Sparmaßnahme oder Revolution?

Tesla: Neue Mega-Maschine für Produktion – doch eine Frage beschäftigt das Netz

  • Sebastian Oppenheimer
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In der Tesla Factory in Fremont (USA) geht offenbar bald eine riesige Druckgießmaschine in Betrieb. Die Anlage soll die Karosserie-Herstellung revolutionieren. Tesla-CEO Elon Musk ist schon mal begeistert, das Netz hat allerdings Zweifel.

  • Im Tesla-Werk in Fremont wird offenbar aktuell eine Mega-Druckgießanlage installiert
  • Die neue Anlage soll die Kosten senken und die Tesla-Fahrzeuge leichter machen
  • Doch eine Frage zur neuen Technik beschäftigt das Netz

Fremont, Kalifornien (USA) – Es ist eine Maschine, die den Automobilbau revolutionieren könnte: Der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla steht offenbar kurz vor dem Einsatz einer neuartigen Druckgießmaschine, die die Karosserie des Tesla Model Y in einem Stück herstellen kann – zumindest auf lange Sicht. Zunächst einmal soll sie jedoch aus vier Einzelstücken gefertigt werden, doch auch das wäre ein großer Schritt, denn bislang wurde die Karosserie des Fahrzeugs laut Tesla aus 70 Einzelteilen zusammengesetzt. Im Netz wird nun wild diskutiert, ob diese neue Fertigungsmethode Tesla wirklich nur Vorteile bringt – oder für den Kunden sogar Nachteile hat.

Tesla Mega-Maschine: „Es wird erstaunlich sein, sie in Aktion zu sehen!“

Dass es sich bei den neuen Anlage nicht nur um ein Gerücht handelt, zeigt ein Tweet von Elon Musk (49): „Es wird faszinierend sein, sie in Aktion zu sehen! Größte Druckgießmaschine aller Zeiten. Sie wird das hintere Karosserieteil in einem Stück herstellen, einschließlich der Stoßstange.“ Das Patent für die gigantische Druckgießmaschine hat der Elektroautobauer aus Kalifornien (Mann tauscht brandneuen Tesla gegen gebrauchten Golf – „Billigauto mit teurer Batterie“) bereits vor rund einem Jahr angemeldet. Nun berichtet der Blog „Tesmanian“, dass der Einsatz unmittelbar bevorstehe. Wie es in dem Patent heißt, soll die Maschine die Bauzeit der Fahrzeuge verringern, weniger Platz in der Fabrik verbrauchen und außerdem sowohl die Betriebskosten als auch die Herstellungskosten senken.

Die Karosserie des Tesla Model Y soll bald in einem Stück gefertigt werden.

Tesla Mega-Maschine: „Wir gehen von 70 Teilen auf vier, dann auf eines“

„Tesmanian“ zitiert Elon Musk aus einem Interview im „Ride the Lightning“-Podcast: „Wir gehen von einer Vielzahl von Pressteilen zu Aluminiumdruckguss über. Wir gehen von 70 Teilen auf vier, dann auf eines.“ Neben den Kosten will der Tesla-Chef (Tesla-Chef Elon Musk zum Autopilot-Urteil: „Es ist idiotisch“) mit der neuen Technik auch das Gewicht der Fahrzeuge senken. Weniger Gewicht würde automatisch eine höhere Reichweite für die Fahrzeuge bedeuten. Sowohl das neue Tesla-Werk in China als auch die Tesla Gigafactory in Grünheide sollen eine solche Druckgussmaschine bekommen.

Tesla Mega-Maschine: Wie steht es um die Reparatur?

Doch ob eine Karosserie aus reinem Aluminiumguss wirklich nur Vorteile bringt, ist fraglich. Enorm wichtig ist im Automobilbau unter anderem die Steifigkeit von Fahrzeugen, wofür andere Hersteller teils enormen Aufwand in der Karosserie-Herstellung betreiben. Viele setzen dafür verschiedenste Materialen ein: Die Karosserie eines Audi A8 besteht zum Beispiel aus Aluminium, Stahl, Magnesium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dafür wiederum sind innovative Verbindungstechniken nötig, denn nicht alle Materialien lassen sich mit einander verschweißen – manches muss geklebt oder verschraubt werden. Dabei ist jede Menge Know-how gefragt, was wiederum viel Geld kostet. Ob die reinen Guss-Karosserien von Tesla (Elon Musk (Tesla): Jetzt werden doch Batterien in der deutschen Gigafactory produziert) mit bisherigen Herstellungsmethoden mithalten können? In den Sozialen Medien jedenfalls taucht die Frage auf, warum andere Autobauer bislang nicht auf diese Idee gekommen sind.

Außerdem rätseln im Netz viele darüber, was bei einem Unfall passiert. „Wie soll man das Auto reparieren können, wenn man die Teile nicht austauschen kann?“, fragt etwa ein Nutzer auf Twitter. Und selbst wenn man es reparieren könnte, was würde das kosten, fragt ein anderer. Unklar ist außerdem, ob die Kostenvorteile, die Tesla (Ukrainer baut eigenen Cybertruck – doch die Tesla-Kopie fährt gar nicht mit Strom) durch die neue Technik angeblich entstehen, an die Kunden weitergegeben werden.

Rubriklistenbild: © Tesla

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