Premiere im EQS

Hyperscreen von Mercedes: Das steckt wirklich hinter dem neuen Riesen-Bildschirm

Der von Mercedes vorgestellte Hyperscreen
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Der „Hyperscreen“ wird seine Premiere im Elektro-Flaggschiff Mercedes EQS feiern.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Für sein E-Auto-Flaggschiff EQS hat Mercedes-Benz nun ein Art Riesen-Display präsentiert – allerdings haben die Stuttgarter Designer beim Hyperscreen schon ziemlich getrickst.

Stuttgart – Das Model S von Tesla ist nicht allein des Antriebs wegen ein Erfolg geworden. Eine nicht zu vernachlässigende Anziehungskraft hatte auch immer der riesige Touchscreen in der Mittelkonsole des US-Elektropioniers. Mercedes-Benz macht das Display bei seinem neuen E-Auto-Flaggschiff EQS noch eine Nummer größer: Der nun vor der Premiere des Fahrzeugs vorgestellte „MBUX Hyperscreen“ deckt das komplette Armaturenbrett von einer Fahrzeugseite zur anderen ab. Doch es hat einen Grund, warum Mercedes nicht von Riesen-Display, sondern von „Bildschirmeinheit“ spricht. (Ex-Fabrikarbeiter demoliert Dutzende Vans in Mercedes-Werk mit Bagger – der Grund ist rätselhaft)

Aussichtsreicher Kandidat auf den gigantischsten Screen in einem Auto war zuletzt der chinesische Hersteller Byton, der jedoch aktuell in Schwierigkeiten steckt und die Markteinführung seines SUV-Modells M-Byte erst mal verschieben musste. Das riesige Display des Byton wirkte auf Automessen ziemlich beeindruckend. Allerdings dürfte diese Größe von Bildschirm nicht nur aufwendig in der Herstellung – sondern auch dementsprechend teuer sein.

Das mittlere Display des „Hyperscreen“ hat die größten Abmessungen der insgesamt drei verbauten Bildschirme.

Mercedes-„MBUX Hyperscreen“: Was in Wahrheit hinter dem neuen Riesen-Bildschirm steckt

Mercedes jedenfalls geht bei den Anzeigen im EQS einen anderen Weg. Der Name „Hyperscreen“ suggeriert ein großes, durchgängiges Display – was aber nicht der Fall ist. Genau genommen handelt es sich um drei einzelne Bildschirme, die sich unter einer gemeinsamen Glasplatte befinden, in die zudem noch zwei massive Lüftungsdüsen eingelassen sind. Der Hersteller formuliert es so: „Mehrere Displays gehen scheinbar nahtlos ineinander über und ergeben ein beeindruckendes, gewölbtes Bildschirmband.“ Letztlich sind es eben doch nur drei Einzelbildschirme, die schick und geschickt so verpackt wurden, das eine gemeinsame Fläche entsteht. Dennoch bietet wohl kaum ein Auto in der nächsten Zeit so viel Display wie der Mercedes EQS. (Mercedes-Maybach GLS 600: So was gibt’s nicht mal in Bentley und Rolls-Royce)

Dort, wo später das Lenkrad sitzt, findet sich ein Zentralinstrument für den Fahrer, auf dem vor allem Fahrinformationen zu finden sein werden. Rechts daneben schließt ein großer Bildschirm an, der im Kern die Navikarte darstellt, aber auch Bedienflächen für die Klimatisierung vorhält. Vor dem Beifahrer schließlich ist das dritte Display platziert, das beispielsweise Filme oder Ziergrafiken darstellt. Unterhalb der Bildschirmfläche sorgen insgesamt 12 Vibrationsmotoren für haptische Rückmeldung. Beeindruckend sind die technischen Daten, die hinter dem „Hyperscreen“ stecken und so manchen Laptop alt aussehen lassen: 8 CPU-Kerne, 24 Gigabyte RAM und 46,4 GB pro Sekunde RAM-Speicherbandbreite.

Mercedes-„MBUX Hyperscreen“: Künstliche Intelligenz soll Bedienung erleichtern

Gesteuert wird die Darstellung auf den drei Bildschirmen über die neueste Ausbaustufe des 2018 eingeführten MBUX-Bediensystems. Künstliche Intelligenz soll dabei eine Überfrachtung der Bildschirmgrafik verhindern und dem Fahrer stets die passenden Funktionen anbieten. Wer etwa auf dem Nachhauseweg immer einen bestimmten Kontakt anruft, bekommt einen entsprechenden Anruf künftig an diesem Wochentag und zu dieser Uhrzeit vorgeschlagen. Wer immer die Massagefunktion aktiviert, sieht direkt nach dem Einsteigen die passende Schaltfläche. (YouTuber testet Keramikversiegelung auf alter Mercedes E-Klasse – Netz ist geteilter Meinung)

Premiere feiert der Hyperscreen in der ersten Jahreshälfte im Mercedes EQS, dem künftigen Elektroauto-Flaggschiff der Marke, das 700 Kilometer Reichweite bieten soll. Mit dessen großem Display erreicht der schon länger laufende Trend zu Riesenbildschirmen einen neuen Höhepunkt. Ursprünglich gesetzt hatte diesen 2009 das Model S von Tesla. Auch in der aktuellen und der vorangegangenen Mercedes S-Klasse finden sich ausladende Bildschirmsysteme. Mit dem Honda e haben sie seit 2019 auch in der Kleinwagenklasse Einzug gehalten. (Mit Material von SP-X)

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