1. 24auto
  2. News

Algen-Sprit: Hat der Verbrenner damit doch noch eine Zukunft?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marcus Efler

Japanische Forscher haben eine Algen-Art entdeckt, die biologisches Erdöl erzeugt. Bis das für Verbrennungsmotoren nutzbar sein könnte, dauert es aber noch.

Yokosuka (Japan) – Fast könnte man der Meinung sein, die Sache sei gelaufen – gegen den Verbrennungsmotor und für das Elektroauto mit Akku oder eventuell auch Brennstoffzelle. Viele Hersteller wie Audi oder Daimler verkünden den Schwenk zum E-Mobil und die EU will ab 2035 nur noch emissionsfreie Autos neu zulassen. Allerdings bejubeln nicht alle Autofahrer die nahende neue Zeit, mancher würde auch künftig lieber mit Sprit anstatt Strom unterwegs sein – sei es wegen der (noch) umständlichen Lade-Prozeduren von Akku-Mobilen oder deren angeblichem Mangel an „Emotionalität“. (Volkswagen hält am Verbrennungsmotor fest – ein teurer Fehler?)

Algen-Sprit: Hat der Verbrenner damit doch noch eine Zukunft?

Für die eisernen Sprit-Fans keimt nun neue Hoffnung. Denn gerade bei den Plänen der EU-Kommission empfiehlt es sich, auf die genaue Wortwahl zu achten: Schließlich ist nicht von einem expliziten Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor die Rede, sondern nur von all jenen, die Emissionen produzieren. Und die Alternative muss da nicht zwingend der Elektroantrieb sein: Manche Experten sehen in klimaneutralen oder synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, nämlich eine reale Chance für den sauberen Verkehr der Zukunft. (Elektromobilität in Kritik: Ökobilanz etwa schlechter als gedacht?)

Mit Algen überwucherte Felsen im Wasser (Symbolbild)
Erdöl aus Algen? Eine neu entdeckte Art macht Hoffnung. (Symbolbild) © Yulii Zozulia/Imago

Sprit aus Algen: Chemische Bestandteile ähneln denen von Erdöl

Neuen Schub für diesen Ansatz liefert nun die ozeanische Forschungs- und Entwicklungsorganisation JAMSTEC aus Japan. In einem Beitrag für die Fachzeitschrift „Nature“ berichten die Forscher über die Entdeckung einer Meeresalge, die biologisches Öl produziert – dessen chemische Bestandteile denen von Erdöl ähneln und das sich deshalb zur klimaneutralen Energieerzeugung eignen könnte. Für Fachleute: Die Alge gehört zur Art Dicrateria rotunda und ist in der Tschuktschensee heimisch, einem Randmeer des Nordpolarmeeres. Und offenbar nur dort: „Diese Eigenschaft von D. rotunda ist bemerkenswert, da bisher noch kein Organismus mit einer ähnlichen Fähigkeit beschrieben wurde“, erklären die Forscher. (Gemeinde zahlt Bürgern Prämie – wenn sie Verbrenner abmelden)

Sprit aus Algen: Produktion nur bei Dunkelheit und wenig Stickstoff

Ob hier wirklich ein neuer Bio-Sprit am Start ist, sollen nun weitere Untersuchungen zeigen. Bekannt ist jedenfalls schon, dass die Öl-Alge recht wählerisch ist – was möglicherweise der Grund für ihren abgelegenen Fundort ist: Sie produziert nennenswerte Mengen des speziellen Stoffs nur in Dunkelheit und auch nur dann, wenn wenig Stickstoff im Wasser ist. Aber dass die Rettung des Verbrennungsmotors eine einfache Angelegenheit sein würde, hat ja niemand behauptet.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare