Zu tief und viel zu laut

Polizei legt Nissan von Tuner (25) still – Folierer hilft mit Spendenaktion

Die Windschutzscheibe des Nissan mit dem „Asozial“-Aufkleber.
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Dieser „Asozial“-Aufkleber zierte die Frontscheibe des aufgemotzten Nissan 350Z.
  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Ein Autoposer hat es in Österreich auf der Autobahn richtig „krachen“ lassen – die Quittung bekam der 25-Jährige umgehend von der Polizei. Doch der Tuner bekommt Unterstützung.

  • Ein 25-Jähriger ist mit einem extrem lauten Nissan 350Z an einer Zivilstreife vorbeigedonnert
  • Die österreichische Polizei stoppte den aufgemotzten Japaner und legte ihn sofort still
  • So reagiert Besitzer des Nissan auf die Maßnahmen der Polizei: „Am besten...“

Hallein (Österreich) – Er wollte die Aufmerksamkeit – und er bekam sie prompt: Wie die Polizei Salzburg berichtet, wurde eine Zivilstreife auf der A10 Tauernautobahn in Fahrtrichtung Salzburg auf Höhe Hallein von einem „zu lauten Pkw“ überholt. Die Beamten nahmen deshalb die Verfolgung des aufgemotzten Nissan 350Z auf. Immer wieder habe der Fahrer seinen Sportwagen, kurz beschleunigt, um ein „extrem lautes Geräusch zu erzeugen.“ Bei der nächsten Gelegenheit zogen die Polizisten den Krawallmacher deshalb aus dem Verkehr.

Polizei legt mega-lauten Tuning-Nissan still – Folierer startet Spendenaktion

Bei der Kontrolle des 280 PS starken Fahrzeugs des 25-jährigen Tuning-Fans fielen den Beamten gleich weitere Probleme auf. Sie protokollierten „eine unerlaubte Tieferlegung des Fahrwerks“ und einen Aufkleber mit der Aufschrift „Asozial“ mitten in der Windschutzscheibe. Um die Details festzuhalten, wurde das Fahrzeug dem Amt der Salzburger Landesregierung (Kfz-Prüfstelle) vorgeführt. Die dortige Lautstärke-Messung ergab ein Standgeräusch von 106 Dezibel – so laut wie ein Formel-1-Auto in 30 Metern Entfernung! (Peinliche Drift-Aktion mit 7er BMW vor McDonald’s – „i glaub, i spinn!“)

Das Endrohr des von der Polizei stillgelegten Nissan 350Z.

Polizei legt mega-lauten Tuning-Nissan still – Bodenfreiheit weniger als sechs Zentimeter

Zudem stellten die Prüfer fest, dass das Krawallauto des 25-Jährigen nur noch eine Bodenfreiheit von sechs Zentimetern besaß. Den Aufkleber bewerteten die Polizisten als eine Übertretung mit „Gefahr im Verzug“. Wie Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei Salzburg, auf Anfrage von 24auto.de erklärt, habe sich der Aufkleber im direkten Sichtfeld des Fahrers befunden. Das sei unzulässig, der Fahrer müsse „freie Sicht“ haben. Deshalb fackelte die Polizei nicht lange: Die Beamten nahmen die Kennzeichen vom Auto ab und untersagten die Weiterfahrt.

Polizei legt mega-lauten Tuning-Nissan still – Geldstrafe in Höhe von „mehreren Hundert Euro“

Der 25-Jährige wurde angezeigt. Zudem kommt auf den Tuner laut dem Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei Salzburg eine Geldstrafe in Höhe von „mehreren Hundert Euro“ zu. Seinen Nissan 350Z darf der Österreicher erst wieder fahren, wenn alle beanstandeten Mängel behoben sind. „Wir haben immer wieder Beschwerden von Anwohnern wegen sehr lauter Autos“, erklärt Friedrich Schmidhuber. „Fahrzeuge sollten nicht mehr Lärm machen als nötig.“ (Video: Opel Kadett E schlägt Audi RS 6 – mit spektakulärer Endgeschwindigkeit)

Polizei legt mega-lauten Tuning-Nissan still – So reagiert der Besitzer des Tuning-Schlittens

In den sozialen Medien scheinen das viele anders zu sehen als der Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei – der Facebook-Post der Polizei Salzburg zu dem ausgebremsten Tuner wird munter kommentiert. Viele finden das Vorgehen der Behörde übertrieben: „Gott sei Dank hat uns die Exekutive vor dieser Bedrohung beschützt“, kommentiert ein Facebook-Nutzer ironisch. Auch der Tuner selbst hat sich auf seinem Facebook-Account zu Wort gemeldet: „Eus riskiert, eus valorn. Am bestn sie sperrn mi weg, donn is de Gefahr weg und auf Österreichs Straßn is ma wida sicha untawegs.“ („Alles riskiert, alles verloren. Am besten sperren sie mich weg, dann ist die Gefahr weg und auf Österreichs Straßen ist man wieder sicher unterwegs.“) (BMW-M2-Fahrer protzt auf Instagram – jetzt ist sein Führerschein futsch)

Polizei legt mega-lauten Tuning-Nissan still – Autofolierer startet Spendenaktion

Doch die Geschichte geht noch weiter: Auch der Autofolierer, bei dem der 25-Jährige den beanstandeten Aufkleber offenbar gekauft hat, hat sich zu dem Vorfall geäußert: Man wolle gegen „diese Schikane“ vorgehen. So spende man zehn Euro pro verkauftem „Asozial“-Aufkleber (Kostenpunkt: 19 Euro) an den Nissan-Besitzer, um ihn bei seiner Strafe finanziell zu unterstützen. Weiter unten heißt es auf der Webseite des Folierers: „PS: Wir raten davon ab, den Sticker auf der Frontscheibe zu verkleben, er hält auch überall anders und eine Anzeige der Exekutive könnte möglicherweise die Folge sein.“

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