Doch nicht so schnell?

SSC Tuatara: Rekordfahrt mit über 500 km/h wird wiederholt

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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2007 holte SSC North America mit dem Ultimate Aero den Titel als schnellstes Serienauto der Welt. Bugatti, Hennessey und Koenigsegg konterten. Jetzt hat SSC den Thron mit über 500 km/h zurückerobert – doch es gibt Zweifel, die bei einer Wiederholung ausgeräumt werden sollen.

Update vom 2. November 2020, 10:12 Uhr: Nach den Zweifeln, die durch die Videos der Rekordfahrt aufgekommen sind, sieht SSC-Chef Jerod Shelby keine andere Möglichkeit, als die Hochgeschwindigkeitsfahrt wiederholen zu lassen. Dabei sollen gleich mehrere GPS-Tracker von verschiedenen Herstellern eingesetzt werden. Die GPS-Tracker liefern die genauen Telemetrie-Daten. Ein Datum für den nächsten Versuch wurde allerdings noch nicht festgelegt.

Erstmeldung vom 29. Oktober 2010, 13:24 Uhr: Las Vegas – Den Titel des schnellsten Serienautos der Welt beansprucht seit Kurzem wieder der US-Hersteller SSC North America für sich. Der Rennfahrer Oliver „Oli“ Webb (29) den neuen Tuatara auf der bei Las Vegas gelegenen State Route 160 in zwei gegenläufigen Fahrten auf einer über elf Kilometer langen Graden auf 484,53 und 532,93 km/h. Das entspricht einem Durchschnittswert von 508,73 km/h, was nun als neue Bestmarke gilt. Bislang war der Agera RS von Koenigsegg Rekordinhaber mit rund 447 km/h. („Ferrari-Opa“: Darum fährt ein 80-Jähriger seinen F40 so oft es geht)

Der Tuatara von SSC hat einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt.

Angetrieben wird der rund 1.250 Kilogramm schwere Tuatara von einem 5,9-Liter-V8-Benziner mit doppelter Turboaufladung, der unter Einfluss von E85-Treibstoff bis zu 1.305 kW/1.774 PS Leistung freisetzt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein automatisiertes Getriebe allein an die Hinterräder. (Brabus Rocket 900 im Fahrbericht: Nicht nur der Preis ist rekordverdächtig)

SSC Tuatara: Zweifel an Rekordfahrt mit über 500 km/h

Doch bei den Video-Aufzeichnungen ist es scheinbar zu Ungereimtheiten gekommen. Die dargestellten Geschwindigkeiten passen nicht zu den Bildern. Am Tag der Rekordfahrt waren überall Videokameras installiert: im Cockpit und an der Strecke. Sogar ein Hubschrauber war im Einsatz, um die Hochgeschwindigkeitsfahrt festzuhalten. (Mercedes-AMG GT Black Series: So viele Mehr-PS bringt das Werkstuning)

SSC sind die Fehler bei den Videoaufnahmen mittlerweile bewusst. SSC-Chef Jerod Shelby hat sich dafür entschuldigt, dass die „Aufnahmen nicht richtig geprüft“ wurden. So gab es zwei verschiedene Videos aus dem Cockpit. Die eingeblendeten Telemetrie-Daten des Geschwindigkeitsverlaufs waren zum Teil nicht korrekt. Die Telemetrie-Daten zeigen, dass sich das Fahrzeug bewegt, bevor es tatsächlich losfährt – offensichtlich ein Problem der Synchronisation. (McLaren 765LT: Der 765-PS-Bolide kann sogar Feuer spucken)

Außerdem gibt es eine merkliche Verzögerung zwischen den angezeigten und den tatsächlichen Schaltpunkten. Hierbei sind die visuellen Hinweise nicht im Einklang mit den hörbaren Geräuschen und dem Drehzahlmesser. Mit der Filmfirma „Driven Studios“ arbeitet SSC nun an einer Video-Darstellung, die das Geschehen von der Rekordfahrt akkurat wiedergeben soll. Eine Korrektur des ermittelten Geschwindigkeitsrekords ist voraussichtlich nicht zu erwarten. (Mit Material von SP-X)

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