Not macht erfinderisch

Opel-Fahrer will sein E-Auto laden – was er dann tut, sorgt im Netz für Furore

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Wenn keine Ladesäule in der Nähe ist, muss man als E-Auto-Besitzer eben erfinderisch sein. Deshalb wagt ein Opel-Fahrer eine kuriose Aktion, die im Netz für Diskussionen sorgt.

Timișoara (Rumänien) – Viele Autofahrer hierzulande sind noch skeptisch, ob sie sich ein Elektroauto zulegen sollen. Schließlich hat man immer das Problem, dass man nach geeigneten Ladestellen Ausschau halten muss, weil man davon abhängig ist. Komfortabel ist das nicht, vor allem dann, wenn man auf dem Land unterwegs ist.

Fahrer von Opel Corsa-e will Auto laden – was er dann tut, sorgt im Netz für Furore

In der Großstadt hingegen sollte man meinen, dass die Ladeinfrastruktur schon so weit ausgebaut ist, dass man sich keine Gedanken mehr darum machen muss. Doch in der rumänischen Stadt Timișoara (ca. 306.000 Einwohner) scheint genau das aktuell noch ein Problem darzustellen. Anders lässt sich nicht erklären, wie dieser E-Auto-Fahrer auf so eine verrückte Idee gekommen ist. Nicht so dagegen in Shanghai, dort hat Tesla eine Supercharger-Station aufgebaut, die unglaubliche 72 Ladesäulen an einem Ort bietet. Und diese sollen bald auch für andere Marken zugänglich sein.

Ein Passant, der die kuriose Szene beobachtet hat, hat davon gleich ein Foto gemacht, das schließlich auf der sozialen Plattform Reddit landet. Dort zu sehen ist ein Opel Corsa-e, der am linken Straßenrand parkt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, bis man einen zweiten Blick darauf wirft. Und dabei fällt auf: Das orangefarbene Ladekabel führt nicht etwa zu einer nahegelegenen Ladesäule, sondern in den Kofferraum des Stromers! (Ukrainer baut eigenen Cybertruck – doch die Tesla-Kopie fährt gar nicht mit Strom)

Romania badly needs charging infrastructure from r/electricvehicles

Aus diesem wiederum lugt ein weißes Kabel, das aus dem Kofferraum über einen nahe stehenden Baum gehängt worden ist, welches schließlich zum Wohnungsfenster eines Hauses auf der gegenüberliegenden Straße führt. Das bedeutet also, dass die Not den Opel Corsa-e-Fahrer wohl ziemlich erfinderisch gemacht und er in Ermangelung einer Stromquelle einfach mal die hauseigene Steckdose angezapft hat. Für einen Elektroautofahrer, der jetzt in einer Großstadt seinen Wagen aufladen wollte, hagelte es schließlich sogar einen Strafzettel.

Fahrer von Opel Corsa-e will Auto laden – Netz ist sich über kuriose Aktion nicht einig

Der Reddit-User, der das Bild geteilt hat, findet: „Rumänien braucht dringend eine Ladeinfrastruktur.“ Die Reddit-Gemeinde ist hingegen geteilter Meinung. Während die einen warnen, dass diese Aktion zu gefährlich ist („Ich hoffe, dass sich darin kein Bus oder Truck verfängt“), stimmen andere dem User zu: „Deswegen habe ich mir bisher noch kein Elektroauto gekauft. In Bukarest sind Parkplätze schwer zu finden, insbesondere mit Lademöglichkeiten“, meint einer. (Reif für ein Elektroauto? Mit diesen fünf Fragen finden Sie es raus)

Doch das sehen nicht alle User so, ein User kommentiert auch: „Letzten Sommer bin ich durch Europa gereist und (die Ladeinfrastruktur in) Rumänien war echt okay. Meist habe ich mein Auto an öffentlichen Ladestationen auf Kaufland-Parkplätzen aufgeladen. Es ist toll, dass sie Ladestationen bei den meisten Filialen installieren. Bei der Infrastruktur gibt es zwar noch Wachstumspotenzial, aber ich finde es schon in Ordnung“, schließt er. Doch dass das Laden von Elektroautos auf Supermarkt-Parkplätzen nicht immer reibungslos abläuft, zeigt dieser Elektroauto-Besitzer, der am Ende eingeschlossen wurde.* *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Reddit (u/dinozaur2020)

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