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BMW-Stromer tönen bald schöner: Hollywood-Star designt neue Sounds

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Von: Marcus Efler

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Emotionen aus dem Lautsprecher: Mit Hilfe des Hollywood-Komponisten Hans Zimmer bietet BMW nun wohltönenden Sound für seine Elektroautos an.

München – Zu den wichtigen Charakter-Eigenschaften eines Autos gehört bislang der Motorsound, besser: das Geräusch, das die Abgasanlage nach außen, aber auch in das Wageninnere entlässt. In Zeiten immer strengerer Geräuschvorschriften verwenden Sound-Ingenieure viel Mühe darauf, dass sich dieser Ton voll, wohltönend und nach möglichst viel Zylindern anhört – und natürlich „emotional“.

Kein Wunder, dass manche Autofahrer bei Elektroautos die Klangkulisse vermissen, und dass die Hersteller nach Ersatz-Lösungen suchen. So hat Porsche eine metallene Sound-Box patentieren lassen, die das natürliche Resonanzprinzip einer Abgasanlage auch bei künftigen Elektromodellen ermöglichen würde. (Mercedes-AMG EQS 53 4matic im Test: Krawall war gestern)

BMW-Stromer tönen bald schöner: Hollywood-Komponist designt neue Sounds

BMW dagegen setzt, wie die meisten Hersteller, auf digital erzeugten Sound aus Lautsprechern. Zu einem natürlich für das AVAS (Acoustic Vehicle Alert System), das bei niedrigem Tempo Fußgänger warnt – aber auch für die Klangkulisse, die der Fahrer vernimmt. So lässt sich in den neuen Stromern wie dem iX und der Sportlimousine i4 ein dunkles Brummen zuschalten, das entfernt an ein Verbrenner erinnert. Im Sportmodus klingt das sogar recht präsent, nervt aber auch schnell, da es eben künstlich erzeugt ist.

BMW i4 im Sound-Labor von BMW, Front-Ansicht
Klangstark: Ein BMW i4 im Sound-Labor von BMW. © BMW

Beim Starten ertönt dazu der unter BMW-Fans schon bekannte „Swoosh“, ein von Filmmusik-Profi Hans Zimmer (64) kreiertes Zischen nach Raumschiff-Enterprise-Art. Nun vertieft der bayerische Autobauer die Zusammenarbeit mit dem in Frankfurt/Main geborenen Autodidakten, der mit seinen Scores etwa für „Dune“ oder der „Batman“-Triloge zu den bekanntesten Komponisten Hollywoods zählt. (Klänge für Elektroautos: „Sound ist das neue Licht“)

BMW-Stromer tönen bald schöner: Glaszylinder statt Sechszylinder

Als Ergebnis der Kooperation sind für den i4 und den iX noch in diesem Jahr „IconicSounds“ verfügbar: „Neue und besonders emotionsstarke Klangwelten“, wie BMW erklärt. Die sollen den jeweiligen Fahrmodus ebenso unterstreichen wie den Fahrzustand. Die „zugrunde liegende Tonalität besteht aus einem Violinenton“, erläutern die Münchner das Prinzip: „Sobald das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 60 km/h erreicht, erklingt ein erster vollständiger Akkord. Bei Tempo 120 ist ein zweiter vollständiger Akkord zu hören. Beim Fahren mit konstanter Geschwindigkeit hingegen bleibt die Tonhöhe unverändert, während die Lautstärke des Sounds stark heruntergedimmt wird.“

Hans Zimmer, Hollywood-Komponist
Klänge für Filme und Fahrzeuge: Hollywood-Komponist Hans Zimmer © BMW

Auch die jeweiligen Modelle unterscheiden sich im Ton. So sollen im i4 Frauenstimmen und Klänge eines Glaszylinders für ein „sphärisches Klangbild“ sorgen. (YouTuber prahlt mit Sound von Tesla Model S – Netz macht sich lustig)

BMW-Stromer tönen bald schöner: Spott in sozialen Netzwerken

Ob das alles den sonoren Klang eines Reihen-Sechsers ersetzen kann? In den sozialen Netzwerken jedenfalls wird BMWs Sound-Initiative angeregt und auch spöttisch diskutiert. „Dann wird man künftig an jeder Ecke wohl „Fluch der Karibik“ hören, wenn ein BMW heranrast“, frotzelte ein Facebook-User schon im vergangenen Jahr, als BMW eine Kooperation mit dem Hollywood-Komponisten für die I4-Topversion M50 verkündete, ein anderer zeigte sich erleichtert: „Na Gott sei Dank arbeitet BMW nicht mit dem Wendler zusammen“. Aber auch Kritik kommt auf: „Sechsstelliger Betrag dank Hans Zimmer und klingt wie eine Straßenbahn“, ärgerte sich einer, während ein anderer sich fragte: „.Ist es nicht wesentlich angenehmer OHNE jegliche Form von Motorenlärm/Geräuschen...? Braucht‘s halt echt nicht...“

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Der bekennende BMW-Fan Zimmer jedenfalls versteht die Elektromobilität als Chance für ein neues Sound-Zeitalter auf der Straße: „Zum ersten Mal seit der industriellen Revolution haben wir die einzigartige Gelegenheit, die Klänge unserer Städte neu zu gestalten und zu definieren“. Für den Komponisten liegt hier ein klarer Vorteil von Elektroautos gegenüber Verbrennern: „Wir sind dabei nicht durch mechanische Grenzen eingeschränkt.“

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