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Wegen hoher Spritkosten: Bäcker nutzt 120 Jahre alte Kutsche statt Auto

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Von: Simon Mones

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Die hohen Spritpreise sorgen für immer mehr kreative Aktionen. Ein Bäcker aus Mudau im Odenwald lieferte seine Waren nun mit einer Kutsche aus.

Mudau – Die Rohölpreise haben sich etwas erholt, doch an der Zapfsäule merken Autofahrer davon bislang wenig. Daher hatte das Bundeskartellamt unlängst eine Untersuchung angekündigt. Doch die umstrittenen Tankrabatte von Finanzminister Christian Lindner (43, FDP) beziehungsweise Entlastungen in anderer Form ließen lange auf sich warten. Mancher Autofahrer griff da wieder auf alt bewährte Fortbewegungsmittel zurück.

So nutzte ein Franzose sein Pferd für den Arbeitsweg. Ein Bäcker aus Mudau im Odenwald ging sogar noch einen Schritt weiter: Statt mit dem Auto belieferte Peter Schlär eine seiner Filialen kürzlich mit einer historischen Pferdekutsche – angetrieben mit zwei Pferdestärken.

Wegen hoher Spritkosten: Bäcker nutzt Kutsche statt Auto

Die Bäckerkutsche wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut und ist somit etwa 120 Jahre alt. Vor rund zehn Jahren hatte Schlär sie dann im Münsterland gekauft und neue Scheibenbremsen verbaut, wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet. Ansonsten ist sie noch immer im Originalzustand.

Eine historische Pferdekutsche.
Statt mit dem Auto lieferte Peter Schlär seine waren mit dieser historischen Kutsche aus. © Peter Schlär

Seither war die Kutsche nur hin und wieder auf historischen Umzügen im Einsatz. Doch wegen der hohen Spritpreise wollte er nun ein Zeichen setzen und an Zeiten erinnern, in denen die Menschheit nicht auf Benzin, Diesel und Erdöl angewiesen war. Es war allerdings schon länger sein Traum, seine Filialen einmal mit der Kutsche zu beliefern, sagte Schlär auf Anfrage von 24auto.de. Bei den Kunden kam die Aktion jedenfalls gut an. Demnach wurde er mehrfach darauf angesprochen, wann er seine Waren noch einmal mit der Kutsche ausliefert. „Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein“, verspricht der Bäcker.

Wegen hoher Spritkosten: Kutsche für Bäcker keine Dauerlösung

Eine dauerhafte Lösung ist der Einsatz der historischen Bäckerkutsche jedoch nicht. Daher werden die Mitarbeiter von Schlär auch künftig täglich rund 200 Kilometer mit den drei Fahrzeugen der Bäckerei zurücklegen. Zudem fährt ein Verkaufswagen zwei bis drei Mal die Woche 14 Orte in der Region ab.

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Bis die Pferde eingespannt sind, sind bereits zehn bis fünfzehn Minuten vergangen. Zudem reicht die Zeit nicht, um mit der Kutsche durch die Region zufahren und auch die Höhenlagen mancher Orte würde die Pferde vor Herausforderungen stellen. *landtiere.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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