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Steigende Spritpreise: Diskussion um Sonntags-Fahrverbote

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Von: Simon Mones

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Die Spritpreise schießen immer mehr in die Höhe. Als Reaktion könnte es erneut autofreie Sonntage geben.

Berlin – Wir schrieben den 25. November 1973: Eigentlich ein Sonntag wie jeder andere auch, doch es ist ein historischer Tag. Auf den deutschen Straßen herrscht nämlich gähnende Leere, nur vereinzelt sind Autos zu sehen. Es ist der Erste von vier autofreien Sonntagen, mit denen die Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt auf die Öl-Krise reagierte.

Knapp 50 Jahre später könnten die autofreien Sonntage wieder ein Thema werden, denn wegen des Kriegs in der Ukraine sind die Spritpreise ins Unermessliche gestiegen*. Nahezu jeden Tag werden neue Rekorde vermeldet. Auch eine Freigabe der Öl-Reserven* half nicht, den Markt zu beruhigen. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht. So könnten Diesel und Benzin bald schon drei Euro und mehr kosten*.

Steigende Spritpreise: Diskussion um Sonntags-Fahrverbote

„Autofreie Sonntage haben uns in der Vergangenheit nicht geschadet und könnten auch in der heutigen Zeit einen Beitrag leisten, wenn eine entsprechende Verknappung dies erfordert“, betonte die SPD-Politikerin Nina Scheer im Bundestag. Greenpeace fordert bereits zwei autofreie Sonntage im Monat. Die Umweltschutzorganisation schlägt zudem vor, dass Bürger auf jede vierte Freizeitfahrt-Autofahrt über 20 Kilometer verzichten sollten.

Eine leere Autobahn. (Symbolbild)
Herrscht auf deutschen Straßen bald wieder gähnende Leere? (Symbolbild) © Arnulf Hettrich/Imago

Auch die derzeit noch geltende Homeoffice-Pflicht könnte demnach verlängert werden, wie aus einem Papier hervorgeht, das der dpa vorliegt. Greenpeace schlägt zudem die Einführung eines temporären, auf die Dauer des Konflikts bezogenen Tempolimits, von 100 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen und 30 km/h in Städten, vor. So ließe sich laut Greenpeace schnell Öl einsparen*.

Steigende Spritpreise: Greenpeace fordert Importstopp für russisches Öl

„Jede Tankfüllung, jede Heizöllieferung spült Geld in Putins Kriegskasse“, betont Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Diese unerträglichen Finanzhilfen für Putins Angriff auf die Ukraine ließen sich schon morgen deutlich reduzieren.“ Daher sei ein Importstopp russischen Öls in der aktuellen Lage notwendig. Dabei müsse aber nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa Einsparmaßnahmen beim Ölverbrauch ergreifen.

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In der Bundesregierung stößt die Forderung von Greenpeace wegen der großen Abhängigkeit von russischen Lieferungen derweil auf wenig Gegenliebe. Rund 35 Prozent der Rohölimporte stammen demnach aus Russland. Entsprechend warnte Wirtschaftsminister Robert Habeck vor schweren Schäden. US-Präsident Joe Biden hat derweil als Reaktion auf den Angriffskrieg in der Ukraine einen Importstopp für Öl aus Russland verhängt. (Mit Material der dpa) *24auto.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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