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Studie zu automatisiertem Fahren: Versicherer sehen kaum Entlastung

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Von: Sebastian Oppenheimer

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Automatisierte Fahrfunktionen dürften in Zukunft zu weniger Schäden an Autos führen. Dennoch werden Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2040 lediglich moderat sinken

Berlin – Mit der zunehmenden Verbreitung von Assistenzsystemen werden Autos sicherer. Wie eine jetzt vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlichte Studie prognostiziert, wird dies auch zu weniger Schäden bei Fahrzeugen – und damit zu einem Rückgang der Entschädigungsleistungen der Versicherer führen. Allerdings rechnen die Autoren der Studie „Automatisiertes Fahren – Auswirkungen auf den Schadenaufwand bis 2040“ mit einem lediglich moderaten Rückgang dieser Kosten in den kommenden zwei Dekaden.

Studie zu automatisiertem Fahren: Kaum Entlastung für Versicherer

Gegenüber der Gesamtleistung in Höhe von 25 Milliarden Euro im Jahr 2019 wird demnach für 2040 ein Rückgang von lediglich 12 Prozent prognostiziert. Speziell bei den Haftpflichtversicherungen könnten die Entschädigungen um 17 Prozent sinken, bei Kaskoversicherungen – diese regulieren Schäden am eigenen Auto – wird ein Rückgang von lediglich 7 Prozent erwartet. (Euro NCAP testet Autobahnpiloten: Deutsches Modell ganz vorne)

Eine Auto-Grafik aus der Vogelperspektive. (Symbolbild)
Immer mehr Fahrzeuge sind mit inzwischen mit umfangereichen Assistenzsystemen ausgestattet. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

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Studie zu automatisiertem Fahren: Kein Einfluss auf Schäden wie Marderbiss

Zu den Assistenten, die Schäden an Fahrzeugen verhindern können, zählen beispielsweise Einpark- und Rangierassistenten, Notbremsassistenten, Spurhalte- sowie Spurwechselassistenten, sogenannte „Autobahnpiloten“ sowie ähnliche Systeme für die Stadt und Landstraßen. (Rundes, schwarz-weißes Verkehrsschild auf Autobahn: Was hat es zu bedeuten?)

Als Gründe für diesen moderaten Rückgang nennt die Studie gleich mehrere Faktoren. Demnach nehmen Assistenzsysteme wie etwa ein Autobahnpilot auf viele Schäden wie Marderbiss oder Steinschlag keinen Einfluss. Unter praktischen Bedingungen verhindern Assistenten zudem weniger Schäden als in der Theorie, weil die Systeme unter realen Bedingungen, Beispiel schlechtes Wetter, nicht immer zuverlässig arbeiten. (Tesla „Full Self-Driving“: Elon Musks Autopilot hält Mond für gelbe Ampel)

Studie zu automatisiertem Fahren: Technik verbreitet sich nur langsam

Darüber hinaus geht die Studie von einer nur allmählichen Verbreitung der Systeme aus. Hier wurden zwei Szenarien berechnet: Das eine geht von einer vergleichsweise schleppenden Verbreitung aus – und orientiert sich an der Einführung des ABS-Systems in den 1970er-Jahren: Hier geht man von einer Einführung der Technik in rund 40 Prozent der Fahrzeuge nach 20 Jahren aus. Das etwas flottere Szenario orientiert sich an der Einführung des ESP-Systems ab 1995: Demnach wäre die neue Technik nach 20 Jahren in rund 80 Prozent der Fahrzeuge an Bord.

Die zusätzliche Technik treibt zudem die Kosten von Reparaturleistungen in die Höhe, wie das Beispiel Windschutzscheibe zeigt, die bei Pkw mit Assistenzsystemen um 25 Prozent teurer ausfällt. Schließlich gehen die Autoren der Studie von einem weiterwachsenden Fahrzeugbestand in Deutschland aus, der bis 2040 um gut drei Prozent auf dann 46,5 Millionen versicherter Pkw steigen wird. (Mit Material von SP-X)

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