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Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 im Vergleich: Unterschiede gibt’s nicht nur beim Preis

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Die rein elektrischen Plattform-Brüder Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 bieten die gleiche Technik – aber unterschiedlich verpackt. Wir vergleichen die beiden E-Auto-Modelle.

Seoul – Optisch scheint beide Modelle auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu verbinden, doch Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 haben die identische technische Plattform. Beide sind auf der neuen Elektroplattform E-GMP (Electric Global Modular Platform) unterwegs. Doch beide punkten zunächst einmal nicht mit der Technik, sondern durch das jeweilige Design, das sich stark voneinander unterscheidet. Während der 4,68 Meter lange Kia EV6 die Blicke mit seiner flachen, fast sportwagenähnlichen Front, spitz zulaufenden LED-Augen und einer coupéartigen Dachlinie nebst LED-Lichtbogen am Heck die Blicke auf sich zieht, geht es beim 4,64 Meter langen Hyundai Ioniq 5 eher massiger und kantiger zu. Er orientiert sich dabei stark am Elektrokonzept 45, das auf der IAA 2019 in Frankfurt als Hommage an das erste Hyundai Pony Coupé Concept aus dem Jahre 1975 vorgestellt wurde. (Hyundai Staria: Futuristisch designter Kleinbus will’s mit VW und Mercedes aufnehmen)

Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 im Vergleich: Die Stromer unterscheiden sich nicht nur im Preis

Dabei sollen die pixelartig gestylten Scheinwerfer und Rückleuchten darauf hindeuten, dass der Hyundai Ioniq 5 auf digitalen Technologien setzt. „Das innovative Design des Ioniq 5 bietet ein völlig neues Kundenerlebnis. Er erinnert an unser ikonisches Modell Pony, das die Design-DNA von Hyundai begründet hat“, erläutert SangYup Lee, Senior Vice President und Head of Hyundai Global Design Center, „der Innenraum ist aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt und unterstreicht unser Engagement, den Menschen neue, nachhaltige und fortschrittliche Mobilitätslösungen anzubieten. Beginnend mit dem Ioniq 5 wird unsere vollelektrische Submarke die Beziehung zwischen Menschen und ihren Fahrzeugen neu definieren.“ (Neuer Hyundai Ioniq 5: Dieser Stromer lässt sich nicht nur per Kabel laden)

Ein Hyundai Ioniq 5 (oben) und ein Kia EV6
Der Hyundai Ioniq 5 (oben) und der Kia EV6 sind Plattform-Brüder – dennoch sind die Stromer alles andere als identisch. © Hyundai/Kia

Der Kia EV6 wird in zwei Versionen mit zwei Batteriepaketen von 58 und 77,4 kWh angeboten

Völlig anders wirkt der Kia EV6 mit seiner betont organischen Formensprache. „Als erstes reines Elektromodell von Kia ist der EV6 ein Musterbeispiel für ein progressives, den Menschen in den Mittelpunkt stellendes Design kombiniert mit elektrischer Antriebskraft. Wir sind fest davon überzeugt, dass der EV6 ein überaus reizvolles und relevantes Modell für die neue Elektrofahrzeugära ist“, sagt Karim Habib, Chefdesigner von Kia „unser Ziel war es, mit dem EV6 ein unverwechselbares, wirkungsvolles Design zu kreieren, indem wir ausgefeilte Hightech-Elemente mit puren und großzügigen Volumen kombinieren, während wir zugleich den einzigartigen Raum eines futuristischen Elektrofahrzeugs bieten.“ (Kia EV6: Der Stromer will mit extrem schnellen Ladezeiten überzeugen)

Ganz ähnlich und doch höchst unterschiedlich ist bei beiden Modellen das Antriebsspektrum. Der Kia EV6 wird in zwei Versionen mit zwei Batteriepaketen von 58 und 77,4 kWh angeboten. Während die Basisversion mit 125 kW (170 PS) oder 168 kW (229 PS) allein über die Hinterachse angetrieben wird, ist der EV6 auch mit einem Allradantrieb zu bekommen, der wahlweise 173 kW (235 PS) oder 239 kW (325 PS) und 605 Nm leistet und aus dem Stand in 5,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Die Basisversion hat mit dem großen Akkupaket eine Reichweite von 510 Kilometern.

