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Schwere SUV als Plug-in-Hybride – Reinfall oder günstiger Kompromiss?

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Von: Christian Schulz

Der Plug-in-Hybrid gilt als günstiger Kompromiss zu einem vollelektrischen E-Auto. Doch Vorsicht: Bei der Effizienz weiß er nur äußerst selten zu überzeugen.

München – Ein Fakt gilt leider allzu oft: Plug-in-Hybride sind beim Verbrauch meist nur Mittelmaß. Das beweist nun erneut ein Eco-Test des ADAC: Lediglich zwei von zehn Pkw-Modellen mit dieser Art der Antriebstechnik konnten überzeugen. Vor allem ein hohes Gewicht ist ein Problem für die Effizienz. Ein Pferdefuß beim SUV. (Plug-in-Hybride: Nur wirklich sinnvoll, wenn ihre Fahrer ...)

Ein Hyundai Ioniq steht auf einem Parkplatz vor der Kulisse einer Großstadt.
Gehört zu den Effizienteren seiner Zunft: Der Hyundai Ioniq ist als Plug-In-Hybrid relativ sparsam. © Hyundai

Schwere SUV als Plug-in-Hybride – Mogelpackung oder günstiger Kompromiss?

Als einigermaßen sparsam gehen bei den Experten des größten deutschen Automobilclubs bei ihrem Praxistests lediglich zwei Modelle durch: Der Hyundai Ioniq mit einem nachgewiesenen Verbrauch von 3,1 Litern und 8 kWh auf 100 Kilometern – und der Volvo V60 T6 Twin Engine mit 4,7 Litern und 7,6 kWh. Sowohl der Südkoreaner als auch der Schwede erreichten eine Bewertung von vier Sternen. Gestartet wurden beide Plug-in-Hybridfahrzeuge jeweils mit voller Batterie – außerdem flossen die Ergebnisse für die reine Verbrennerfahrt genauso in die Gesamtbewertung ein, wie die der reinen Elektro-Fahrt. (Aus für Verbrennungsmotor schon 2025? Die deutsche Autoindustrie fürchtet sich)

Sämtliche anderen Plug-in-Hybride im Test des ADAC schnitten schlechter ab. Bei Kia Ceed Sportswagon, Peugeot 3008 Hybrid4, Audi A6 50 TFSIe, Mercedes-Benz B 250 e und VW Passat Variant GTE reichte es wenigstens noch für drei Sterne. Lediglich zwei Sterne gab es jedoch für den BMW X3 xDrive 30e. (Toyota-E-Auto mit Feststoff-Akku: Extrem kurzes Laden für hunderte Kilometer Reichweite)

Ein Volvo V60 T6 Twin Engine fährt durch die Straße einer Stadt.
Schnitt im Vergleich der Plug-In-Hybride gut ab: Der Volvo V60 T6 Twin Engine aus Schweden. © Volvo

SUV Plug-in-Hybride im Eco-Test des ADAC: Öko-Schlusslicht ist der Mercedes-Benz GLE

Ganz am Ende des illustren Kandidatenfelds landeten der Mercedes-Benz GLE 350 de, der als einziger einen Diesel mit Elektroantrieb kombiniert, sowie der BMW X5 xDrive 45e. Bei beiden Oberklasse-SUV sorgt vor allem ihr hohes Gewicht für einen stark erhöhten Stromverbrauch. Beim BMW betrug er 20,9 kWh – beim Mercedes-Benz gar 22,5 kW. Da konnte auch der für diese Gewichtsklasse vergleichsweise geringe Durst nach konventionellem Sprit nichts mehr am ernüchternden Ergebnis von einem Stern verbessern. Nicht das einzige Problem für den schwäbischen Autobauer: Wie bw24.de berichtet*, drohen Mercedes sogar Fahrverbote für seine E-Autos – wegen der Feinstaubbelastung. (Wallbox: So finden Sie den richtigen Lader für Ihr Zuhause – so viel Geld gibt’s vom Staat)

Ein Mercedes-Benz GLE 350 de fährt auf einer Straße in der Stadt.
Stromfresser aus Schwaben: Der bullige Mercedes-Benz GLE 350 de schnitt im Vergleichstest des ADAC besonders schlecht ab. © Mercedes-Benz

Der ADAC rät für die optimale Nutzung von Plug-in-Hybriden dazu, diese regelmäßig aufzuladen. Dies sollte spätestens alle 100 Kilometer erfolgen. Nur auf diese Weise wird das CO2-Minderungspotenzial des zusätzlichen Elektromotors überhaupt ausgeschöpft. Wegen der begrenzten Reichweite sind Plug-in-Hybride daher vor allem für Verbraucher interessant, die wenig weitere Strecken zurücklegen – und zuhause oder im Büro, beziehungsweise an ihrem Arbeitsplatz, laden können. Wenn das nicht möglich ist, sollten Sie tunlichst aufpassen, dass es ihnen nicht so ergeht, wie einem Paar im Porsche Taycan – das eine Horror-Odyssee von neun(!) Stunden hinter sich bringen musste, um etwas mehr als 200 Kilometer zurückzulegen. (Mit Material von SP-X) *bw24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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