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Tempobremse in allen Neuwagen: So funktioniert die neue EU-Regelung

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Von: Marcus Efler

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Wer ist ISA? Eine strenge Beifahrerin, die bald in jedem neuen Auto sitzt und das Tempo überwacht. Die EU macht dieses Assistenz-System zur Pflicht – so kann man es austricksen.

Brüssel – Wer ein relativ neues Auto besitzt, kennt diese Funktion bereits: Wichtige Verkehrsschilder, etwa Tempolimits, werden ins Cockpit eingeblendet. Diese oft schon serienmäßige Verkehrszeichen-Erkennung kann ganz schön praktisch sein. Denn im Schilderwald auf Deutschlands Straßen kommt es schon mal vor, dass man gerade nicht weiß, wie schnell man überhaupt fahren darf.

Wer ganz sicher vor Tempo-Verstößen und den gerade wieder erhöhten Bußgeldern sein will, nutzt eine ebenfalls immer weiter verbreitete Funktion – nämlich den automatischen Speed-Limiter. Diese spezielle Einstellung des Tempomat-Systems koppelt die maximal mögliche Geschwindigkeit des Fahrzeugs an das gerade angezeigte Tempolimit. (Moderne Navis: Die neuesten Systeme beziehen sogar diese Verkehrszeichen mit ein)

Tempobremse in Neuwagen: So funktioniert die neue EU-Regelung

Eine praktische Sache – doch Hand aufs Herz: Wer nutzt diese freiwillige Tempobremse Verkehrsalltag wirklich? Künftig übernimmt das Auto das von ganz allein. Dafür sorgt einmal mehr die EU: Ab 6. Juli 2022 müssen nämlich sämtliche neu entwickelten Fahrzeuge, Pkw ebenso wie Transporter, Lkw und Busse über eine Technik namens „Intelligent Speed Assistance“ (deutsch: „Intelligenter Tempo-Assistent“), kurz ISA, verfügen. Zwei Jahre später müssen es dann generell alle Neuwagen an Bord haben. (US-Kongress fordert Alkoholtest-Technik in Neuwagen – und zwar schon bald)

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Verkehrsschild 120 km/h an Autobahn (Symbolbild)
Tempo-Begrenzungen sollen bald automatisch in das Fahrzeug eingespeist werden. (Symbolbild) © Carsten Rehder/dpa

Tempobremse in Neuwagen: Fahrer kann ISA überstimmen

Dank der Verkehrszeichen-Erkennung über Kamera oder auch GPS-Ortung (inklusive Abgleich mit aktuellen Karten von Google und anderen Anbietern) weiß ISA immer, welches Tempo geboten ist, und drosselt entsprechend das Tempo. Das soll allerdings nicht abrupt über Bremseingriff geschehen, sondern eher sanft durch Reduzieren von Gas oder Strom – so als gehe der Fahrer vom rechten Pedal.

Der kann das System übrigens jederzeit mit seinem Fuß überstimmen und es auch komplett abschalten. Allerdings muss ISA bei jedem Neustart des Autos automatisch wieder aktiviert sein. Die EU erhofft sich von diesem doch recht erheblichen Eingriff eine Reduzierung der Opfer von Verkehrsunfällen um europaweit 20 Prozent.

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