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Post-StreetScooter ausrangiert: Facebook-Beitrag sorgt für Elektro-Ärger

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Von: Sebastian Oppenheimer

Ein Facebook-Beitrag zeigt ausrangierte StreetScooter der Deutschen Post. Angeblich wende sich der Konzern von E-Mobilität ab. Doch das stimmt nicht.

Wunstorf – Wohl kaum ein Thema lässt die Emotionen derart hochkochen wie die Elektromobilität. Zumindest in den sozialen Medien. Zu einer sachlichen Diskussion kommt es eher selten – meistens wird schnell die verbale Keule ausgepackt. Denn in der Regel melden sich oft radikale Befürworter oder ähnlich fanatische Gegner zu Wort. Während für die einen Batteriefahrzeuge der einzige Schlüssel zur CO2-neutralen Mobilität sind, sehen andere in den Stromern höchstens große Brandgefahr durch deren Batterien und geringe Reichweiten. Wie schnell sich so eine Diskussion verrennen kann, zeigt nun ein fragwürdiger Facebook-Beitrag. (Elektroautos und kein Zurück: EU macht Schluss mit Verbrennern ab 2035)

Post-StreetScooter ausrangiert: Facebook-Beitrag sorgt für Elektro-Ärger

Der betreffende Facebook-Post, der hier zu finden ist, zeigt Fotos zahlreicher StreetScooter, die auf einer Wiese in Wunstorf (Niedersachsen) stehen. Der Elektro-Transporter StreetScooter wurde von einem 100-prozentigen Tochter-Unternehmen der Deutschen Post produziert – langfristig sollte die komplette Flotte der Post durch Elektroautos ersetzt werden. Im veröffentlichten Text zu den Bildern wird nun behauptet, es handele sich um einen „Friedhof der Unvernunft“, die Post habe offenbar erkannt, dass die E-Fahrzeuge „unbrauchbar“ seien. Der Autor warnt davor, was passieren würde, wenn eines der Fahrzeuge in Brand geriete. „Es würde eine Kettenreaktion geben, schlicht eine Katastrophe. Ich sage dazu nur: Murks“. Die Botschaft: Die Post wendet sich von der E-Mobilität ab. (ADAC testet Akkus von E-Autos: So nimmt die Batterie-Kapazität ab)

Eine Reihe abgemeldeter StreetScooter
Ein umstrittener Facebook-Post zum Thema StreetScooter erregt im Netz die Gemüter. © Facebook (Adolf Gerhard Englis)

Post-StreetScooter ausrangiert: „So geht’s bald jeder Elektrokarre“

Mehrere Hundert Kommentare finden sich unter dem umstrittenen StreetScooter-Beitrag. Vor allem Elektro-Gegner sehen sich bestätigt und feuern dementsprechend los:

Post-StreetScooter ausrangiert: Facebook warnt vor umstrittenem Beitrag

Inzwischen wurde der Beitrag allerdings von Facebook mit einer Art Warnung versehen: „Fehlender Kontext. Laut unabhängigen Faktenprüfern könnten diese Informationen irreführend sein.“ Denn wie das Recherche-Netzwerk „Correctiv“ berichtet, seien die Fotos zwar echt – aber die Deutsche Post habe Elektromobilität nicht als „unbrauchbar“ abgestempelt. Ein Pressesprecher des Unternehmens erklärte zudem, es handele sich um Fahrzeuge des ersten Typs, die man inzwischen „planmäßig durch das Folgemodell in unserem Betrieb ersetzt“ habe. Die ausrangierten Fahrzeuge seien an einen gewerbsmäßigen Wiederverkäufer gegangen. (Immer mehr Deutsche steigen aufs E-Auto um – Tesla mit Plus von über 400 Prozent)

Zum Thema Brandgefahr: Eine Selbstentzündung einer Batterie ist laut den von „Correctiv“ befragten Experten äußerst unwahrscheinlich – trotzdem habe der Aufkäufer der ausrangierten StreetScooter erklärt, die Fahrzeuge inzwischen umgestellt zu haben: Sie parkten nun in Blöcken im Abstand von fünf Metern. Von Elektroautos geht laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft generell keine erhöhte Brandgefahr aus, zumindest in Tiefgaragen.*

Post-StreetScooter ausrangiert: Ausstieg aus Produktion Ende 2022

Allerdings will die Post aus der Produktion des StreetScooter aussteigen – Grund sind offenbar die großen Verluste. Doch obwohl man die Fertigung eigentlich schon früher einstellen wollte, soll sie nun bis mindestens Ende 2022 weiterlaufen. Konzernintern sei die Nachfrage nach den Stromern nämlich groß – und es gebe kein vergleichbares Angebot von anderen Herstellern. Aus der E-Mobilität aussteigen will die Post also offenbar nicht. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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