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Entspannung während der Fahrt: So funktionieren Massagesitze im Auto

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Von: Sebastian Oppenheimer

Die Massagesitze eines Mercedes.
Massagesitze: So nobel wie in diesem Mercedes muss es nicht zugehen – mittlerweile gibt sie es selbst in Kleinwagen. © Hersteller

Rückenschmerzen sind bei langen Autofahrten keine Seltenheit. Ein wenig Erleichterung können in diesem Fall Massagesitze bringen. Diese Technik steckt dahinter.

München – Einst war das Auto das Symbol für Freiheit: Mit dem VW Käfer fuhr man nach Rimini an den Strand, mit dem Volvo-Kombi nach Schweden zum Campen. Der Wagen selbst war damals Mittel zum Zweck, das Ziel war das Ziel. Inzwischen ist das Auto viel mehr als nur ein Transportmittel: Wir telefonieren während der Fahrt, arbeiten im Fond an wichtigen Akten oder drehen per digitalem Sprachassistenten (Warum manche Sprachassistenten im Auto oft nur Bahnhof verstehen) von unterwegs schon mal die Heizung zuhause hoch. Das Auto ist zum Büro und zum rollenden Wohnzimmer geworden, und wir verbringen – nicht zuletzt ob stetig wachsender Staus – immer mehr Zeit in den Fahrzeugen. 

Ein Blick auf die Rückbank des Bentley Flying Spur.
Die Massagesitze im Bentley Flying Spur sind klimatisiert – dazu gibt es reichlich Beinfreiheit. © Hersteller

Massagesitze gab es früher nur in der Oberklasse – heute sind sie sogar in Kleinwagen erhältlich

Kein Wunder, dass die Hersteller ihre Autos zunehmend auch zu Wellness-Oasen aufrüsten. War früher die Sitzheizung das Höchste der Gefühle, werden inzwischen auch das Lenkrad und die Armauflagen erwärmt. Die Fauteuils können auf Wunsch belüftet, der Cupholder beheizt oder gekühlt werden und aus der Klimaanlage strömt beduftete Luft. Und: In vielen Modellen gibt es mittlerweile auch Massagesitze. Waren die Relax-Sessel anfangs der Oberklasse vorbehalten, gibt es sie inzwischen sogar schon in Kleinwagen

An die heilende Wirkung einer klassischen Massage kommen die Autositze natürlich nicht heran, und richtige Verspannungen oder Rückenschmerzen können von den Fauteuils auch nicht weggeknetet werden. Gute Systeme sorgen aber immerhin für eine gewisse Entspannung während der Fahrt. Vor allem in günstigeren Autos ist von der Massagefunktion dagegen oft nicht viel zu spüren oder es fühlt sich an, wie Fußtritte von der Rückbank

Massagesitze: So funktioniert die Technik im Auto

Die Entspannungs-Technik ist dabei fast überall gleich: In der Regel werden einzelne Luftpolster in der Lehne und Sitzfläche aufgepumpt und anschließend die Luft wieder abgelassen, um so an gezielten Stellen Druck auf den Rücken oder die Oberschenkel auszuüben. Je nachdem, wie aufwendig das System ist, lassen sich verschiedene Massagemuster realisieren: Von einer Wellenbewegung über den ganzen Sitz bis hin zur Beschränkung auf einzelne Bereiche. Mercedes kombiniert die Massagefunktion sogar mit der Sitzheizung, einzelne Stellen werden gesondert erwärmt, das nennt sich dann „Hot-Stone-Massage“.

Massagesitze: Eine besondere Technik soll Rückenbeschwerden vorbeugen und die Konzentration fördern

Neben der eigentlichen Massage bieten manche Hersteller auch noch eine andere Form der „Sitzbewegung“ an. Hinter Begriffen wie „Aktivsitz“ versteckt sich meist eine Technik, die in regelmäßigen Abständen die Sitzfläche ein wenig neigt, und so dafür sorgt, dass der Fahrer nicht stundenlang in der gleichen Position verharrt.

Das soll vor allem Rückenbeschwerden vorbeugen, aber auch der Konzentration zuträglich sein. BMW hat diese Funktion Ende der 90er Jahre eingeführt, der Münchner Autobauer (Furioses Finale: Der BMW M2 CS setzt auf Leichtbau durch Carbon – doch das kostet) probierte es damals mit zwei hydraulischen Kammern unter der Sitzfläche, die abwechseln mit einem Wasser-Glysantin-Gemisch gefüllt und wieder entleert wurden. Jaguar Land Rover greift das Konzept “Aktivsitz” jetzt auf, und will ein Gestühl auf den Markt bringen, bei dem die linke oder recht Seite der Sitzfläche abwechselnd durch kleine Elektromotoren angehoben wird. 

Von Holger Holzer (SP-X)

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