Prallkissen für die Sicherheit

Airbags: Es werden immer mehr – jetzt auch an dieser neuartigen Position

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Mercedes-Benz stattet die neue S-Klasse mit Front-Airbags für die Rücksitze aus. Eine Innovation, die sich flächendeckend durchsetzen könnte – wie schon die Geschichte zeigt.

  • 1981 kam der erste Fahrer-Airbag auf den Markt
  • Ende der 1980er-Jahre feierte der Beifahrer-Airbag Premiere
  • Nun stellt Mercedes-Benz in der S-Klasse Front-Airbags für die Fond-Passagiere vor

München – Es ist eine Sache von Millisekunden: Das Steuergerät registriert die Verzögerung durch einen schweren Unfall, Gasgeneratoren füllen die Airbags explosionsartig mit Luft, der Passagier fällt in weiche Kissen. Je nach Zählweise polstert mittlerweile etwa ein Dutzend den Innenraum moderner Autos aus. Jüngst sind wieder zwei neue Varianten hinzugekommen. (Head-up-Displays: Nur ein System kann wirklich überzeugen)

Airbag-Trends: Es werden immer mehr – jetzt auch an dieser neuartigen Position

Seit vielen Jahren gehören Front-Airbags für Fahrer und Beifahrer zur Serienausstattung von Neuwagen, auch wenn sie in Deutschland nicht explizit vorgeschrieben sind. Erfunden in den 1950ern, mangelte es zunächst an der passenden Sensorik und Auslösetechnik. 1981 wurde die Mercedes-Benz S-Klasse der Baureihe W 126 erstmals mit einem Fahrer-Airbag ausgestattet, seit Ende der 1980er-Jahre wird auch der Beifahrer von einem Luftkissen geschützt. (Tesla kracht im „Autopilot“-Modus in Polizeiauto – das machte der Fahrer währenddessen)

Nach dem Fahrer-Airbag kam der Airbag für den Beifahrer auf den Markt.

Airbag-Trends: In den 1990er-Jahren kamen einige Varianten hinzu

Die weitere Auspolsterung erfolgte schneller: Der vom schwedischen Hersteller Volvo im Sommer 1994 erstmals eingeführte Seiten-Airbag, den es mittlerweile in unterschiedlichen Größen als Thorax-, Thorax-Becken- oder Thorax-Becken-Kopf-Airbag gibt, ist nur ein Beispiel. (Volvo: So verlieren Kurvenfahrten ihren Schrecken)

1994 führte Volvo beim 850 die Seiten-Airbags ein.

Der ab 1996 erhältliche Knie-Airbag, der im engen Fußraum die Beine des Fahrers schützt, oder der 1998 erstmals eingeführte Vorhang-Airbag. Er entfaltet sich bei einem schweren seitlichen Aufprall wie ein Vorhang entlang der seitlichen Fenster und verringert so das Risiko von Schädelverletzungen. (Horror-Unfall im Q7 – Familie unverletzt: „Werde den Audi-Ingenieur ...“)

Airbag-Trends: Die S-Klasse geht mit gutem Beispiel voran

Aus der Oberklasse haben sich die Schutzsysteme bis in die Kleinstwagen verbreitet. Wieder in der S-Klasse führt Hersteller Mercedes-Benz nun einen neuen Front-Airbag für die Rücksitzpassagiere ein. Besondere Schwierigkeit ist hier der weite Verstellbereich des Vordersitzes, aus dem sich der Airbag jeweils passgenau entfalten muss. (Autobahn-Unfall von Winfried Kretschmann – das sagt sein Regierungssprecher)

Hinzu kommt: Kinder und Erwachsene sitzen sehr unterschiedlich im Fahrzeugfond. Das Airbag-Volumen von beachtlichen 70 Litern ist daher so bemessen, dass ein angeschnallter Fond-Passagier vor dem Kontakt mit den Vordersitzen geschützt wird. (Neue Mercedes-Benz S-Klasse: Das Head-up-Display wirkt so groß wie ein TV-Bildschirm)

Neu auf dem Markt ist auch der Center-Airbag, mit dem zum Beispiel Toyota Yaris, Honda Jazz, VW ID.3 und Polestar 2 ausgestattet sind. Bei einem Aufprall entfaltet er sich zwischen Fahrer und Beifahrer und verhindert, dass sie zusammenstoßen – bisher ein Grund für schwere Kopfverletzungen bei einem seitlichen Aufprall. (Toyota Yaris Hybrid: Endlich wurde DIESE Eigenart des Kleinwagens ausgemerzt)

Relativ neu auf dem Markt sind Center-Airbags – hier beim Toyota Yaris.

Airbag-Trends: Bald auch Prallkissen außen an der Karosserie

Die Entwickler sehen weiteres Potenzial für Luftpolsterung: Hyundai hat kürzlich einen Airbag vorgestellt, der bei einem Überschlag das immer beliebter werdende Panorama-Schiebedach bedeckt. Er schützt die Köpfe der Insassen und bewahrt die Passagiere bei geöffnetem Dach vor dem Herausschleudern. Aufgrund sich stetig verbessernder Umfeldsensorik könnten Airbags in Zukunft sogar vor einem Crash auslösen. (Notbremsassistent: Kameras, Radar und Laser helfen, Unfälle zu vermeiden)

ZF entwickelt einen Airbag für die Außenseite, der schon vor einem Unfall auslöst.

Zulieferer ZF sieht als erstes Anwendungsgebiet den Seitenaufprall: Hier ist die Knautschzone schmal, jede Millisekunde zählt. Die Friedrichshafener Ingenieure haben dazu ein Luftpolster an der Fahrzeugaußenseite entwickelt, das vor einem unvermeidlichen Unfall auslöst und die Verletzungsschwere um bis zu 40 Prozent vermindern könnte. (Von Hanne Schweitzer/SP-X)

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