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Besitzer von nissan.com tot: Jahrelanger Rechtsstreit mit dem Autokonzern

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Von: Arne Roller

Uzi Nissan, Privatmann und Besitzer der Internet-Domain nissan.com, kämpfte fast ein Jahrzehnt vor Gericht mit dem gleichnamigen Autokonzern aus Japan. Jetzt ist er an Covid-19 gestorben. Was passiert nun mit der Domain?

Raleigh, North Carolina (USA) – Wer versucht, nissan.com aufzurufen, erhält lediglich eine Nachricht seines Browsers: „Die Website ist nicht erreichbar“. Aber auch wer es vor einem Monat versuchte und eine polierte Übersicht der aktuellen Nissan-Modelle erwartete, dürfte überrascht gewesen sein. Denn stattdessen landete man auf der Website des Unternehmers Uzi Nissan, die doch sehr an das Internet der 90er-Jahre erinnerte: mit 3D-Effekt-Schaltflächen, einem „Nissan Computer“-Logo, dessen Design dem Emblem auf einer gestempelten Visitenkarte ähnelt – und nicht zuletzt dem großen, durchgestrichenen Logo der Nissan Motor Corporation. Uzi Nissans Webseite war eine Mischung aus den Service-Angeboten seiner eigenen Computerfirma und seinem Kampf gegen die große Nissan Motor Corporation um eben jene Domain, auf der man sich gerade befand. (Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz: Bald nur noch Klon-Fahrzeuge?)

Nissan Motor Corporation
SitzYokohama (Japan)
Gründung1933
PräsidentMakoto Uchida
Bekannte ModelleMicra, X-Trail, Juke, Qashqai
Verkaufte Fahrzeuge 20195.176.189 Millionen

Besitzer von nissan.com-Domain: Angebot über 15 Millionen US-Dollar von Nissan

Schon 1994 registrierte Uzi Nissan die Domain für sein drittes Unternehmen, „Nissan Computer“. Der Unternehmer, der 1976 aus Israel in die USA emigrierte, arbeitete dort zunächst als Kfz-Mechaniker, machte sich dann selbstständig. Von Autoreparaturen (Nissan Foreign Car) und Großhandel (Nissan International) wechselte er schließlich in den Computer-Einzelhandel (Nissan Computer). Früh erkannte er die Wichtigkeit des Internet – im Gegensatz zum großen Nissan-Konzern, der erst 1999 wegen der Domain bei ihm anklopfte. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde den Verantwortlichen in Yokohama offensichtlich klar, dass der Amerikaner im Besitz von etwas war, das für sie eigentlich unabdingbar sein müsste. Und so strebte der Autohersteller einen schnellen Kauf der Domain an. Man bot Uzi Nissan schließlich 15 Millionen US-Dollar für die Domain. Aber Uzi Nissan wollte nicht verkaufen. Yokohama ließ das aber nicht so einfach auf sich sitzen und verklagte den Geschäftsmann. Als die beiden Nissans in den Krieg zogen, setzte sich Uzi Nissan zwar am Ende durch, verlor aber auf dem Weg zum Sieg fast alles. (Kanadier fliegt extra nach Deutschland zu Mercedes, um sich über seine S-Klasse zu beschweren)

Der achtjährige Rechtsstreit endete im September 2007. Das Gericht hatte letztendlich die Ansprüche des Automobilherstellers auf Markenverletzung und Markenverwässerung zugunsten von Uzi Nissan zurückgewiesen. In einem Interview mit der amerikanischen Webseite Jalopnik gab Uzi Nissan die Gesamtkosten des Prozesses mit drei Millionen US-Dollar an. (Kanadier: Nach Ärger mit Mercedes-Benz: „Ich fahre jetzt BMW“) Die durchgestrichenen Nissan-Logos gab es übrigens nicht nur auf der Webseite zu sehen, sondern auch auf Shirts, Autoaufklebern und sogar Tassen:

Uzi Nissan war Vater, Familienmensch, israelischer Immigrant und Geschäftsmann. Jetzt ist er an den Folgen der Covid-19-Erkrankung gestorben. Er hinterlässt seine Frau Samra und seine zwei Kinder Dvir und Ariel. Seine Hinterbliebenen haben inzwischen eine GoFundMe-Kampagne gestartet. Was in Zukunft mit der Domain nissan.com geschieht, ist noch unklar.

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