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Chinesisches Billig-E-Auto Suda SA01 erschüttert im Crashtest – und dafür gibt’s auch noch Förderprämie

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Von: Sebastian Oppenheimer

Ein Suda SA01 im ADAC-Crashtest
Einen Unfall sollte man mit dem Suda SA01 besser nicht haben, die Ergebnisse im ADAC-Crashtest sind katastrophal. © YouTube (ADAC)

Der Suda SA01 ist extrem billig – doch das E-Auto kann bei einem Unfall zur tödlichen Falle werden. Im ADAC-Crashtest schneidet der China-Kracher unterirdisch ab.

München – Sie haben noch nie vom Suda SA01 gehört? Macht nichts, wir auch nicht. Und am besten vergessen Sie ihn auch ganz schnell wieder. Bei dem Gefährt aus China handelt es sich um eine Elektro-Limousine zum Dumping-Preis: Abzüglich der staatlichen Förderungen kostet das Auto gerade einmal 10.390 Euro. Klingt im ersten Moment verlockend, doch der China-Kracher hat es in sich – und zwar absolut nicht im positiven Sinne. Der Suda SA01 hat weder Airbags noch ESP an Bord, ganz zu schweigen von Sicherheitssystemen wie Notbrems- oder Spurhalteassistenten. Dass das Fahrzeug überhaupt in der EU verkauft werden darf, hängt damit zusammen, dass es im Rahmen einer Kleinserien-Zulassung auf den Markt kommt. Der ADAC hat den Billig-Stromer nun getestet – mit schockierendem Ergebnis. (Nio ET7: Chinesische Elektrolimousine verspricht enorme Reichweite dank Feststoffbatterie)

Chinesisches Billig-E-Auto Suda SA01 entsetzt im Crashtest – und dafür gibt’s Förderprämie

So bescheinigt der Automobilclub dem China-Gefährt zunächst einmal eine miese Verarbeitung sowie billige Materialien. So hätte das untersuchte Exemplar beispielsweise zahlreiche Lackfehler aufgewiesen, Heckklappe und Handschuhfach seien schlecht eingepasst gewesen. Auch die Ladeeigenschaften des Suda SA01 seien „weit vom aktuellen Stand der Technik entfernt“. Zwar verspreche die Batterie mit einer Kapazität von 40 kWh eine brauchbare Reichweite von 200 Kilometern – doch die Betankung mit Strom dauere dank der geringen Ladeleistung von 3 kW (AC) beziehungsweise 22 kW (DC) unzumutbar lang. Und weil das Laden an öffentlichen DC-Ladesäulen wegen Kommunikationsproblemen zwischen Auto und Säule im ADAC-Test häufig gar nicht klappte, sei mit dem Billig-Stromer das Überwinden größerer Distanzen so gut wie ausgeschlossen. (Ford Fiesta crasht Lamborghini Aventador ins Heck und macht sich davon – so reagiert der Lambo-Fahrer)

Ein roter Suda SA01.
Den Billig-Stromer Suda SA01 gibt’s zum Dumping-Preis – im ADAC-Test schneidet der Chinese aber miserabel ab. © ADAC / Uwe Rattay

Chinesisches Billig-E-Auto Suda SA01: Kritisches Fahrverhalten, hohes Verletzungsrisiko bei Unfall

Das Fahrverhalten des Suda SA01 sei kritisch, erklärt der ADAC. Schon ab einem Tempo von rund 70 km/h sei das Fahrzeug beim Ausweichtest wegen des fehlenden ESP ins Schleudern geraten und habe sich auch nicht mehr abfangen lassen. Autos auf dem aktuellen Stand der Technik mit ESP schaffen den Test mit mehr als 90 km/h problemlos. Die Lenkung des Suda SA01 sei gefühllos und der Bremsweg mit durchschnittlich 42 Metern aus einem Tempo von 100 km/h lang. (ADAC warnt vor tödlicher Gefahr bei falscher Ladung)

Am schlimmsten wiegt jedoch das große Verletzungsrisiko für die Insassen bei einem Unfall. Im Crashtest schlugen bei einem versetzten Frontaufprall mit 64 km/h Kopf und Brust des Fahrers hart auf das Lenkrad, was in der Realität zu schwersten Verletzungen geführt hätte. Bauteile unter der Armaturentafel verletzten den Beifahrer an Knien und Oberschenkeln. Negativ wirkten sich im Crashtest nicht nur die fehlenden Airbags, sondern auch die nicht vorhandenen Gurtstraffer aus. Die Schäden an dem Fahrzeug waren nach dem Crash so groß, dass sich die Fahrertür nicht mehr öffnen ließ.

Chinesisches Billig-E-Auto Suda SA01: China-Kracher gefährdet nach einem Unfall sogar die Retter

Außerdem bemängelt der ADAC, dass der Suda SA01 keine Schutzvorrichtung an Bord hat, die es Rettungskräften ermöglicht, das Hochvoltsystem des Autos spannungsfrei zu schalten. So gingen im Ernstfall wertvolle Minuten bei der Rettung der Insassen verloren, außerdem bestehe die Gefahr eines elektrischen Schlages.

Der ADAC plädiert dafür, dass sich auch Hersteller von Kleinserienfahrzeugen immer am aktuellen Stand der Technik orientieren sollten. Die staatliche Förderprämie für ein Auto auf dem Sicherheitsniveau des Suda SA01 hält der Automobilclub für „wenig angemessen“.

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