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Lade-Automatik für Tesla: Model-3-Fahrer baut sich KI-Roboter für zu Hause

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Schulz

Der Besitzer eines Tesla Model 3 baut einen automatischen Lade-Roboter für sein E-Auto, weil ihn das manuelle Laden nervt. Unterdessen ist in Deutschland die tausendste Supercharger-Ladesäule in Betrieb gegangen.

Palo Alto (Kalifornien) – Bereits Mitte 2015 präsentierte Elektroauto-Hersteller Tesla den Prototyp eines automatischen Ladegerätes für seine E-Autos. Etwa ein halbes Jahr vorher hatte Tesla-Boss Elon Musk dies vollmundig angekündigt: „Wir arbeiten an einem Lader aus festem Metall, der automatisch aus der Wand herauskommt und sich verbindet.“ Und tatsächlich: Eine Art metallische Schlange, die in einen Tesla-Stecker mündete, suchte und fand die geöffnete Ladeklappe eines Tesla Model S – und das Elektrofahrzeug begann mit dem Ladevorgang. Allerdings war die Ladevorrichtung nicht in der Wand versteckt, sondern stand gut sichtbar mitten im Showroom. Anders dagegen die Hightech-Lösung Marke Eigenbau eines Tesla-Besitzers. (Hacker drohen Elon Musk: „Narzisstisch reicher Kerl“ – nimmt Tesla jetzt doch Bitcoin?)

Lade-Automatik für Tesla: Model-3-Besitzer baut sich KI-Roboter für Garage

Pat Larson, engagierter und technikaffiner Besitzer eine Tesla Model 3, hat sich nämlich an sein ganz persönliches Projekt herangewagt. Und in seiner Garage eigenhändig eine Lade-Automatik geschaffen. Anlass dazu gab der Umstand, dass er immer öfter seinen Tesla händisch an den Strom anschließen musste. Er vertiefte sich in die Arbeit an seinem ambitionierten Vorhaben – und siehe da: Nach sechs Monaten war er erfolgreich. (Tesla Gigafactory Grünheide: Störfall-Ärger – Umweltschützer kündigen Blockade an)

Der Arm des von Pat Larson gebauten Lade-Roboters für Tesla Modelle
Der Arm des von Bastler Pat Larson gebauten Lade-Roboters für Tesla-Modelle findet selbstständig Ladeklappe und -buchse. © YouTube (Pat Larson)

Seine Konstruktion ist ausgeklügelt. Denn der KI-Roboter muss durchaus einiges an mechanischen und logischen Aufgaben bewältigen: So muss die Stecker-Automatik natürlich auch dann richtig funktionieren, wenn das E-Auto beim Laden nicht immer exakt an derselben Stelle steht. Um dies zu gewährleisten, hat Pat Larson links und rechts dünne Arme angebracht – sowie einen Servomotor, um Drehungen auszuführen. Wie Larson in einem YouTube-Video zeigt, ermöglicht ein Maschinenlern-Modell der freien Google-Plattform Tensor Flow es dem Lade-Roboter, das Tesla-Logo, die Ladeklappe und die dahinter liegende Ladebuchse korrekt zu identifizieren. Um alle Daten sinnvoll zu verknüpfen, reicht Pat Larson ein einfacher Raspberry-Computer. Über die Tesla-API wird der Kontakt zur Buchse hergestellt – und das Laden kann beginnen. (Tesla Model 3 sperrt Fahrer ein – generelles Sicherheitsrisiko beim Ladevorgang?)

Von offizieller Unternehmensseite her war es um die Automatisierung des Akkuladens äußerst still geworden, doch dies könnte sich demnächst ändern. Denn auch Tesla selbst scheint das Thema Lade-Roboter wieder in den Fokus zu nehmen. Entsprechende Indizien lieferten der Beta-Test der nach mehreren schlimmen Unfällen umstrittenen FSD-Software des Tesla-Autopiloten – sowie eine vielsagende Antwort von Elon Musk. Gefragt, ob es in der Theorie möglich sei, ein Tesla-Modell völlig ohne menschlichen Fahrer über mehrere US-Bundesstaaten hinweg fahren zu lassen, antwortete der CEO: „Ja. Das ist möglich. Wir müssen lediglich die Metall-Schlange als Auto-Koppler realisieren.“ (Tesla-Autopilot: Kalifornien ermittelt wegen FSD-Funktion – Täuschung durch Elon Musk?)

Der Ladearm des von Pat Larson gebauten Lade-Roboters für Tesla Modelle steckt in der Ladebuchse eines Tesla Model 3.
Hat der KI-Roboter des Bastlers den Tesla-Stecker vollautomatisch in die Buchse navigiert, kann der Ladevorgang beginnen. © YouTube (Pat Larson)

Lade-Automatik für Tesla: Supercharger Nummer 1.000 in Deutschland eröffnet

Apropos Ladevorgang und weite Fahrten: Rund sieben Jahre nach dem ersten deutschen Supercharger hat Tesla Deutschland mit der Eröffnung der Schnellladestation in Illertissen südlich von Ulm den 1000. Supercharger-Ladeplatz in Betrieb genommen. Diese verteilen sich auf über 90 verschiedene Supercharger-Stationen, die laut Tesla Model 3, Model S und Model X innerhalb von Minuten aufladen können. Das solle Tesla-Besitzern ermöglichen, Langstreckenreisen entspannt und mit einem Minimum an Ladestopps zu absolvieren. (Burger essen, während Tesla lädt? Elon Musk will jetzt Fast Food anbieten)

Seit der erste Supercharger in Europa im Jahr 2013 installiert wurde, sei das Netzwerk durch mehr als 600 Stationen auf über 6.100 Supercharger-Schnellladeplätze in 27 Ländern des Kontinents angewachsen. Laut Angaben des E-Autobauers wurde alleine in den letzten zwei Jahren im europäischen Supercharger-Netz Energie für über 2,6 Milliarden Kilometer Reichweite nachgeladen. (Tesla-Geständnis: Autonomes Fahren weit entfernt – doch Elon Musk verspricht „Full Self Driving“ für alle)

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