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SUV und Pick-up: Sind große Autos gefährlicher für Fußgänger?

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Von: Marcus Efler

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Eine Unfall-Studie aus den USA entfacht die Diskussion um SUV neu: Darum könnten die großen Fahrzeuge für Fußgänger riskanter sein als normale Pkw.

Arlington (USA) – Die Debatte um SUV läuft, seitdem sich die einst urigen Geländewagen* zu schicken Lifestyle-Vehikeln und Bestsellern entwickelt haben: Sind diese schweren Pkw bloß ein weiteres Auto-Segment wie jedes andere auch –  oder eine Zumutung für die Umwelt und die übrigen Verkehrsteilnehmer?

Unfälle und Vorkommnisse, in die SUV verwickelt sind (wie die Attacke eines Mercedes-Fahrers auf einen Radler*), werden jedenfalls besonders leidenschaftlich diskutiert. Und da liefert die Untersuchung des amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS, auf deutsch: „Versicherungs-Institut für Autobahn-Sicherheit), einer renommierte Non-Profit-Organisation der US-Versicherungs-Unternehmen, neuen Gesprächsstoff.

SUV und Pick-up: Sind große Autos gefährlicher für Fußgänger?

Denn nach Auswertung der aktuellen US-Unfallstatistik sowie der Crashs im US-Bundesstaates North Carolina über mehrere Jahre sieht das IIHS einen auffälligen Zusammenhang mit SUV und Pick-ups („Trucks“ wie der Ford F-150* zählen in den USA, anders als in Europa*, zu den besonders beliebten Autoklassen).

Diese wuchtigen Autos seien nämlich häufiger in Unfälle mit Fußgängern verwickelt als normale Pkw, so das Institut. Beim Linksabbiegen kollidierten Pick-up-Trucks 42 Prozent häufiger mit Passanten als kleinere Autos, bei SUV lag die Zahl immerhin noch um 23 Prozent höher. Beim Abbiegen nach rechts stellte die Untersuchung dagegen keinen großen Unterschied fest.

General Motors Hummer EV auf Messestand (Symbolbild)
SUV auf einer US-Automesse: Gefahr für Fußgänger? (Symbolbild) © Jim West/Imago

SUV und Pick-up: Risiko um bis zu 80 Prozent erhöht

Auch abseits von Kreuzungen bescheinigten die Forscher den großen Fahrzeugen ein höheres Risiko, Fußgänger anzufahren: bei den Pritschenwagen sei es um 80 Prozent größer, bei SUV um 61 Prozent, und bei Vans immer noch 45 Prozent.

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Woran das liegen könnte, darüber können die Instituts-Mitarbeiter nur spekulieren: Möglicherweise haben die Fahrer dieser Fahrzeuge trotz ihrer höheren Sitzposition eine schlechtere Übersicht, weil der Rahmen der Windschutzscheibe („A-Säule“) breiter ausfällt als bei normalen Pkw und so gerade beim Abbiegen das Blickfeld einschränkt.

Generell sind die Unfallzahlen in den USA erschreckend: 2020 wurden dort 6519 Fußgänger im Straßenverkehr getötet, 59 Prozent mehr als 2009. Parallel stieg auch die Zahl der SUV und Pick-ups in den USA stark an. *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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