Umfangreiches Software-Update

Neuer Tesla-Autopilot: Ausgesuchte Fahrer testen schon Beta-Version – „Ich war schockiert ...“

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Ausgesuchte Tesla-Fahrer sind mit einer neuen Version des Autopiloten unterwegs – nun sind auch komplexe Fahrmanöver vollautonom möglich. So reagieren die Beta-Tester.

Palo Alto – Das vollkommen autonom fahrende Auto wird von der Industrie seit vielen Jahren angekündigt – doch aktuell scheint die Technik immer noch sehr weit von der Serienreife entfernt. Bereits für den aktuellen Audi A8 (D5), der bereits vor drei Jahren auf den Markt kam, war eine autonome Fahrfunktion auf Level 3 versprochen worden – verfügbar ist diese verhältnismäßig beschränkte Funktion allerdings bis heute nicht. Der US-Elektroautobauer Tesla scheint beim autonomen Fahren weiter zu sein als andere – allerdings ist der „Autopilot“ der Marke hochumstritten. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil der Technik wohl zu viel zugemutet wird. (Tesla kracht im „Autopilot“-Modus in Polizeiauto – das machte der Fahrer währenddessen)

Nun wagt Tesla-Chef Elon Musk einen riskanten Schritt: Ein umfangreiches Update für das FSD-System („Full Self Driving“ – „vollautonomes Fahren“) lässt in Zukunft deutlich komplexere autonome Fahrmanöver als bislang zu. Die Software befindet sich noch in einem Beta-Studium, allerdings hat der Autobauer die neue Technik schon für einige ausgewählte Tester freigeschaltet.

Tesla-Autopilot: Erste Fahrer testen neue Beta-Version – „Ich war schockiert ...“

In den sozialen Medien finden sich inzwischen mehrere Videos, die den „neuen“ Autopiloten in Aktion zeigen. Bei den Testern handelt es sich laut Elon Musk um Experten, die zudem auch sehr vorsichtige Fahrer seien. Einer dieser „Auserwählten“ ist der Betreiber eines YouTube-Kanals namens Tesla Raj – er hat ein zehnminütiges Video veröffentlicht, in dem er einen ersten Einblick in die neue Technik gibt.

Der YouTuber beschreibt zunächst einmal, was auf dem Display zu sehen ist: „Man sieht im Prinzip das, was der Computer sieht.“ Das System zeige sogar Autos, die am Straßenrand geparkt seien. Beeindruckt habe ihn auf seiner ersten Fahrt unter anderem, dass in der Wohngegend, in der er unterwegs gewesen sei, keine Fahrbahnmarkierungen vorhanden gewesen seien. Trotzdem sei das Auto auf der richtigen Spur geblieben. (Tesla-Autopilot: Das Assistenzsystem von Elon Musk bremst auch für Cheeseburger)

Neuer Tesla-Autopilot im ersten Test: „Ich war schockiert und überrascht“

Das Fazit des YouTubers: „Ich war schockiert und überrascht.“ Das meint er allerdings im positiven Sinne. Denn was mit der neuen Technik möglich ist, ist durchaus beeindruckend:

  • Das Auto fährt auch abseits von Autobahnen autonom, bspw. in Wohngebieten.
  • Das Auto kann selbstständig an Kreuzungen abbiegen.
  • Das Auto setzt selbstständig den Blinker.
  • Das Auto hält an Stoppschildern und roten Ampeln eigenständig an.

Aktuell kostet die Autopilot-Funktion auf der US-Seite des Autobauers bei einem Tesla Model Y 8000 US-Dollar (umgerechnet rund 6750 Euro). Wie Elon Musk jedoch bereits ankündigte, wird die Option demnächst rund 2000 Dollar teurer. Ebenso verriet der Tesla-Chef auf Twitter, dass es im Laufe des nächsten Jahres eine weitere Buchungsmöglichkeit geben soll: FSD als monatliches Abo. Wie viel das dann kosten soll, sagte Elon Musk allerdings bisher nicht. (Tesla: Spektakulärer Crash in Taiwan wirft Fragen auf – hat der Autopilot versagt?)

Neuer Tesla-Autopilot: So reagiert das Netz auf das umfangreiche Update

Das umfangreiche Update für Teslas Autopilot-System war mit Spannung erwartet worden. Entsprechend viele Kommentare finden sich unter den ersten Videos der Tester:

  • „Was wirklich sehr beeindruckend ist, ist, dass es nur durch ein Software-Update aktiviert wird. Die gesamte Flotte von Teslas mit dem Hardware-Upgrade 3.0 kann mit nur einem Over-the-Air-Update in autonome Fahrzeuge umgewandelt werden.“
  • „Die Zukunft ist hier. Tesla wird die Automobilindustrie bis 2040 anführen.“
  • „Absolut unglaublich. Leider verbietet die europäische Gesetzgebung vollautonomes Fahren.“
  • „Ich kann es nicht abwarten, dieses Update zu bekommen!“
  • „Das ist Technologie auf einem völlig neuen Level. Ich bin sprachlos!“
  • „Die Bedeutung davon ist unbeschreiblich. Vollautonomes Fahren wird immer mehr zur Realität und die Menschheit verändern.“

Bei aller Begeisterung birgt die neue Technik jedoch auch einige Risiken: Das autonome Fahren in der Stadt ist hochkomplex – unter anderem drohen hier wesentlich mehr Überraschungen als auf der Autobahn – etwa spielende Kinder, die auf die Straße laufen. Elon Musk kann sich mit seinem FSD-Update zwar als Vorreiter feiern, sollte es jedoch zu einem schlimmen Unfall kommen, könnte das für sein Unternehmen katastrophale Folgen haben.

Wegen der strengeren Regularien dürfte in Europa das in der Testphase befindliche Mega-Update bei uns erst mal nicht eingeführt werden. Deswegen werden Tesla-Käufer wohl auch von der von Elon Musk angekündigten Preiserhöhung verschont bleiben, zumindest vorerst.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa/Twitter (@brandonee916)

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