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Dreister China-Klon aufgetaucht: Hunkt Canticie kopiert schamlos Range Rover

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Von: Sebastian Oppenheimer

Wieder einmal sind Bilder einer dreisten China-Kopie aufgetaucht: Die Designer des Hunkt Canticie haben schamlos Range Rover kopiert. Skrupel kannten sie jedenfalls keinen.

Hubei (China) – Die Entwicklung eines guten, stimmigen Designs nimmt viel Zeit in Anspruch – und verschlingt zumeist auch eine Menge Geld. Warum sich also selbst bemühen, wenn es doch schon so schöne Autos gibt, bei denen man sich einfach bedienen kann? Das jedenfalls scheint immer noch das Motto einiger chinesischer Hersteller zu sein. Zwar ist die Anzahl der offensichtlichen Kopien zumindest auf den Messen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen – doch hin und wieder tauchen immer noch ziemlich dreiste Klone auf. Zuletzt war unter anderem das Plagiat eines BMW 7er im Netz zu sehen – allerdings hatten die Chinesen beim Hongqi H9 beim Grill noch mal eine Schippe draufgelegt. Und auch der VW ID.3 ist nicht vor chinesischen Klonen sicher, wie der Didi D1 zeigt. Nun sind wieder Bilder einer dreisten Kopie im Netz aufgetaucht – diesmal wurde kräftig beim Range Rover abgekupfert.

Ein weißer Hunkt Canticie
Die Front ein Hauch von Audi – der Rest des Hunkt Canticie ist eine dreiste Range-Rover-Kopie. © Hunkt

Dreister China-Klon aufgetaucht: Hunkt Canticie kopiert schamlos Range Rover

Die SUV aus dem Hause Jaguar Land Rover scheinen im Reich der Mitte besonders begehrt zu sein. Chinesische Plagiate sind in der Automobilbranche natürlich nicht neu. Fast schon ein Klassiker aus der Rubrik „gnadenloses Abkupfern“ war vor einigen Jahren der Landwind X7 – wer dieses Fahrzeug betrachtet, kann wohl kaum bestreiten, dass es sich dabei um eine 1:1-Kopie des Range Rover Evoque handelte. (US-Physiker baut Lamborghini Aventador nach – für 20.000 Dollar)

Der Landwind X7 auf einer Messe
Der Landwind X7: Die „Anleihen“ beim Range Rover Evoque sind nur schwer zu bestreiten. © Peter Maahn/SP-X

Dreister China-Klon aufgetaucht: Eine Prise Audi an der Front garniert die Range-Rover-Kopie

Einer der aktuell kursierenden chinesischen Klon-Krieger ist der Hunkt Canticie. Weder von der Marke, die offenbar ihren Sitz in der Provinz Hubei hat, noch von dem Modell dürfte hierzulande schon mal jemand etwas gehört haben. Wer nun aber die Bilder betrachtet, die „CarNewsChina“ auf Facebook veröffentlicht hat, dürfte sich an ein bekanntes britisches Modell erinnert fühlen – und zwar nicht nur ein bisschen. Klar, die Chinesen haben ihrem Fahrzeug einen Grill spendiert, der von der Form eher an einen Audi erinnert (leichte Anleihen an den Q7 ) und auch beim Heck wurde etwas umgemodelt – doch der Rest des Fahrzeugs gleicht kaum bestreitbar einem Range Rover. Vor allem die Seitenlinie und die Kabinenform sind dreist kopiert. (Bugatti made in China: Video vom Bau einer Kopie wird Social-Media-Hit)

Dreister China-Klon aufgetaucht: Der Hunkt Canticie kostet nur einen Bruchteil eines Range Rover

Besonders deutlich wird die Ähnlichkeit auf Fotos, die Klon und Original nebeneinander zeigen. Im Innenraum fällt die Kopie dann gegenüber dem Vorbild deutlich ab – wobei selbst der Gangwahl-Drehschalter von der britischen Marke abgekupfert wurde. Laut „CarNewsChina“ ist der Hunkt Canticie mit einem 2,0-Liter-Turbomotor ausgestattet, der 218 PS leistet und das Fahrzeug auf bis zu 185 km/h beschleunigt. Das maximale Drehmoment beträgt 370 Nm, die Kraftübertragung übernimmt eine Achtgang-Automatik. Sogar Allradantrieb ist demnach optional erhältlich.

Während der China-Klon qualitativ vermutlich kaum mit dem Original konkurrieren kann, punktet er im Vergleich mit seinem echten Dumping-Preis. Angeblich beginnen die Preise für den Hunkt Canticie bei 159.800 Yuan (umgerechnet rund 20.500 Euro), einen Range Rover gibt es im Reich der Mitte ab etwa 1,22 Millionen Yuan (rund 156.000 Euro). Wem allein das kopierte Design nicht ausreicht, kann sich noch die Range-Rover-Fake-Badges für Front und Heck dazu besorgen, die sicher auch nicht viel kosten. Und vielleicht lassen sich ja alternativ auch irgendwo ein paar Audi-Ringe auftreiben – falls man sich mit seinem Hunkt Canticie von den vielen anderen „Range Rover“ abheben möchte.

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