Kabel lässt sich nicht lösen

Tesla Model 3 hängt stundenlang an Supercharger fest: „Hat jemand einen Vorschlag?“

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Was für ein Ärger: Der verzweifelte Besitzer eines Tesla Model 3 kann sein Fahrzeug nicht mehr von der Ladesäule trennen. Auch der Tesla-Support ist machtlos – und das über Stunden.

Florida – Vielleicht war es der Moment, in dem sich ein US-amerikanischer Autofahrer gewünscht hatte, er besäße kein Elektroauto, sondern ein Modell mit einem herkömmlichen Verbrenner. Dann wäre ihm in dieser Nacht sehr viel Ärger erspart geblieben. Eigentlich hatte der Mann aus Florida nur sein Tesla Model 3 an einem Supercharger laden wollen – doch die Aktion endete in einer stundenlangen Odyssee. Als er sein Fahrzeug an der Ladesäule andockte, spuckte der Computer eine Fehlermeldung aus – das Auto zog keinen Strom. An sich ist ja das schon ärgerlich genug – doch leider konnte der Mann im Anschluss das Kabel nicht mehr von seinem Tesla Model 3 trennen, egal was er auch anstellte. Weil ihm selbst der Tesla-Support nicht weiterhelfen konnte, wandte sich der Besitzer in seiner Verzweiflung schließlich in einem Internetforum an die Tesla-Gemeinde – und bat dort um Hilfe. (Ist Teslas neues Yoke-Lenkrad illegal? Elon Musk droht neuer Ärger mit Verkehrsbehörde)

Tesla Model 3 stundenlang an Supercharger gefesselt: „Hat jemand einen Vorschlag?“

Im auf Tesla spezialisierten Reddit-Kanal r/TeslaMotors schildert der Mann in einem Post, der hier zu finden ist, sein Problem: „Ich habe mit dem Support gesprochen, der mit mir alle verfügbaren Lösungsmöglichkeiten durchgegangen ist – einschließlich der manuellen Freigabe. Nichts hat funktioniert, und mir wurde gesagt, dass die Pannenhilfe erst in ,einigen Stunden‘ verfügbar sein wird.“ Und auch sein Ärger wird in dem Post deutlich: „Es sieht also so aus, als würde ich hier bis Mitternacht oder später festsitzen ... Dies ist eine meiner ersten Erfahrungen mit dem Support und zu behaupten, dass ich enttäuscht bin, wäre eine Untertreibung. Hat jemand einen Vorschlag, was ich noch versuchen könnte? Danke.“ (BMW-Boss Oliver Zipse kündigt Elon Musk knallharten Kampf an: „Es wird nicht einfach für Tesla“)

Ein Tesla-Fahrer in Florida konnte das Ladekabel des Supercharger nicht mehr von seinem Model 3 lösen (Symbolbild).

Tesla Model 3 stundenlang an Supercharger gefesselt: Manuelle Entriegelung offenbar defekt

Was folgte, waren zahlreiche Vorschläge der Tesla-Gemeinde, das Problem zu beheben – leider funktionierte keiner der Tricks. Offenbar glaubte der ein oder andere auch die Geschichte des Model-3-Besitzers nicht, weshalb der Mann gegen halb zwei Uhr morgens ein Video drehte, das unter diesem Link zu finden ist, in dem er die Schwierigkeiten mit seinem Stromer nicht nur erklärt, sondern auch zeigt. Wie er in dem Clip demonstriert, lässt sich der Stecker des Ladekabels einfach nicht rausziehen – auch die manuelle Entriegelung mittels einer Lasche im Kofferraum des Fahrzeugs bleibt ohne Wirkung. Interessant ist unterdessen, wie viele andere Tesla-Fahrer in dem Thread von ähnlichen Problemen berichten. (Tesla gesteht: Autonomes Fahren in weiter Ferne – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

Zum Glück scheint der Tesla-Besitzer nicht besonders weit weg von der Supercharger-Station zu wohnen – deshalb lässt er das Auto einfach stehen und geht nach Hause. Am nächsten Morgen kehrt er dann zum Fahrzeug zurück – scheinbar hat sich das Problem von selbst gelöst. Das Auto sei voll geladen gewesen und habe sich ohne Schwierigkeiten vom Kabel trennen lassen. Etwas später meldet sich dann laut seinen Aussagen eine Dame vom Tesla-Service telefonisch bei ihm. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie alle seine Posts gelesen habe und nun jemand auf dem Weg sei, um sich die Ladesäule anzuschauen. Wäre der Mann nicht aus der Gegend gewesen, hätte er vermutlich die Nacht in seinem Auto verbringen dürfen – kein sehr schöner Gedanke.

Tesla Model 3 stundenlang an Supercharger gefesselt: Hersteller will „einige Tests“ durchführen

Am Nachmittag liefert er sein Model 3 dann in einem Tesla-Service-Center ab – und erhält ein Model Y als Ersatzwagen. Tesla erklärt ihm, es werde nun ein paar Tage dauern, einige Tests durchzuführen und die Fehlerprotokolle auszulesen. Er sei nicht wütend auf eine spezielle Person, schreibt der Mann auf Reddit. Alle Tesla-Mitarbeiter seien professionell gewesen und hätten im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles getan, um ihm zu helfen. Trotzdem hat er einen Appell: „Wenn die Zukunft in Elektroautos liegt, müssen wir wissen, dass sie uns nicht 15+ Stunden irgendwo stranden lassen, während wir auf Unterstützung warten.“ Sobald Tesla sich mit einer Antwort zu den Problemen melde, wolle er wieder ein Update posten. Wir sind gespannt.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / photothek

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