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Beduftung im Auto: Der lieb gewonnene Duftbaum am Innenspiegel soll verschwinden

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Von: Jan Schmidt

Detailaufnahme des Duftspenders bei einer S-Klasse von Mercedes-Benz

Mercedes-Benz S-Klasse: So sieht die Beduftung im Rahmen des „Air-Balance Pakets“ aus. © Daimler

Morgens etwas Frisches, nachmittags ein sportlicher Duft und abends lieber elegant? Inzwischen gibt es spezielle Parfums fürs Auto, mit denen der Innenraum beduftet werden kann.

München – Neuwagen haben ihren ganz eigenen Geruch: Oft duftet es nach schwerem Leder und ein bisschen nach Holz, manchmal aber auch einfach nach nur Plastik. Der Kunde hatte die Qual der Wahl – entweder er war mit dem Geruch zufrieden oder er hängte sich einen bunten Duftbaum an den Rückspiegel, der dann einen Hauch von Vanille, Sportfrische oder Grüner Apfel verströmte. Das roch zwar selten gut, eignete sich aber immerhin, das andere zu übertünchen. (Urlaub mit dem Auto: Diese kuriosen Dinge müssen in diesen Ländern an Bord sein)

Für alle, die jetzt einen Abgesang auf den Duftbaum befürchten: Keine Sorge, die riechenden Mobiles aus Karton gibt es natürlich weiterhin. Allerdings bieten inzwischen auch einige Autohersteller ab Werk ein Beduftungssystem an. Per Knopfdruck lässt sich dann, derzeit noch vornehmlich in der Oberklasse, ein Parfum mehr oder weniger dezent im Innenraum verteilen. (Head-up-Displays: Nur ein System kann wirklich überzeugen)

Beduftung im Auto: Der lieb gewonnene Duftbaum am Innenspiegel soll verschwinden

Um das zu ermöglichen, verstecken die Ingenieure verschiedene Duftflakons im Wagen, meistens im Handschuhfach. Bei Mercedes-Benz beispielsweise handelt es sich um eigens gestaltete Parfum-Flakons, die man sich auch ins Bad stellen könnte. Statt Chanel No. 5 gibt es hier die Richtungen „Downtown Mood“, „Nightlife Mood“ oder „Sport Mood“, mit denen auch der persönlichen Stimmung Ausdruck verliehen werden kann. In den Innenraum gelangt der Duft ganz einfach über die Klimaanlage beziehungsweise Lüftung. Das sogenannte Air-Balance Paket kostet bei Mercedes-Benz je nach Modell etwa 400 Euro. (Extrem teuer – und oft extrem überflüssig: die kuriosesten Extras in Luxusautos)

Detailaufnahme des Infotainment-Displays einer Mercedes-Benz S-Klasse

Der Duft wird schubweise über die Klimaanlage in den Innenraum gebracht. © Daimler

Auch BMW hat für seine höherpreisigen Modelle das sogenannte AmbientAir Paket als Sonderausstattung parat und extra dafür zehn unterschiedliche Duftrichtungen mit so klangvollen Namen wie „Amberblack Suite No. 1“ oder auch „Green Suite No. 2“ komponieren lassen. Bei BMW wird die jeweilige Kartusche ebenfalls im Handschuhfach eingesetzt.

Das Besondere an den Autodüften: Sie dürfen nicht zu schwer sein und sie verflüchtigen sich relativ schnell. Schließlich möchte niemand, dass sich der Geruch an der Kleidung oder sogar den Oberflächen im Auto ablagert und dauerhaft in der Nase bleibt – das passiert mitunter bei den Duftbäumen, die ihren Geruch permanent abgeben. Die professionelle Beduftung erfolgt dagegen in Wellen, immer wieder wird ein wenig Geruchsstoff freigesetzt. Gleichzeitig lässt sich die Intensität regulieren. (Haarspray, Cola & Co.: Mit diesen Tipps lassen Sie Ihre Reifen in neuem Glanz erstrahlen)

Beduftung im Auto: Ionisierung zum Abbau von Viren und Bakterien

Neben der Beduftung bieten einige Hersteller noch eine weitere Möglichkeit zur Lufterfrischung an – die sogenannte Ionisierung. Dabei wird die Luft mit negativ geladenen Sauerstoff-Ionen angereichert. Wie das wirkt, zeigt ein Blick in die Natur: Während die Luft in der Stadt rund 200 bis 500 natürliche Ionen pro Kubikzentimeter aufweist, sind es im Gebirge bis zu 10.000 und neben einem Wasserfall sogar bis zu 70.000 Ionen. Und dass die Luft in der Natur frischer ist als in der City dürfte niemand bestreiten. Noch ein positiver Effekt: Die ionisierte Luft kann gesundheitsschädliche Viren oder Bakterien abbauen. (Von Ole Dietkirchen/SP-X)

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