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VW ID.4 massiv kritisiert – Autoexperte: „Keine gute Ingenieursarbeit“

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Von: Sebastian Oppenheimer

Der US-Autoexperte Sandy Munro kritisiert das Elektro-SUV VW ID.4 wegen eines Details scharf. Allerdings teilt diese Meinung lange nicht jeder.

Wolfsburg – Volkswagen wird zum reinen Elektroautohersteller – und hat bereits die ersten E-Modelle auf dem speziell dafür entwickelten Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) auf dem Markt. Den Anfang machte das Kompaktmodell VW ID.3, ihm folgte wenig später der VW ID.4. Und genau so ein E-SUV der Wolfsburger hat nun der US-Automobilexperte Sandy Munro scharf kritisiert – und zwar wegen der angeblich schlechten Raumnutzung.

VW ID.4 massiv kritisiert – Autoexperte: „Keine gute Ingenieursarbeit“

Doch zunächst einmal: Wer bitteschön ist eigentlich Sandy Munro? Bei dem Mann im fortgeschrittenen Alter handelt es sich um einen auf Fertigung spezialisierten Automobilingenieur, der gleichzeitig Inhaber der Beratungsfirma Munro & Associates ist. Laut eigener Aussage ist er seit 53 Jahren in der Automobilindustrie tätig. Zudem betreibt der US-Amerikaner den YouTube-Kanal „Munro Live“, auf dem er sich fast ausschließlich mit Elektroautos und im Speziellen mit Tesla beschäftigt. Unter anderem ging er in einem seiner Videos mit einem Tesla Model 3 hart ins Gericht. Dass der Mann als Experte durchaus Gewicht hat, zeigt die Tatsache, dass er wenig später von Tesla-Chef Elon Musk (50) persönlich zu einem Gespräch empfangen wurde.

Sandy Munro steht vor einem VW ID.4 mit geöffneter Fronthaube.
Autoexperte Sandy Munro ist mit der Konstruktion des VW ID.4 alles andere als zufrieden. © YouTube (Munro Live)

VW ID.4 massiv kritisiert – Autoexperte: „Verschenken eine riesige Menge Platz“

In einem neuen YouTube-Video, das hier zu finden ist, hat sich Sandy Munro nun einen VW ID.4 vorgeknöpft – und an dem regt ihn eine Sache richtig auf. Und zwar der fehlende „Frunk“. Die Abkürzung steht für „Front Trunk“, also einen Laderaum unter jener Klappe, die man bei Verbrenner-Fahrzeugen offiziell noch als Motorhaube bezeichnen darf. Er öffnet die Haube des Volkswagen und zeigt, dass an dieser Stelle kein Stauraum verfügbar ist. „Hier ist nicht mal Platz, um eine tote Katze zu verstecken“, witzelt Munro. Alles sei durch Technik blockiert. Doch man hätte das Ganze auch anders lösen können, ist er überzeugt – und zwar besser: „Die Jungs von Volkswagen verschenken eine riesige Menge an Platz.“

Und so krabbelt er kopfüber in den Fußraum auf der Beifahrerseite des VW ID.4 – und blickt dort unter das Armaturenbrett. Hier stellt der Experte fest, dass noch jede Menge freier Raum verfügbar sei. „Ratet mal, was ich hier sehe? Eine Menge Nichts“, so Munro. Normalerweise sei dieser Bereich unter den Ingenieuren hart umkämpft. Aber: „Hier ist nichts drin und wir verstehen nicht, warum.“ (VW ID.4 GTX im Test: So fährt sich der sportliche E-Crossover)

Sandy Munro blickt vom Fußraum unter das Armaturenbrett eines VW ID.4
Auf Tauchgang: Unter dem Armaturenbrett hätten die VW-Ingenieure viel Platz verschwendet, findet Sandy Munro. © YouTube (Munro Live)

VW ID.4 massiv kritisiert – Autoexperte: „Die Leute wollen Raum“

Volkswagen habe sich entschieden, den Frunk als Motorraum zu nutzen. „Und ein Motorraum ist nicht das, was die Leute wollen. Die Leute wollen Raum, den sie nutzen können“, erklärt der Automobilexperte. „Das ist keine gute Ingenieursarbeit.“ Es gehe immer um den Kunden – und nicht darum, es für den Ingenieur leicht zu machen. Harte Worte. Und dann demonstriert Sandy Munro, wie es seiner Meinung nach richtig geht – und zwar an einem Ford Mustang Mach-E. Er deutet auf den Frunk eines teilweise zerlegten Exemplars: „Hier könnte man eine Leiche verstecken“, scherzt Munro. „Hier ist eine Menge Platz. Der Grund dafür ist, dass die Ingenieure von Ford das Armaturenbrett zu ihrem Vorteil genutzt haben.“ Noch dazu nehme das Armaturenbrett im Innenraum weniger Platz ein als im VW. (Mustang Mach-E mit Spezial-Duft: Sind Ford die Pferde durchgegangen?)

VW ID.4 massiv kritisiert – Autoexperte bekommt Gegenwind in den Kommentaren

Allerdings schließen sich nicht alle der Meinung von Sandy Munro an. In den Kommentaren weisen einige Nutzer darauf hin, dass die Frontpartie des Ford Mustang Mach-E ja auch viel länger sei als die des VW ID.4 – und deswegen logischerweise auch viel mehr hineinpasse. Ein Kommentator vermutet eher praktische Gründe hinter der VW-Lösung: „Möglicherweise kann man am VW auch Reparaturen durchführen, ohne das komplette Ding zu zerlegen.“

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