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SSC Tuatara nie schneller als 483 km/h: Hersteller rudert zurück

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Von: Sebastian Oppenheimer

Fahraufnahme des SSC Tuatara
Der SSC Tuatara fuhr nie mehr als 300 Meilen pro Stunde (ca. 483 km/h) – das gab der Hersteller nun offiziell zu. © James Lipman (Imago)

Der SSC Tuatara stellt angeblich einen neuen Rekord auf – doch dann kommen Zweifel an den Messwerten auf. Nun rudert der Hersteller offiziell zurück.

Washington – Um als Firma Aufmerksamkeit zu erregen, kann ein Rekord hilfreich sein. Das gilt insbesondere auch für Autobauer. Besonders beliebt ist beispielsweise eine neue schnellste Umrundung der legendären Nürburgring-Nordschleife – zumindest in einer bestimmten Kategorie von Fahrzeug. Der Hersteller SSC North America hatte einen anderen Plan: Man wollte den Titel des schnellsten Serienautos der Welt erringen – was dem Autobauer mit dem SSC Tuatara zuletzt auch tatsächlich gelang. Allerdings mit einem deutlich langsameren Tempo als zunächst angepeilt. In einem ersten Versuch im Oktober 2020 hatte man angeblich ein Durchschnittstempo von weit mehr als 300 Meilen pro Stunde (ca. 483 km/h) erreicht, bis im Netz Zweifel an den Angaben aufkamen. Nun – neun Monate später – hat der Hersteller offiziell zugegeben, das behauptete Tempo nie erreicht zu haben. (Porsche knackt AMG-Rekord auf Nordschleife – so locker reagieren die Verlierer)

SSC Tuatara nie schneller als 483 km/h: Hersteller rudert zurück

Es war ein echter Paukenschlag: Im Oktober 2020 hatte der SSC Tuatara nach Angaben des Unternehmens eine neue Rekordgeschwindigkeit erreicht, wie dieser Tweet des Herstellers beweist. In zwei gegenläufig gefahrenen Versuchen seien Geschwindigkeiten von 301 Meilen pro Stunde (ca. 484 km/h) und 331 Meilen pro Stunde (ca. 533 km/h) erreicht worden – was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 316 Meilen pro Stunde (ca. 509 km/h) ergäbe. Doch aufmerksame Zuschauer entdeckten Ungereimtheiten im Videomaterial der Rekordfahrt.

Fahraufnahme eines SSC Tuatara
SSC North America wollte mit dem Tuatara den Titel für das schnellste Serienauto erringen – das gelang erst im dritten Anlauf. © SSC North America

SSC Tuatara nie schneller als 483 km/h: „Wir waren als Unternehmen wirklich untröstlich“

Die Reaktion des Herstellers war die Wiederholung der Rekordfahrt. Dabei endete der erste Versuch blamablerweise ganz ohne Rekord, erst in einer weiteren Wiederholung gelang eine neue Bestmarke – allerdings war man dabei deutlich langsamer als ursprünglich angepeilt. Offiziell war SSC North America aber nie von den Messwerten der ursprünglichen Rekordfahrt mit mehr als 300 Meilen pro Stunde abgerückt. Bis jetzt.

In einem Instagram-Post, der hier zu finden ist, gesteht SSC North America nun den Fehlschlag offiziell ein: „Falls es bis zu diesem Punkt noch nicht klar geworden ist, möchten wir offiziell bestätigen, dass wir die ursprünglich behaupteten Geschwindigkeiten von 331 mph oder sogar 301 mph im Oktober 2020 nicht erreicht haben“, heißt es dort. Und weiter: „Wir waren als Unternehmen wirklich untröstlich, als wir erfuhren, dass uns dieses Kunststück nicht gelungen ist, und wir sind ständig bemüht, die 300-mph-Marke transparent, offiziell und zweifelsfrei zu durchbrechen.“ Was genau den Hersteller nun nach dieser langen Zeit zu dem Geständnis bewegt hat, ist nicht bekannt.

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