Zentrale Rechenleistung

Audi entwickelt Supercomputer – Fahrwerk und Antrieb werden eins

Detailaufnahme des Infotainment-Displays eines Audi A6
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Zukünftig soll ein zentrales Steuergerät Fahrwerk und Antrieb berechnen.
  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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In drei Jahren soll ein Hightech-Gehirn den Audi der Zukunft noch sicherer, schneller und komfortabler machen. Damit soll der Spagat aus Komfort und Sportlichkeit noch besser gelingen

  • Schon heute benötigt die Wankstabilisierung eine komplexe Rechenleistung
  • In Zukunft sollen Daten des Fahrwerks und des Antriebs gebündelt werden
  • Für die Bündelung der Daten ist ein leistungsstarker, zentraler Rechner erforderlich

Ingolstadt – Dass Autos rollende Computer sind, daran haben wir uns längst gewöhnt. Eine ganze Armada von Steuergeräten definiert mithilfe von ausgeklügelten Systemen wie zum Beispiel der 48-Volt elektromechanischen Wankstabilisierung das Fahrverhalten des Autos und lässt selbst die Karosserie eines zwei Tonnen schweren SUV in Kurven sich kaum zur Seite neigen. Variable Dämpfer und Luftfedern sorgen dabei für den nötigen Komfort. (Audi Q5 als Sportback: Erlkönig in China fast ungetarnt erwischt)

Audi entwickelt Supercomputer: Schon beim Einlenken werden Dämpfer und Differentiale eingestellt

Grundsätzlich wird das Fahrwerk nach der Positionierung des Autos ausgerichtet. Bei einer Luxuslimousine ist die Abstimmung logischerweise deutlich komfortabler als bei einem Sportwagen. Aktuell verknüpft so ein zentrales Steuergerät bis zu 15 Systeme. Angefangen vom Lenkwinkel über die Stellung des Gaspedals bis hin zum aktiven Fahrwerk. Diese Informationen werden schon heute innerhalb von wenigen Millisekunden übertragen, damit das Auto dementsprechend reagiert. Sobald der Fahrer einlenkt, weiß der Computer Bescheid und konditioniert die Dämpfer, die Differentiale und gegebenenfalls die Hinterachslenkung dementsprechend. „Wir haben bei der Präzision einen sehr großen Schritt gemacht“, verdeutlicht Audi-Fahrdynamiker Carsten Jablonowski. (Audi A8 L Security – warum Angela Merkel in ihrem gepanzerten Auto sicher ist)

Zentrales Steuergerät: In Zukunft soll auch der Antrieb integriert werden

Das zentrale „Super-Hirn“ soll alle Daten aus Längs-, Quer- und Vertikaldynamik verarbeiten und steuern.

Mehr geht nicht? Das Ende der Fahnenstange ist erreicht? Mitnichten, sagt Audi und tüftelt wie die Konkurrenz aus München und Stuttgart bereits an der nächsten Verbesserung. Bei allen technischen Entwicklungen muss man nach wie vor einen Kompromiss eingehen. Mehr Komfort bedeutet Abstriche bei der Dynamik. Ein extrem leistungsstarkes zentrales Steuergerät soll in Zukunft das Zusammenspiel der Systeme perfektionieren und den eben genannten Widerspruch noch weiter auflösen. „Die Zentralrechner der Zukunft werden nicht nur die Fahrwerksysteme steuern und koordinieren, sondern zusätzlich auch die Antriebssysteme“, erklärt Entwickler Lothar Michel. Das beinhaltet auch solche wichtigen Technologien, wie die Rekuperation oder auch die Steuerung des Allradantriebs. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, ist jede Menge Rechenleistung nötig. Der zukünftige Supercomputer wird die Daten zehnmal schneller verarbeiten, als die aktuelle Elektronische Fahrwerksplattform (EFP) und die Zahl der Softwarekomponenten wird um den Faktor 4,5 auf rund 90 steigen. (Shitstorm gegen Audi: „Wir entschuldigen uns für dieses unsensible Bild“)

Die Marke Audi
HauptsitzIngolstadt
Gründungsjahr1909
ChefMarkus Duesmann
Bekannteste ModelleA3, A4, A6, A8, Q3, Q5, Q7, R8
Ausgelieferte Fahrzeuge 20191.845.550

Audi entwickelt Supercomputer: Die Mechanik des Fahrwerks bildet die Grundlage

Die Grundsätze der Fahrwerksentwicklung werden durch die Schnelligkeit, mit der die Bits und Bytes quer durch das Auto schießen nicht ausgehebelt. Ganz im Gegenteil. Bevor die Software das Kommando übernimmt, muss das Fahrwerk erst einmal gut und sauber abgestimmt sein. „Das Basisfahrwerk muss auch ohne Elektronik funktionieren. Man darf sich nicht verzetteln und Eigenschaften überzeichnen, dann wird das Fahrverhalten zu synthetisch“, erklärt Carsten Jablonowski. (Audi entwickelt neue Lichtsignaturen – „Heckleuchten werden zu Display“)

Audi entwickelt Supercomputer: Die Hardware des Großhirns wird zugekauft

Der Autofahrer profitiert durch die rasende Geschwindigkeit, mit der die Daten verarbeitet werden, indem das Auto energetisch das Optimum herausholt, schneller und exakter auf die jeweilige Fahrsituation reagiert – sei es beim Anbremsen, Segeln, Einlenken oder Herausbeschleunigen. Das neue Großhirn wird in etwa drei Jahren den Taktstock übernehmen, und zwar nicht nur bei den Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden, sondern auch quer durch alle Modelle, also auch solchen, die mit einem konventionellen Antrieb über den Asphalt rollen. Von wem dieser schnelle Rechner stammt, darüber schweigen sich die Ingolstädter noch aus. Gut möglich, dass Nvidia diese Steuereinheit liefert. (Audi A3 Limousine: In dieser Disziplin zieht der Sportback den Kürzeren)

Ganz uneigennützig investiert Audi natürlich nicht in diese neue Technik. Durch das Bündeln der Rechenkompetenz in einem Gerät wird die Komplexität der elektronischen Architektur und damit auch die Kosten gesenkt. Außerdem wird auch dieser Supercomputer nach und nach über die ganze Modellpalette ausgerollt werden. Genauso, wie das aktuell mit der EFP der Fall ist, die findet man vom A4/A5 an aufwärts aber eben in einer abgespeckten Form auch im neuen Audi A3. (Von Wolfgang Gomoll/press-inform)

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