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Porsche plant Service-Revolution: Autos sollen Probleme frühzeitig erkennen

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Von: Simon Mones

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Ungeplante Werkstattbesuche sind ärgerlich. Porsche möchte diese in Zukunft verhindern und setzt dafür auf moderne Technik.

Stuttgart – Es ist eine Situation, die wohl jeder Autofahrer kennt: Man steigt in sein Fahrzeug, fährt los und merkt, dass etwas nicht stimmt. Also ab in die Werkstatt, um den Fehler zu suchen – das kann aber länger dauern und unschöne Kosten verursachen. Wäre es nicht praktisch, wenn das Auto schon wüsste, dass etwas kaputtgeht, bevor es so weit ist?

Genau daran arbeitet Porsche. Der Sportwagenhersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen will es seinen Kunden ermöglichen, die Werkstatt aufzusuchen, noch bevor ein Defekt auftritt. Möglich machen sollen das moderne Technik und ein sogenannter „digitalen Zwilling“ des jeweiligen Fahrzeugs. Inzwischen wird das Projekt von der Automotive-Software-Tochter im Volkswagen-Konzern mit Namen Cariad. „Die Entwicklung findet dabei in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Marken statt und wird individuell für die jeweiligen Modelle umgesetzt“, erklärte ein Porsche-Sprecher auf Anfrage von 24auto.de (Porsche verteidigt Verbrenner-Verbot – doch was wird aus 911-Baureihe?)

Porsche plant Service-Revolution: Autos sollen Probleme frühzeitig erkennen

Porsche möchte so die Inspektionen seiner Fahrzeuge individueller gestalten, denn oftmals fänden die festgelegten Service-Intervalle nicht zum richtigen Zeitpunkt statt. Das liegt daran, dass die unterschiedlichen Teile im Fahrzeug sich unterschiedlich stark abnutzen. Das hängt auch davon ab, wie der Kunde sein Auto fährt. (Auto in der Werkstatt? Mit diesem Tipp können Sie sich Reparaturkosten sparen)

Ein Porsche Taycan und sein „digitaler Zwilling“
Porsche erstellt künftig „digitale Zwillinge“ seiner Autos. © Porsche AG

Wie aber will Porsche künftig unnötige Werkstattbesuche verhindern? Hier kommt der „digitale Zwilling“ ins Spiel. Porsche will künftig sozusagen zwei Fahrzeuge ausliefern: ein echtes und eins in der Datenbank, das mit Daten gefüttert wird, die der Sportwagen auf der Straße sammelt. Mithilfe von künstlicher Intelligenz wird so der Zustand des echten Fahrzeugs rekonstruiert. (Bugatti Veyron muss zur Inspektion: Ölwechsel kostet so viel wie neuer VW Golf)

Porsche plant Service-Revolution: System erst mal für Fahrwerkskomponenten

Fürs Erste liegt der Fokus jedoch auf den Fahrwerkskomponenten wie etwa der Luftfederung etwa des Taycan. Im Rahmen des Pilotprojekts „Digital Chassis“ werden daher Daten der Aufbaubeschleunigung erfasst und via Porsche Connect an einen zentralen Server übertragen. Eine Anwendung vergleicht die Werte des individuellen Wagens mit den Flottendaten. Bei Unregelmäßigkeiten wird der Fahrer dann über das Infotainment-Display aufgefordert, die Werkstatt aufzusuchen. (Porsche Taycan Facelift: Viele neue Farben – und ein Kritikpunkt weniger)

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Entspricht ein Wert nicht der Norm, kann also direkt ein Werkstatt-Termin vereinbart werden, ehe tatsächlich etwas kaputtgeht. Dabei setzt Porsche auch auf die Daten anderer Modelle, durch die noch genauere Prognosen möglich werden sollen. Außerdem will man in Zuffenhausen die Entwicklung weiterer Bauteile analysieren, aus diesen Daten soll dann mithilfe des Systems eine Art Abnutzungsmuster entstehen. So will Porsche auch Vorhersagen für Bauteile ermöglichen, die keinen eigenen Sensor haben. (Subaru-Scheunenfund erweist sich als Glückstreffer – und bringt richtig Geld)

Noch befindet sich das System in der Erprobungsphase. Wenn es in Serie geht, könnte es jedoch nicht nur die Wartungsintervalle und Werkstattempfehlungen beeinflussen, sondern auch bei der Bestimmung der Restwerte von Gebrauchtwagen helfen. Wie Porsche gegenüber 24auto.de erklärt, könnte das System in Teilen „bereits kommendes Jahr in Serie gehen“.
 

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