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Straßen immer voller: Zahl der Autos in Deutschland auf Rekordhoch

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Von: Marcus Efler

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Chipkrise, sinkende Verkaufszahlen, Verkehrswende: Eigentlich müsste die Zahl der Autos auf deutschen Straßen sinken. Darum ist das Gegenteil der Fall.

Flensburg – Auf den ersten Blick sind es schwere Zeiten für das Automobil, auch und vor allem in Deutschland. Sprit ist nach wie vor teuer und verleidet manchem die Freude am Fahren, der Verbrennungsmotor gilt als Mitschuldiger am Klimawandel. Die Pandemie lässt viele Angestellte von Pendlern zu Remote-Workern werden. Dazu bremst der Chipmangel die Auto-Produktion und zieht die Lieferzeiten für Neuwagen teilweise absurd in die Länge. (BMW kontert Chipkrise: Das machen die Bayern besser als andere)

Straßen immer voller: Zahl der Autos in Deutschland auf Rekordhoch

Drohen bald Bilder wie aus den 70-er Jahren, als die Ölkrise die Straßen leerfegte? Weit gefehlt: Das Gegenteil ist der Fall, denn die werden immer voller. Etwa 48.648.000 Autos sind in diesem Herbst in Deutschland registriert, in Worten: über 48,6 Millionen. Damit verbucht das Kraftfahrt-Bundesamt fast 400.000 Pkw mehr als noch zu Jahresbeginn – und ein neues Allzeithoch.

Autos stehen im morgendlichen Berufsverkehr im Stau.
Die Zahl der Autos steigt, die Länge der Stau ebenfalls. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research in Duisburg, prognostiziert in der Süddeutschen Zeitung (SZ) ein weiteres, kurzfristiges Wachstum, sodass bald auf je 1.000 Einwohner 585 Autos kämen (zum Vergleich: in den USA sind es mit 846 noch mal deutlich mehr). „Das ist ein Allzeithoch und es geht immer weiter, von einer Abkehr der Deutschen ist überhaupt nichts zu sehen“, sagt Dudenhöffer. (E-Auto-Zulassungen überholen Diesel – zwei Kundengruppen lösen Boom aus)

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Straßen immer voller: Viel mehr Stau als letztes Jahr

Die Folge des anhaltenden Booms: Statt leerer Straßen wie zu Beginn der Pandemie gibt es immer mehr Staus. In diesen verbringen Autofahrer im Jahr durchschnittlich 40 Stunden, das sind 14 Stunden mehr als noch im Vorjahr. Trotzdem bleibt das Auto das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel der Deutschen. Rad, Bahn und Bus fahren da weit hinterher.

So ist es nur scheinbar paradox, dass die Zahl der Autos trotz gebremster Neuzulassungen insgesamt weiter zunimmt. Denn wer Monate lang auf seinen Neuwagen warten muss, fährt eben seinen Alten länger. Und mancher, der aus ökologischen Gründen bislang vielleicht gar kein Auto hatte, wird von der Umweltprämie zum Kauf eines Elektromobils verführt – oder er nutzt eines der neuartigen Abo-Angebote.

Und dass jemand, der vermehrt von zu Hause aus arbeitet, deshalb gleich sein Auto verkauft, ist ebenfalls unwahrscheinlich: Wer vor der Pandemie schon ungern U-Bahn fuhr, tut es derzeit auch nicht lieber.

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