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Schnellste Ladesäule der Welt vorgestellt – aber die Sache hat einen Haken

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Von: Sebastian Oppenheimer

In weniger als drei Minuten Strom für 100 Kilometer Reichweite tanken? Ein Schweizer Unternehmen verspricht jetzt genau das für seine neuen Ladesäulen.

Zürich – Die E-Mobilität kommt immer mehr in Fahrt – doch es sind vor allem zwei Knackpunkte, die aktuell noch viele potenzielle Käufer vom Erwerb eines Elektroautos abhalten: die Reichweite und die relativ lange Ladedauer im Vergleich zur Betankung eines Verbrenners. Doch beim Laden macht die Technik immer größere Fortschritte. Nun hat ein Schweizer Technologiekonzern die nach eigenen Angaben schnellste Ladesäule der Welt entwickelt. Das System ist angeblich in der Lage, ein Elektroauto in 15 Minuten oder weniger komplett aufzuladen. Doch die Sache hat einen Haken. (Elektroautos im ADAC-Ecotest: Das sind die größten Stromschlucker)

Schnellste Ladesäule der Welt vorgestellt – aber die Sache hat einen Haken

Die Supercharger von Tesla gelten schon als schnell, laden mit einer Leistung von bis zu 250 kW – und der Output soll auf bis zu 300 kW gesteigert werden. Die wohl schnellsten Ladesäulen stellt aktuell Ionity auf – das Unternehmen ist ein Zusammenschluss mehrerer Automobilhersteller, darunter Daimler, BMW, Ford, Audi, Porsche und Hyundai. Die Stromtankstellen bringen es auf eine Ladeleistung von bis zu 350 kW.

Computeranimation mit Ladesäulen von ABB
Die Ladesäule Terra 360 der Firma ABB ist mit einer Ladeleistung von bis zu 360 kW nach eigenen Angaben die schnellste der Welt. © ABB

Die Schweizer Firma ABB hat diesen Wert nun überboten – um zehn kW. Ihre Säule namens Terra 360 bietet eine Ladeleistung von bis 360 kW – vier Fahrzeuge können gleichzeitig daran geladen werden. Auf den Markt kommen soll die Super-Ladesäule noch in diesem Jahr. (Elektroautos im Einheits-Design: Darum kommen so viele Stromer als SUV)

Schnellste Ladesäule der Welt vorgestellt – in drei Minuten Strom für 100 Kilometer

In weniger als drei Minuten soll die Terra 360 in ein Elektroauto Strom für eine Reichweite von 100 Kilometern einspeisen können. Zum Vergleich: Wallboxen für die heimische Garage leisten aktuell zumeist 11, beziehungsweise maximal 22 kW – allerdings auch nur dann, wenn der Hausanschluss das hergibt. Das ist also nur ein Bruchteil der Ladeleistung der ABB-Ladesäule, dementsprechend länger dauert der Ladevorgang. (Lucid mit Reichweiten-Rekord: Neues Elektroauto schockt Tesla und Mercedes)

Schnellste Ladesäule der Welt vorgestellt – Ladeleistung ist eher theoretischer Wert

Das Problem sowohl bei der gigantischen Ladeleistung von Ionity als auch beim neuen Spitzenreiter ABB: Die enorme Stromzufuhr kann kaum ein Stromer wirklich verarbeiten. Und somit bleibt die Mega-Ladeleistung momentan eher ein theoretischer Wert. Selbst ein Premium-SUV wie der Audi e-tron etwa lädt maximal mit bis zu 150 kW, ein Porsche Taycan mit maximal 270 kW. Bei kompakteren Autos mit kleinerer Batterie ist es meist deutlich weniger.

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