Euro-NCAP-Crashtest

Hier zerschellt ein VW ID.3: Ist der Volksstromer wirklich sicher genug?

Aufnahme eines VW ID.3 beim Frontalcrash
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Beim Frontalcrash gibt der Volkswagen ID.3 eine gute Figur ab.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Der frisch gestartete ID.3 soll VW in eine erfolgreiche Zukunft als Elektroautohersteller führen. Kann der Kompakt-Stromer die wichtige Hürde beim Crashtest auf dem Weg in die Erfolgsspur nehmen?

Löwen (Belgien) – Die Sicherheitsexperten der Euro NCAP (= Gesellschaft aus europäischen Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbänden) haben sich den elektrischen Wolfsburger vorgenommen. Im Vergleich mit dem VW Golf 8 hat der ID.3 aber an der einen oder anderen Stelle noch Verbesserungspotenzial. Vor allem beim Seitenaufprall kann der Volksstromer nicht zur Gänze überzeugen. (VW ID.3: Software total unausgereift – diese 22 Fehler nerven richtig)

Beim Frontalcrash wie auch bei einer Heckkollision bietet der stets fünftürige ID.3 seinen Insassen dagegen großen Schutz. Erhöhte Verletzungsgefahr für den Fahrer wurde lediglich im Brustbereich attestiert. Beim seitlichen Crash gab es nur 11,4 von 16 möglichen Punkten. Zwar kann dabei ein Center-Airbag den Zusammenprall der Frontinsassen verhindern, doch wenn der Fahrer alleine ist, verhindert der Airbag nicht, dass er mit dem Kopf gegen die Tür schlagen kann. Insgesamt konnte der ID.3 für den Insassenschutz erwachsener Fahrgäste dennoch 87 Prozent einheimsen. Zum Vergleich: Der Ende 2019 getestete Golf 8 erreichte hier sogar 95 Prozent. (Opa (89) crasht Autohaus mit nagelneuem VW ID.3 – dabei war es nur eine ...)

Hier zerschellt ein VW ID.3: Ist der Volksstromer wirklich sicher genug?

88 Prozent fuhr der ID.3 für die Ausstattung mit Assistenzsystemen ein. In allen Ausstattungsvarianten bietet er bereits den Spurhalteassistenten „Lane Assist“ und den Notbremsassistenten „Front Assist“. Der Golf 8 erreichte in diesem Kapitel nur 78 Prozent. Gleichauf liegen Golf 8 und ID.3 bei der Kindersicherheit, für die Euro NCAP jeweils 89 Prozent vergeben hat. Volle Punktzahl, also 24 von 24 Punkten, wurde für die Crashsicherheit auf der Rückbank des ID.3 vergeben. (Nagelneuer VW ID.3: Erst mal zum Update in die Werkstatt – das ist der Grund)

Verbesserungspotenzial haben die Tester vor allem im Bereich Fußgängerschutz beim ID.3 identifiziert. Wie viele andere Autos werden auch hier die A-Säulen als zu hart bemängelt. Weiterer Kritikpunkt: Das Notbremssystem bietet zwar eine Fußgängerkennung, die jedoch beim Abbiegen an einer Kreuzung querende Personen werden nicht erkennt. Deshalb schneidet der ID.3 beim Kapitel Fußgängerschutz mit insgesamt 71 Prozent schlechter als in den anderen Testbereichen ab. Das trifft auch auf den Golf 8 zu, der mit 76 Prozent allerdings auch hier leicht besser benotet wurde. Dennoch fährt der ID.3, wie schon der Golf 8, ein Gesamtergebnis ein, das sich durchaus sehen lassen kann: Die Bestbewertung von fünf Sternen ist ihm sicher. (VW-Chef Herbert Diess mit ID.3 im Urlaub – „wie bei einem Dacia“) (Von Mario Hommen/SP-X)

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