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Tank-Rabatt zum 1. Juni – an den Zapfsäulen könnte es „dramatisch werden“

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die EU-Kommission stellt die Weichen für einen Öl-Boykott gegen Russland. Ein Tankstellen-Chef rechnet nun mit höheren Preisen. (Archivbild)
Die EU-Kommission stellt die Weichen für einen Öl-Boykott gegen Russland. Ein Tankstellen-Chef rechnet nun mit höheren Preisen. (Archivbild) © Arielle Bader/Imago

Die Ampel plant zum 1. Juni einen Tankrabatt. Zudem bereitet die EU-Kommission einen Öl-Boykott gegen Russland vor. Die Tankstellen stellen sich auf einen bewegten Monatswechsel sein.

München – Die EU-Kommission bereitet ein Öl-Embargo gegen Russland vor. Das schlägt sich auch in den Spritpreisen nieder. Binnen Wochenfrist ist der Preis für einen Liter Super E10 im Vergleich zur Vorwoche um 4,8 Cent gestiegen und liegt aktuell im bundesweiten Mittel bei 2,002 Euro. Dies zeigt die aktuelle ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland.

Öl-Embargo: Tankstellen-Chef erwartet hohe Preissprünge

Verbraucher fragen sich nun, wie sich die Lage für sie an den Tankstellen ändern wird. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erwartet bei einem Embargo hohe „Preissprünge“. Grund ist unter anderem, dass russisches Öl durch wahrscheinlich teurere Alternativen aus anderen Ländern ersetzt werden muss. Zudem bedeutet die Umstellung von Raffinerien und Lieferwegen Aufwand und Kosten.

Immerhin sei auch ohne russische Lieferungen keine „Ölkrise“ zu erwarten, sagte Habeck. Denn der Anteil russischen Öls am deutschen Verbrauch ist nach seinen Angaben binnen weniger Wochen von 35 auf 12 Prozent gesunken. Auch Duraid El Obeid, Vorsitzender des Bundesverbands Freier Tankstellen und Chef von 140 Tankstellen der Marke Sprint im Großraum Berlin, sieht das ähnlich. Wie Habeck erwartet er hohe Preise, sagte er in einem Interview mit der Wirtschaftswoche: „Wir werden bald wieder Preise über zwei Euro pro Liter für Benzin sehen, vielleicht 2,20 Euro pro Liter.“

Tankstellen-Chef: „Der 1. Juni könnte richtig dramatisch werden“

Falls der russische Präsident Wladimir Putin die Öllieferungen sofort stoppen würde, erwartet er sogar weitere Preissteigerungen – aber immerhin nicht, dass den Tankstellen der Kraftstoff ausgehen würde, da man „die Mengen sehr wahrscheinlich woanders einkaufen“ könne.  Nur ein bestimmtes Datum bereitet dem Tankstellen-Chef in diesem Zusammenhang besondere Sorgen: „Der 1. Juni könnte richtig dramatisch werden“, verriet er dem Magazin, wie Merkur.de berichtet.

Der Grund: Dann startet der Tankrabatt der Bundesregierung, der den Preis für Diesel um 17 Cent und für Benzin um 36 Cent pro Liter senken sollte. El Obeids Befürchtung: „Die Leute werden Ende Mai darauf verzichten, ihre Autos vollzutanken, sie kommen dann am 1. Juni. In dieser Zeit brauchen alle Tankstellen noch mehr Kraftstoff. Der Run auf die Tankstellen wird historisch.“

Öl-Boykott: Probleme für kleine Tankstellenbetreiber

Das könnte vor allem kleine Tankstellenbetreiber in Bedrängnis bringen: Sie sichern sich das Mineralöl in der Regel nicht über Jahresverträge, sondern müssen nach Schließung der Spotmärkte das Mineralöl von Händlern oder direkt von Mineralölkonzernen beziehen. Aber: „Die Einkaufspreise sind hoch, die Banken fordern für Kredite zur Vorfinanzierung mehr Sicherheiten. Das könnte die Tankstellenbetreiber doch sehr unter Druck setzen“, sagte El Obeid der Wirtschaftswoche.

Er befürchtet: „Es wird in nächster Zeit sicher einige Tankstellen geben, die vorübergehend entweder nicht ausreichend oder nicht rechtzeitig Mineralöl auf dem Markt werden einkaufen können.“ Man wisse nicht, ob sie dann gar kein Benzin oder Diesel mehr anbieten können. „Leerstände werden aber meines Erachtens nicht nur freie Tankstellen treffen“, so der Tankstellen-Chef. Mit Material der dpa

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