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Spritpreis egal: Deutsche Autofahrer ändern Fahrverhalten nicht

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Von: Marcus Efler

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Das Tempo zu drosseln, ist eine sehr effektive Möglichkeit, die Tank-Kosten zu reduzieren. Aktuelle Untersuchungen zeigen nun, was Autofahrer von dieser Idee halten.

Hamburg – Die hohen Kraftstoff-Preise sind ein Ärgernis für Autofahrer – und zunehmend auch ein Politikum: Das Bundeskartellamt beobachtet die Entwicklung, und Bundesfinanzminister Christian Lindner (43, FDP) stellt einen Tank-Rabatt in Aussicht. Doch bis das alles greift, behelfen sich Autofahrer selbst. Wenn auch nicht jeder so weit gehen mag wie der Franzose, der vom Auto aufs Pferd umsattelt: Vom Tanken im Ausland über das (nicht empfohlene) Einfüllen von Salatöl bis zu (erst recht nicht empfohlenen) kriminellen Aktionen wie Diesel-Diebstahl ist so ziemlich jede Aktion vertreten.

Spritpreis egal: Deutsche Autofahrer ändern Fahrverhalten nicht

Nur eine bislang offenbar nicht: Langsamer fahren, um Energie zu sparen. Diese einfach umzusetzende Maßnahme, die TV-Moderator und YouTube-Star Matthias Malmedie schon für Elektroautos empfiehlt, halten Politiker wie Stefan Gelbhaar, verkehrspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, ganz allgemein für angebracht. Selbst die Diskussion um ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen kocht mit dem Kosten-Argument wieder hoch.

Von selbst folgen die Autofahrer dieser Empfehlung jedenfalls nicht. Das legt jedenfalls eine Untersuchung der Nachrichtenagentur dpa nahe, die Daten des niederländischen Navi-Experten TomTom und des amerikanischen Verkehrsspezialisten Inrix ausgewertet hat. Das Ergebnis: Auf Autobahnen, wo ein geringeres Tempo den Verbrauch tatsächlich deutlich senken kann, wird mindestens so schnell gefahren wie zuvor.

Fahrendes Auto  (Symbolbild)
Der hohe Spritpreis bremst Autofahrer nicht. (Symbolbild) © Frank Rumpenhorst/dpa

Spritpreis egal: Tempo sinkt nur bei mehr Verkehr

„Unsere Geschwindigkeitsanalyse mehrerer Autobahnabschnitte in Deutschland lässt derzeit keine Veränderung der Fahrgewohnheiten aufgrund des Kraftstoffpreises erkennen“, bilanziert Bob Pishue von Inrix. Auch bei TomTom sieht man „keine Anpassung im Fahrverhalten bezüglich der Durchschnittsgeschwindigkeit auf den betrachteten Autobahnen seit den Spritpreissteigerungen“. Der Verkehr fließe an Werktagen sogar etwas schneller als noch im Februar – was allerdings auch damit zusammenhängen könne, dass etwas weniger Autos unterwegs seien.

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Ein umgekehrtes Bild stellte Tomtom am Wochenende fest: Mehr Verkehr als bisher, weniger Tempo. Die Dichte an Autos scheint also einen höheren Einfluss auf die gefahrene Geschwindigkeit zu haben als das Bedürfnis, beim Tanken Geld zu sparen.

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