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Spritpreis-Hoch bei Benzin und Diesel sorgt für Elektro-Boom

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Rekordpreise an den Zapfsäulen: Hohe Spritkosten sorgen für einen Boom der E-Autos. Das Interesse an elektrischen Pkw und Hybriden wächst.

München ‒ Die Spritpreise überschreiten die Zwei-Euro-Marke bei Weitem und führen zu einer stark zunehmenden Nachfrage an E-Autos. Dabei sind sowohl komplett elektrisch betriebene Pkw als auch sogenannte Plug-in-Hybride besonders gefragt, wie das Bundeswirtschaftsministerium auf seiner Website mitteilt. Gleichzeitig sinkt das Interesse der Kunden an konventionell betriebenen Fahrzeugen ‒ vor allem mit Dieselmotor.

Nur 12 Prozent aller Neuwagen-Interessenten suchten laut dem Online-Auto-Anbieter MeinAuto.de seit Beginn des Monats nach Autos mit Dieselmotor ‒ im Januar lag deren Anteil immerhin noch bei 15 Prozent. Währenddessen legt das Interesse der Kunden an Elektro- und Hybridfahrzeugen deutlich zu: von 27 Prozent im Februar auf jetzt 35 Prozent. Und das trotz Unklarheit bezüglich der E-Auto-Prämie, deren Zukunft über 2022 hinaus noch immer nicht geklärt ist.

Spritpreis über Zwei-Euro-Marke: Grund liegt auch in der Ukraine

Grund für die hohen Kraftstoffpreise ist unter anderem der zurzeit in der Ukraine wütende Krieg. Dieser führe laut Hans Wenck, Geschäftsführer des Außenhandelsverbandes für Mineralöl und Energie, für einen Käuferstreik an den internationalen Energiemärkten, der so für Diesel-Knappheit sorge, wie er der „Mitteldeutschen Zeitung“ gegenüber sagte.

Russland liefere zwar weiter, doch Zwischenhändler importierten ‒ angeblich aus Solidarität mit der Ukraine ‒ immer weniger. Schlimmstenfalls könnten die Kraftstoffpreise sogar die Drei-Euro-Marke knacken, sollte der Krieg lange genug andauern. Deutschland importiert laut Bundeswirtschaftsministerium circa 40 Prozent seines Rohöls aus Russland.

Dementsprechend ist die Bundesrepublik auch auf russische Diesel- und Benzin-Importe angewiesen. Im vergangenen Jahr habe Deutschland 34,7 Millionen Tonnen Diesel verbraucht, etwa ein Drittel davon seien über Tanker aus Russland importiert worden. Noch laufen die Importe, doch sollten diese stoppen, gehen Experten von weiteren Preissprüngen aus. Da dürfte auch der von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) in Aussicht gestellte Tank-Rabatt künftig wenig helfen.

Ein Ladestecker steckt in einem E-Auto (Symbolbild)
Die hohen Spritpreise lassen potenzielle Autokäufer die Elektromobilität für sich entdecken. (Symbolbild) © Martin Bäuml Fotodesign / Imago

Brennstoffbedarf wird sinken, Strombedarf wird steigen

Laut einer Rechnung des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums könnte der Benzin- und Dieselverbrauch von Pkw in Deutschland bis 2035 im Vergleich zu 2020 um bis zu 56 Prozent sinken, sollten nur noch E-Autos neu zugelassen werden. Dadurch ließen sich deutlich mehr fossile Brennstoffe einsparen, als verbraucht würden, um den zusätzlichen Strombedarf von E-Autos zu decken, so die Studie.

Allerdings würde der Bedarf an Metallen für Lithium-Ionen-Batterien – vor allem Lithium, Kobalt, Nickel und Kupfer – demnach um 2035 vermutlich einen Höhepunkt erreichen. Zur Deckung trage dann vermehrt auch die Wiederverwendung von recycelten Batterien bei.

Manche zweifeln an Nachhaltigkeit von Elektromobilität

Im Netz zeigen sich viele User entsetzt über die Entwicklung der Spritpreise, deren Steuerteil immerhin stolze 41 Prozent beträgt. Doch viele zweifeln auch an der Nachhaltigkeit der E-Mobilität: „Also ich finde, man sollte mal nachdenken, wo Lithium herkommt. In der Zeit, wo wir uns befinden, nämlich Klimaschutz, da gehört auf jedenfalls kein E-Auto dazu. Um 1.000 kg Lithium zu haben, braucht man 2 Millionen Liter Trinkwasser, dies passiert in Bolivien, Columbia. Sehr umweltfreundlich für uns, oder?“, kommentierte etwa ein User unter einem Artikel des ADAC zum Thema auf Facebook.

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