Ein Kia EV6
Die Preise für den Kia EV6 beginnen bei 44.900 Euro. © Kia/Olaf Gallas

Der Hyundai Ioniq 5 soll eine maximale Reichweite von rund 500 Kilometern bieten

Der Hyundai Ioniq 5 ist ebenfalls wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb verfügbar. Die beiden Basisversionen mit Hinterradantrieb bieten wahlweise 125 kW (170 PS) oder 160 kW (218 PS) mit jeweils 350 Nm maximalem Drehmoment. Die Allradler haben an der Vorderachse einen zweiten Elektromotor und so addiert sich die Gesamtleistung auf 173 kW (235 PS) sowie 225 kW (306 PS) bei 605 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei allen Modellen bei 185 km/h abgeriegelt und der Kunde hat die Wahl zwischen Akkupaketen mit 58 oder 72,6 kWh, was Reichweiten von rund 500 Kilometern garantieren soll.

Darüber hinaus ist der Kia EV6 ist als GT-Topversion mit einem Hochleistungsantrieb zu bekommen, den sonst nur die Premiumhersteller anbieten. Der Kia EV6 GT hat an Vorder- und Hinterachse zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 430 kW (584 PS) und einem maximalen Drehmoment von 740 Nm. Dadurch schafft der Power-Kia den Spurt 0 auf Tempo 100 in 3,5 Sekunden und ist 260 km/h schnell. „Die GT-Version des EV6 demonstriert unsere Technologieführerschaft durch ihre Kombination von herausragendem Hochgeschwindigkeitsladen und dem Beschleunigungsvermögen eines Supersportwagens“, sagt Albert Biermann, Entwicklungsvorstand der Hyundai Motor Group. (Hyundai Bayon im Test: An den Innenraum-Materialien wurde gespart, am Fahrspaß nicht)

Ein Hyundai Ioniq 5
Preislich startet der Hyundai Ioniq 5 im Frühsommer bei 41.900 Euro. © Hyundai

Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 im Vergleich: Die Ladetechnik ist identisch

Beide Modelle haben nicht nur die gleiche Plattform, sondern auch die identische Ladetechnik. Kia EV6 und Hyundai Ioniq 5 können jeweils kann an Ladestationen mit 400- und 800-Volt-Technik nachtanken. Dadurch soll es bei allen Modellvarianten möglich sein, den Akku in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufzuladen. Die Versionen mit Hinterradantrieb und dem größeren 77,4-kWh-Akku sollen in weniger als fünf Minuten für 100 Kilometer Reichweite nachtanken. Preislich startet der Hyundai Ioniq 5 im Frühsommer bei 41.900 Euro. Das Startmodell Ioniq 5 Project 45 mit dem größeren 72,6-kWh-Akku, Allradantrieb und weiteren Ausstattungsdetails kostet 59.950 Euro. Beim Schwestermodell Kia EV6 geht es bei 44.990 Euro los. Die Sportversion EV6 GT mit 584 PS kostet mindestens 65.990 Euro.

Ebenso schick wie unterschiedlich sind bei beiden Modellen nicht nur das Außendesign, sondern auch im Innern habe beide abgesehen von den großen Doppeldisplays keine auffälligen Gemeinsamkeiten. Platzverhältnisse gibt es durch Radstände von knapp drei Metern mehr als ausreichend. Auf beiden Seiten gibt es zwei Zwölf-Zoll-Bildschirme nebst Head-Up-Display, einfache Bedienung und bequeme Komfortsessel vorne wie hinten. Die Laderäume fassen bei aufgestellter Rücklehne rund 530 Liter und lassen sich auf 1.300 beziehungsweise 1.600 Liter erweitern. Zusätzlichen Stauraum für die Ladekabel gibt es unter der Fronthaube. Je nach Antrieb – Heck- oder Allrad- – sind es bis zu 57 Liter, die vorn genutzt werden können. Mal schauen, wer bei den europäischen Kunden beliebter wird. (Stefan Grundhoff / press-inform)

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