Over-the-Air nicht möglich

Nagelneuer VW ID.3: Erst mal zum Update in die Werkstatt – das ist der Grund

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Stolz präsentierte VW-Chef Herbert Diess kürzlich Tesla-CEO Elon Musk das E-Auto ID.3, zusammen drehten sie damit sogar eine Runde. Doch zumindest an einer Stelle hat der Elektro-VW offenbar Nachholbedarf.

Wolfsburg/Zwickau – Selten hatte ein Auto eine so große Bedeutung für einen Automobilkonzern wie der VW ID.3 für Volkswagen. Der Stromer soll den Branchenriesen aus Wolfsburg ins Elektroauto-Zeitalter katapultieren und dabei ähnlich erfolgreich werden wie der VW Golf als Verbrenner. Doch schon vor der Einführung hatte es beim elektrischen Kompaktmodell gehakt: Unter anderem verzögerten Probleme mit der Software den Marktstart. Nun werden die ersten Modelle ausgeliefert, doch die frühen Käufer müssen dann mit ihrem fast neuen Auto erst einmal in die Werkstatt – zum Update.

Neuer VW ID.3: Erst mal zum Update in die Werkstatt – das ist der Grund

Für Verbrenner-Kunden ist ein Werkstatt-Besuch etwas Normales – anders lassen sich viele Probleme nicht lösen. Doch bei modernen Elektroautos spielt die Software eine größere Rolle und sie lässt sich beispielsweise bei Tesla per Over-the-Air-Update aktualisieren. Das heißt: Das Update erfolgt über WLAN beziehungsweise das Mobilfunknetz. Natürlich hilft einem das nicht bei einem Plattfuß, doch wenn das Radio streikt oder das Navi ruckelt, kann solch eine drahtlose Aktualisierung meist das Problem beseitigen. Praktisch ist zudem die Möglichkeit, neue Funktionen aufzuspielen: Das können technische Spielereien sein, aber auch beispielsweise Verbesserungen bei der Performance des Fahrzeugs.

Der nagelneue VW ID.3 muss erst mal zum Update in die Werkstatt.

Neuer VW ID.3: Auch der Porsche Taycan muss zum Update in die Werkstatt

Natürlich ist auch bei Tesla nicht alles Gold, was glänzt – beispielsweise häufen sich Berichte über schwere Qualitätsmängel beim Model Y (Tesla Model Y: Besitzer stößt auf Pfusch-Konstruktion mit Baumarktteilen) – doch Over-the-Air-Updates gibt es beim US-Autobauer schon länger. Erst kürzlich hat der von Elon Musk gelenkte Konzern dadurch eine wichtige Funktion nachgerüstet (Tesla: Software-Update bringt vor allem diese überfällige Funktion).

Auch Porsche musste gerade eingestehen, dass der Taycan ein Software-Update braucht, das nicht per Funk aufgespielt werden kann. Im Netz äußerten viele Nutzer ihren Unmut darüber, schließlich handelt es sich beim Taycan um ein Auto, das schon in der Basis mindestens 100.000 Euro kostet (Porsche Taycan: Von wegen Over-the-Air-Update – alle müssen in die Werkstatt).

Neuer VW ID.3: Aus diesem Grund klappt das Over-the-Air-Update nicht

Und auch den frühen VW-ID.3-Kunden wird es nicht anders gehen. Sie müssen für ein großes Update in die Werkstatt, obwohl die ganze ID-Autofamilie Over-the-Air-Updates können soll. Ab dem vierten Quartal werden die ID.3 mit dem Software-Update bespielt. Wie Volkswagen-Sprecherin Sonja Tyczka auf Anfrage von 24auto.de mitteilt, beinhaltet die Aktualisierung „diverse Verbesserungen“ der aktuellen Software. „Dazu gehört im Wesentlichen die 3D-Projektion des AR Head-up-Display, Online-Navigation und App Connect.“ Als Grund dafür, warum das Update nicht over the Air eingespielt werden kann, gibt VW unter anderem die sehr große Datenmenge an. „Darüber hinaus muss das AR Head-up-Display in der Werkstatt kalibriert werden, um korrekte und punktgenaue Anzeigen in der Projektion sicherzustellen.“ Bei der Werkstatt-Aktualisierung handele es sich laut Sonja Tyczka um eine einmalige Aktion: „Weitere Updates können zukünftig over the Air aufgespielt werden.“

Rubriklistenbild: © Volkswagen

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