiche zu gehen – und somit eine Art freiwilliges Tempolimit“.

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