1. 24auto
  2. News
  3. Social Media

Lidar-Anbieter attackiert Tesla: Model X fährt Fußgänger-Dummys um

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Oppenheimer

Ein Werbevideo von Lidar-Hersteller Luminar soll die Qualität seiner Produkte hervorheben – und lässt dazu ein Tesla Model X Fußgänger-Dummys umfahren.

Orlando (USA) – Die meisten Hersteller setzen bei ihren Assistenzsystemen aktuell auf eine Kombination verschiedener Techniken. Diese besteht häufig aus Kameras, Radar und Ultraschall. Um irgendwann einmal komplett autonom fahrende Autos auf die Straßen zu bringen, ist aus Sicht vieler Autobauer aber noch eine andere Technik nötig: ein Laserscanner, auch Lidar genannt. So ein System ist in der Lage, detaillierte 3-D-Bilder der Umgebung zu erzeugen. Noch gilt die aufwendige Technik als relativ teuer – auch wenn sich das künftig ändern soll. Der Lidar-Anbieter Luminar ist allerdings der Meinung, dass ein Lidar nicht nur für Robotaxis sinnvoll ist, sondern bereits im Hier und Jetzt in Zusammenarbeit mit aktuellen Assistenzsystemen Unfälle vermeiden kann. Um zu zeigen, wie gut das klappt, vergleicht das Unternehmen ein mit der entsprechenden Technik ausgestattetes Lexus-SUV mit einem Tesla Model X, das dabei gar nicht gut wegkommt. (Tesla verpetzt Fahrer: Welche Technik den Ermittlungsbehörden geholfen hat)

Lidar-Anbieter attackiert Tesla: Model X fährt Fußgänger-Dummys um

In dem Werbevideo von Luminar (das hier auf YouTube zu finden ist) sieht man immer wieder, wie ein blaues Tesla Model X Fußgänger-Dummys umfährt – mal aus der Außen-, mal aus der Fahrerperspektive. Zwar lassen die Macher auch einen Audi A5 in die Test-Puppen rauschen, doch der Fokus scheint schon deutlich auf dem Tesla zu liegen. In einem auf Twitter geposteten Ausschnitt (hier zu finden), kommt sogar nur der Tesla vor. Untermalt von dramatischer Musik, sieht man immer wieder das Model X heranfahren, hört es piepsen und dann folgt der Dummy-Aufprall. Das Auto – gemeint ist offenbar der Tesla – habe im Prinzip gar nicht gebremst, heißt es in dem Video. Das mit Lidar bestückte Testfahrzeug habe dagegen jedoch auch bei 50 oder 60 km/h immer rechtzeitig gestoppt. (Tesla: Elon Musk findet aktuelles Full-Self-Driving „nicht so toll“)

Ein Tesla Model X fährt einen Fußgänger-Dummy um.
In einem Werbevideo lässt der Lidar-Anbieter Luminar ein Tesla Model X einen Fußgänger-Dummy umfahren. © YouTube (Luminar)

Lidar-Anbieter attackiert Tesla – besser Kollisionen vermeiden als nur abschwächen

Heutige Systeme konzentrierten sich laut Luminar in erster Linie darauf, Kollisionen abzuschwächen – also einen Aufprall abzumildern. Das habe auch damit zu tun, dass sie den drohenden Zusammenstoß nicht immer rechtzeitig erkennen würden. Und wenn ein solches System derartige Unfälle nicht mal in einer so simplen Situation wie auf der Teststrecke vermeiden könne, dann sei es laut Lidar-Anbieter quasi unmöglich, dies bei vollautonomen Fahrzeugen in großem Maßstab, speziell im urbanen Verkehr, umzusetzen. In dem Video werden auch die Test-Szenarien des NCAP-Verbandes (= herstellerunabhängiges Crashtest-Programm) in Bezug auf aktive Sicherheitssysteme kritisiert: Diese seien einfach zu lösen und zudem auf „ältere Sensoren“ wie Kameras und Radar auslegt. (Waymo startet Robotaxis in San Francisco – traut aber eigener Technik nicht)

Natürlich stellt sich die Frage, wieso sich Luminar in seinem Video für einen Tesla als primäres Vergleichsfahrzeug entschieden hat. Laut den Aussagen in dem Werbefilm habe man sehen wollen, wie man gegen eine der angesehensten Marken auf dem Gebiet der fortschrittlichen Assistenzsysteme abschneide. Doch es könnte auch noch einen anderen Grund für die Wahl geben: Denn Tesla-Chef Elon Musk (50) will einen anderen Weg gehen – statt auf mehrere Systeme (wie aktuell Kameras, Radar und Ultraschall) will er künftig nur noch auf eines setzen – nämlich Kameras, wie er in einem Beitrag auf Twitter mitteilte. Ein Lidar fällt für Tesla also aller Voraussicht nach flach. Und Luminar will wohl beweisen, dass das die falsche Entscheidung ist. Ob sich Elon Musk mit diesem Video umstimmen lässt?

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Auch interessant

Kommentare