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Tesla will 16.000 US-Dollar für Reparatur – Werkstatt nur einen Bruchteil

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Von: Sebastian Oppenheimer

Kleiner Unfall, extreme Reparaturkosten: Wegen eines Minimalschadens an einem Tesla Model 3 will eine Vertragswerkstatt die komplette Batterie tauschen.

Seabrook (USA) – Es war ein ärgerlicher Schaden, aber eigentlich auch nichts Weltbewegendes: Donald Bone war mit seinem brandneuen Tesla Model 3 über ein paar Steine gefahren – und hatte dabei das Batterie-Kühlsystem des Fahrzeugs leicht beschädigt. Also brachte der Mann das Fahrzeug in eine Tesla-Werkstatt – und spekulierte schon mal über einen möglichen Reparaturpreis: Er rechnete mit ein paar Hundert US-Dollar, maximal 800 (umgerechnet rund 680 Euro). Doch dann der Schock: 16.000 US-Dollar (rund 13.500 Euro) wollte Tesla ihm für die Instandsetzung des Schadens berechnen. Der Grund: Man müsse den kompletten Akku tauschen. Dabei war lediglich ein Kunststoff-Anschlussstück für den Kühlmittelschlauch angerissen. (Tesla Model 3 fliegt aus Kurve und prallt gegen Baum – Alarm warnt viel zu spät)

Tesla will 16.000 US-Dollar für Reparatur – Werkstatt nur einen Bruchteil

Die Versicherung wollte nicht für den Schaden aufkommen – und so stand Donald Bone vor einem großen Problem. Denn 16.000 US-Dollar hatte er nicht auf der hohen Kante. Also spielte er verschiedene Möglichkeiten durch. Als er schließlich sah, welchen Preis Batteriemodule für einen Tesla in Online-Auktionshäusern erzielen, kam ihm eine Idee: Er könnte den Akku ja tauschen lassen – und den alten (der ja eigentlich nagelneu ist) behalten, um ihn dann im Internet weiterzuverkaufen. Und so zumindest einen Großteil der enormen Reparatur-Kosten wieder reinholen. Doch laut dem Besitzer wollte Tesla ihm die ausgebaute Batterie nicht aushändigen – angeblich aus Sicherheitsgründen. (Tesla Model 3: Fertigungs-Experte Sandy Munro entsetzt – „Nicht akzeptabel“)

Ein weißes Tesla Model 3
Wegen eines kleinen Schadens an einem Model 3 wollte Tesla gleich die komplette Batterie tauschen. (Symbolbild) © Alan Carranza/Imago

Also musste eine andere Lösung her. In einem Tesla-Forum im Internet empfahl dem verzweifelten Besitzer schließlich jemand die unabhängige Tesla-Werkstatt Electrified Garage – und genau dorthin wandte sich Donald Bone auch. Obwohl er das Fahrzeug dafür auf einem Anhänger durch drei US-Bundesstaaten transportieren musste. In jener freien Werkstatt, in der angeblich auch vier ehemalige Tesla-Mitarbeiter angestellt sind, sah man kein Problem für die Reparatur – und machte sich gleich an die Arbeit. Die komplette Geschichte samt Reparatur ist in einem YouTube-Video auf dem Kanal von Rich Rebuilds zu sehen, das hier zu finden ist.

Tesla Model 3 mit Kühlsystem-Schaden: Simple Reparatur behebt das Problem

Im Video ist zu sehen, wie ein Techniker mit einem Cuttermesser das angerissene Anschlussstück entfernt und es nach dem Abschleifen unter Verwendung von Dichtungen und einem Zwischenstück aus Messing wieder mit der Batterie verbindet – anschließend kann der Kühlmittelschlauch angedockt werden. Diese relativ simple Art der Reparatur ist laut Electrified Garage möglich, weil das Kühlsystem maximal mit einem Druck von nur 2 psi (entspricht 0,14 bar) arbeitet. Kostenpunkt: gerade mal 700 US-Dollar (umgerechnet knapp 600 Euro). (Einbruch-Alarm bei Tesla Model 3 – kurioser Lärm soll Autodiebe vertreiben)

Tesla Model 3 mit Kühlsystem-Schaden: Besitzer findet Auto „fantastisch“

Einen Haken hat die Sache allerdings vermutlich: Sollte Tesla von der Reparatur Wind bekommen, dürfte die Garantie für das neue Fahrzeug futsch sein. Trotz des Ärgers ist Donald Bone von seinem Model 3 nach wie vor begeistert. Er finde das Auto „fantastisch“ – und betont immer wieder, dass er die Marke nicht schlechtmachen wolle. Nur der Service könnte eben besser sein. Wäre mal interessant, was der sonst in den sozialen Medien so umtriebige Tesla-Chef Elon Musk (50) zu diesem Fall zu sagen hätte.

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