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Tesla: Überschätzt sich Elon Musk? Er prophezeit gigantische Produktionszahlen

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Von: Sebastian Oppenheimer

Ein Tweet von Tesla-Chef Elon Musk (49) lässt wieder einmal aufhorchen. Diesmal geht es um angepeilte Produktionszahlen. Seine Prognose lässt staunen ...

Palo Alto – Bei Tesla-CEO Elon Musk kann man sich eigentlich nie so ganz sicher sein: Ist er nun ein großer Visionär mit goldenem Händchen oder einfach ein Gigantomane, der Probleme immer wieder mit spektakulären Ankündigungen vernebelt? Oder vielleicht beides? Gerade einmal knapp 370.000 Fahrzeuge hat der kalifornische E-Autobauer im Jahr 2019 produziert, mit viel Glück sollen es in diesem Jahr über 500.000 Exemplare werden. Zum Vergleich: Die Marke VW lieferte beispielsweise im vergangenen Jahr knapp 6,3 Millionen Fahrzeuge aus, bei Mercedes-Benz waren es rund 2,3 Millionen Autos. Und schon bei der aktuell vergleichsweise geringen Produktionszahl von Tesla häufen sich Berichte über schwere Qualitätsmängel – speziell beim Tesla Model Y (Tesla Model Y: Besitzer stößt auf Pfusch-Konstruktion mit Baumarktteilen). Vermutlich eine Folge des extrem großen Drucks in der Fertigung. Doch: Elon Musk hat gigantische Pläne, was die Stückzahlen angeht, wie nun ein Tweet von ihm zeigt.

Tesla: Überschätzt sich Elon Musk? Er prophezeit gigantische Produktionszahlen

Erst vergangene Woche hatte Elon Musk Schlagzeilen mit einer Ankündigung auf dem hauseigenen „Battery Day“ gemacht: Er wolle ein günstiges Elektroauto bauen, das auch noch vollautonom fahren können soll. Das Ganze für einen Preis von 25.000 Dollar (umgerechnet rund 21.500 Euro). Klingt attraktiv, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen – unter anderem wenn die Herstellungskosten von Batterien drastisch sinken, und das sei wohl erst in drei Jahren der Fall. Im Klartext: Vor 2023 kann der Billig-Tesla eigentlich nicht auf den Markt kommen („Tesla Battery Day“: Elon Musk verspricht Elektroauto zum Schnäppchenpreis). Bis dahin dürfte allerdings auch das Angebot der Konkurrenz deutlich gewachsen sein. Generell waren viele von den Neuigkeiten des „Battery Day“ enttäuscht, sie hatten mit viel spektakuläreren Innovationen gerechnet.

Doch nun lässt ein Tweet des umtriebigen Tesla-Lenkers mal wieder aufhorchen:

Elon Musk: Noch vor 2030 „wahrscheinlich“ mehr als 20 Millionen Teslas jährlich

Wie Elon Musk in seiner Twitter-Nachricht erklärt, rechnet er noch vor dem Jahr 2030 weltweit mit einer Produktion von mehr als 30 Millionen Elektroautos pro Jahr. Und er glaubt, Tesla werde „wahrscheinlich“ ebenfalls noch vor dem Jahr 2030 unglaubliche 20 Millionen Autos jährlich herstellen, allerdings macht Elon Musk eine Einschränkung: Seine Prognose setze eine „durchweg hervorragende Ausführung“ voraus. Vermutlich meint er damit die Produktions-Performance. 20 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, das würde bedeuten, dass Tesla im Vergleich zu den knapp 370.000 Autos im Jahr 2019 dann weit mehr als 50-mal so viele Autos herstellen würde. Und es wären fast doppelt so viele Fahrzeuge wie der Volkswagen-Konzern mit all seinen Marken 2019 produziert hat (knapp 11 Millionen). Zweifel sind auf jeden Fall angebracht. (Herbert Diess nach Treffen mit Elon Musk zu Gerüchten: „Nur um das klarzustellen ...“)

Elon Musk: Zahlreiche Faktoren lassen an der Prognose des Tesla-Chefs zweifeln

Wer ein wenig Erfahrung im Zusammenhang mit der Produktion in der Automobilbranche hat, weiß, auf welch dünnem Eis sich Elon Musk mit dieser gewagten Prognose bewegt. Denn es gibt gleich mehrere Risikofaktoren: Unter anderem müssen bei Tesla Werke komplett neu gebaut und in Betrieb genommen werden – beispielsweise die Gigafactory in Grünheide bei Berlin (Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg: Bringen Umweltschützer das Großprojekt zu Fall?). Und selbst bei Herstellern mit wesentlich mehr Erfahrung wie ein noch verhältnismäßig junger Autobauer wie Tesla hakt es teils gewaltig, wenn neue Produktionsstätten hochgefahren werden.

Kommen dann noch neue Fahrzeugmodelle hinzu, vervielfachen sich die Schwierigkeiten. Selbst wenn die Kunden die vom Tesla-Chef orakelte Zahl an Fahrzeugen nachfragen sollten, könnte sich der Hersteller schnell in der gefürchteten „Produktionshölle“ wiederfinden. Entsprechend geeignete Mitarbeiter wachsen bekanntlich auch nicht an den Bäumen. Aber vielleicht hat Elon Musk bis dahin wieder neue spektakuläre Ankündigungen, die von möglichen Herstellungsschwierigkeiten ablenken. Wir sind gespannt.

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